PEEK in der additiven Fertigung

PEEK in der additiven Fertigung

ID: 1851824

Ist PEEK denn immer PEEK?



(PresseBox) - PEEK (Polyetheretherketon) ist ein hochtemperaturbeständiger, thermoplastischer Kunststoff und bildet mit wenigen weiteren Kunststoffen die Leistungsspitze der Hochleistungsthermoplaste (Abbildung 1).

Hochleistungsthermoplaste zeichnen sich durch die eben erwähnte hohe Temperaturbeständigkeit sowie hohe mechanische Festigkeit aus, wohingegen PEEK zusätzlich beständig ist gegen chemisch aggressive Medien und  hochenergetische Strahlung und außerdem biologische Verträglichkeit aufweist. Dank dieser herausragenden Eigenschaften ist PEEK ein Werkstoff, der in vielen industriellen und medizinischen Anwendungen vom Bioreaktor zum Satelliten, über die Vakuumpumpe zu den Schädelimplantaten, breiten Einsatz findet. In der jungen, wachsenden Technologiebranche der additiven Fertigung hat sich die Verarbeitung von PEEK als besonders herausfordernd herauskristallisiert.

Dabei stellt sich allerdings die Frage, ist das PEEK, mit dem die 3D-Druckerhersteller werben, auch das PEEK, welches bereits seit mehr als zwanzig Jahren in den oben genannten Beispielen erfolgreich verwendet wird? Gibt es denn überhaupt ?das PEEK? oder unterscheidet sich PEEK, je nachdem von welchem Materialhersteller es bezogen wird?

PEEK wurde erstmals von dem britischen Unternehmen ICI unter dem Namen Victrex PEEK kommerziell auf den Markt gebracht, nachdem sich das Unternehmen das Verfahren zur Synthese 1977 patentieren ließ. Seit Beginn der neunziger Jahre wird das Material auch im medizinischen Kontext verwendet. Das Potential, das das Material bietet, haben auch andere namhafte Hersteller wie Solvay und Evonik erkannt und ihrerseits PEEK-Typen auf den Markt gebracht. Dabei unterscheiden sich die Polymere der verschiedenen Hersteller voneinander zum einen durch eine unterschiedliche Synthesemethode, zum anderen durch eine unterschiedliche Synthesedauer.

Als anschauliches Bild kann eine Halskette dienen. Diese besteht wie die Thermoplaste aus einzelnen, gleichartigen Gliedern, die miteinander verbunden sind. (Abbildung 2)



Würden wir uns Kettenglieder von Halsketten als einzelne Elemente in einer Schale vorstellen und die ausschütten, würden die einzelnen Kettenglieder problemlos herausrieseln. Sind die Kettenglieder in langen Ketten miteinander verbunden und wir schütten die Schale aus, so kann man sich vorstellen, dass die Ketten eher als ein zusammenhängendes Knäuel aus der Schale fallen würden. Die einzelnen Ketten haben sich miteinander verknotet. Dieses Verhalten, das direkt mit der Länge der einzelnen Ketten zusammenhängt, kann analog  auf die Thermoplaste übertragen werden. Somit sind die mechanischen Widerstände bei langen Ketten, man spricht von hohem Molekulargewicht, größer als bei kurzen Ketten. Diese sind im Gegenzug jedoch weniger anfällig für Verwicklungen als die langen Ketten, was zu einer höheren Fließfähigkeit führt. Eine hohe Fließfähigkeit ist vor allem bei Verarbeitungsverfahren wie dem Spritzguss erwünscht. Die geschmolzenen Thermoplaste sollen in kurzer Zeit die hintersten Bereiche der Spritzgussformen erreichen, ausfüllen und dann rasch erstarren. Dieses ist eine gewünschte Eigenschaft, die mit zähflüssigen Thermoplasten kaum zu erreichen wäre. Hingegen eignet sich höher viskoses PEEK eher zur Herstellung von Halbzeugen wie Stangen und Platten, die letztlich maschinell in die finale Bauteilform zugeschnitten werden.  Abbildung 3 zeigt eine Übersicht der unterschiedlichen PEEK Typen, die am Markt erhältlich sind und deren mechanische Eigenschaften am Beispiel ihrer Biegefestigkeiten.

