Das Goethe-Institut kämpft mit einem Defizit

Das Goethe-Institut kämpft mit einem Defizit

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(ots) - Durch den coronabedingten Ausfall seines Sprachunterrichts fehlen dem Goethe-Institut im Eigenmittelbereich bis zum Jahresende 2020 geschätzt neun Millionen Euro. Von den 160 Niederlassungen weltweit sind inzwischen aber 40 wieder geöffnet, wie der scheidende Goethe-Präsident Klaus-Dieter Lehmann im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe) erklärte. Lehmann übergibt am Freitag nach zwölf Jahren sein Amt an die Ethnologin Carola Lentz.

Zu den veränderten Bedingungen der internationalen Goethe-Arbeit sagte Lehmann: "Wir müssen zunehmend Sicherheitsauflagen berücksichtigen, wir erleben eine schleichende Zunahme von Zensur, die Macht der Algorithmen führt zu Meinungsmanipulation. Nicht zuletzt deshalb ist in meiner Zeit die Arbeit sehr stark von ästhetischen Kategorien hin zu einer zivilgesellschaftlichen Orientierung gegangen. Kultur und Bildung gehören zu den wirkungsvollsten zivilgesellschaftlichen Kräften. Wir müssen die Freiheit von Kunst und Wissenschaft verteidigen. Und das tun wir offensiv."

Eigenwilligkeit und Selbstständigkeit seien die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kulturarbeit, sagte Lehmann auch mit Blick auf die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, deren Präsident er von 1998 bis 2008 war. Für das Humboldt Forum, dessen Gründung auf eine Lehmann-Idee zurückgeht, wünscht er sich mehr Geschlossenheit, "da macht noch jeder seins", kritisierte Lehmann im Gespräch mit dem "Tagesspiegel".

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