Die dritte Schuld - NS-Richter am Bundesarbeitsgericht
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Die Richterschaft des Bundesarbeitsgerichts war durchsetzt von ehemaligen NS-Juristen. Mehr als die Hälfte der frühen Bundesrichter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus schwere Schuld auf sich geladen. Trotzdem ehrt das Bundesarbeitsgericht seine ehemaligen Richter - zum Beispiel in der Ahnengalerie. Bis Anfang der 80er Jahre waren einige der Belasteten aktiv. Hinweise auf die Verstrickungen mit dem NS-Regime gibt es dort bis heute nicht.
Diese dunkle Seite des Bundesgerichts war bisher unbekannt. Zwar gab es Hinweise auf eine Belastung einzelner Bundesrichter, jedoch unterblieb eine systematische Aufarbeitung der Geschichte des Bundesgerichts. Als das höchste Arbeitsgericht der Bundesrepublik 1954 in Kassel gegründet wurde, fanden belastete und schwer belastete Juristen hier eine Beschäftigung. Darunter waren Richter, die im "Dritten Reich" an Sondergerichten Todesurteile sprachen oder an einem der politischen Strafsenate im besetzten Polen urteilten. Einer der Bundesrichter überwachte die "Arisierung" jüdischer Unternehmen und sorgte dafür, dass das Eigentum von Juden in den besetzten Niederlanden restlos beschlagnahmt wurde. Konsequenzen gab es für die Richter nicht. Im Gegenteil: Einer stieg die Karriereleiter weiter auf - bis hin zum Senatspräsidenten am Bundesarbeitsgericht.
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Datum: 01.12.2020 - 10:50 Uhr
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