Die additive Fertigung ist ein Fertigungsverfahren, welches wie im Spritzguss das Material aufschmilzt, jedoch einen langsamen Erstarrungsprozess erfordert. Im Gegensatz zum Spritzguss haben filamentbasierte 3D-Drucker keine begrenzenden Formen, sondern bilden Freiformen ähnlich wie bei der Extrusion von Halbzeugen. Die Herausforderung der additiven Fertigung besteht nun darin, ein einerseits fließfähiges Material zu erhalten, welches andererseits jedoch die mechanischen Eigenschaften der Halbzeuge aufweist. Um diese Problematik zu lösen, können zwei mögliche Ansätze gewählt werden. Die erste Möglichkeit besteht darin, das PEEK in seiner molekularen Struktur so zu verändern, dass Eigenschaften wie hohe Fließfähigkeit und rasches Erstarren bei wenig Verzug entstehen. Nun ist PEEK nicht nur ein Hochleistungspolymer, sondern gehört auch zur Gruppe der teilkristallinen Polymere. Die Teilkristallinität verleiht PEEK erst die herausragenden Eigenschaften der hohen mechanischen, thermischen, chemischen und biologischen Festigkeit. Und dabei gilt, je länger die Kette ist, desto stärker wird das Polymer. Dieser Eingriff in die molekulare Struktur verleiht dem Polymer zwar eine bessere Verarbeitbarkeit, jedoch auf Kosten der besonderen Eigenschaften.

Die zweite Möglichkeit, die gewünschten mechanischen Eigenschaften der PEEK Sorten, wie man Sie aus dem Halbzeug kennt, nicht zu verlieren,  besteht darin, den Verarbeitungsprozess an das Material ideal anzupassen. Entscheidend hierfür ist das Zusammenspiel von Aufheiz- und Abkühlprozess, das für jede PEEK Sorte und Kettenlänge einzeln einzustellen ist. Die Firma Apium Additive Technologies hat diesen Ansatz gewählt, um für Kunden, die die PEEK Eigenschaften der Halbzeuge für Ihre bestehenden Produkte benötigen, den Verarbeitungsprozess an das Material anzupassen anstatt das Material an den Verarbeitungsprozess anzupassen. Der patentierte Verarbeitungsprozess findet über den lokal gesteuerten Wärmeeintrag in das Bauteil statt. (Abbildung 4)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass PEEK nicht einfach nur PEEK ist, sondern sich voneinander in der Kettenlänge, dem Molekulargewicht und dem Herstellungsprozess unterscheidet. Die verschiedenen PEEK-Typen sind auf die jeweiligen Verarbeitungsmethoden zugeschnitten. Statt das Material an den Druckprozess anzupassen, hat die Firma Apium den Verarbeitungsprozess an das Material angepasst. Letztlich wird PEEK wegen seiner originären herausragenden Eigenschaften geschätzt. (U.Popp, S. Khaja, W. Schwarz) www.apiumtec.com

Apium ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der additiven Fertigung und Hersteller materialextrusionsbasierter Systeme zur Verarbeitung von Hochleistungsthermoplasten. Die Technologie des Unternehmens wird zur Erzeugung von Prototypen, Produktionsteilen, Betriebsmitteln und Fertigungswerkzeugen in Industrie und Medizintechnik eingesetzt. Durch Apiums patentierte Technologie lassen sich Hochleistungsthermoplaste material- und energiesparend verarbeiten. Damit ermöglichen sie Herstellern, die Kosten und Markteinführungszeit ihrer Produkte zu verringern. Das Angebot von Apium umfasst 3D-Drucker, Druckermaterialien und Beratungsdienstleistung.

Um mehr über Apium zu erfahren besuchen Sie www.apiumtec.com oder die sozialen Medienaktivitäten auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Apium ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der additiven Fertigung und Hersteller materialextrusionsbasierter Systeme zur Verarbeitung von Hochleistungsthermoplasten. Die Technologie des Unternehmens wird zur Erzeugung von Prototypen, Produktionsteilen, Betriebsmitteln und Fertigungswerkzeugen in Industrie und Medizintechnik eingesetzt. Durch Apiums patentierte Technologie lassen sich Hochleistungsthermoplaste material- und energiesparend verarbeiten. Damit ermöglichen sie Herstellern, die Kosten und Markteinführungszeit ihrer Produkte zu verringern. Das Angebot von Apium umfasst 3D-Drucker, Druckermaterialien und Beratungsdienstleistung.Um mehrüber Apium zu erfahren besuchen Sie www.apiumtec.com oder die sozialen Medienaktivitäten auf LinkedIn, Facebook und Instagram.



drucken  als PDF  Prüfung von Seilzügen für Schaltgetriebe 12 Xelletor-Dekanterzentrifugen für Wien Energie
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 13.10.2020 - 14:23 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1851824
Anzahl Zeichen: 7093

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Karlsruhe



Kategorie:

Maschinenbau



Diese Pressemitteilung wurde bisher 562 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"PEEK in der additiven Fertigung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Apium Additive Technologies GmbH (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Apium Additive Technologies nimmt Investorensuche wieder auf ...
Apium Additive Technologies nimmt Investorensuche wieder auf Frisches Kapital soll Apium in die Lage versetzen, sich verstärkt auf den medizinischen Sektor zu fokussieren / Aktueller Investor kann keine zusätzlichen Mittel aufbringen Hersteller von Werkzeugmaschinen mit patentierter Technologie, H

German Innovation Award 2022 für Apium Additive Technologies ...
Der German Innovation Award zeichnet Innovationsleistungen aus, die durch ihren Mehrwert neue Wege beschreiten. Das können Produkte sein ebenso wie Dienstleistungen und sie können aus ganz unterschiedlichen Branchen stammen. Doch im Mittelpunkt steht immer der Fokus auf das Nutzungserlebnis: Lösu

Apium bietet Komplettlösung aus Filamenttrockner und Drucker ...
Pünktlich zur Messe Formnext in Frankfurt Mitte November hat die Firma Apium Additive Technologies GmbH ihren neuen Filamenttrockner Apium F300 vorgestellt. Dieser wurde speziell für die Lagerung von Hochleistungsthermoplasten vor, während und nach dem Druck entwickelt und erreicht Trocknungstemp


Weitere Mitteilungen von Apium Additive Technologies GmbH


Modularer Embedded PC für NVDIA GPU Cloud zertifiziert ...
Das modulare Embedded System MX1-10FEP-D von ICP Deutschland hat sich Funktionstests von NVIDIA® unterzogen und wurde als ?NGC Ready? eingestuft. NVIDIA® GPU Cloud (NGC) ist der Kern für grafikprozessoptimierte Software wie Deep Learning, Maschinelles Lernen und Hochleistungsrechnen. Der für Ext

Prüfung von Seilzügen für Schaltgetriebe ...
Hegewald & Peschke hat einen Bauteilprüfstand für Seilzugschaltungen an einen deutschen Automobilhersteller geliefert. Dieser wurde speziell für diese Anwendung ? vertikale und horizontale Prüfung von Seilzügen für Schaltgetriebe ? entwickelt. Mit dem Prüfstand sind verschiedene Bauteilpr

Piezomotoren für präzise Positionieranwendung ...
Spiel kann in einigen Systemen ein großes Problem sein ? etwa bei Fokussier- und Scanaufgaben, Justage oder Messungen. Das schwedische Unternehmen PiezoMotor bietet mit seinen Miniaturmotoren spielfreie Präzisionsbewegungen, die von anderen Bewegungstechnologien unerreicht sind. Spielfrei, präzis

Viel Platz für Leitungen und Schläuche ...
TSUBAKI KABELSCHLEPP ergänzt die Serie Robotrax um ein neues Modell mit ?Luft nach oben?: Die besonders große Energieführungskette R140 mit drei Kammern lässt sich optimal bei Anwendungen in der Robotik einsetzen, bei denen zahlreiche Leitungen und Schläuche mit bis zu 42mm Durchmesser geführt


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z