Ex-Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln übt nach Vertuschungsvorwürfen gegen Kardinal Woelki scharfe Kritik am Kölner Erzbischof / Patrick Bauer fordert unabhängige Wahrheitskommission
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Am Donnerstag hatte das Erzbistum Köln einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger" bestätigt, dass Woelki 2015 einen Missbrauchsfall nicht nach Rom weitergeleitet hatte. Das Erzbistum erklärte dies mit dem schlechten Gesundheitszustand des Beschuldigten und der Weigerung des Opfers, an der Aufklärung des Vorwurfs mitzuwirken. Bauer sagte, ihn erinnere das "an die Kokain-Affäre um Christoph Daum, der seinerzeit alles abgestritten hat, bis es ihm nachgewiesen wurde. Alle Kirchenleute in führenden Positionen basteln sich ihre persönliche Erklärung, warum sie etwas getan oder unterlassen haben. Damit ist dann für sie alles in schönster Ordnung."
Er war bis November Sprecher des von Woelki eingesetzten Beirats. Im Streit über ein von Woelki unter Verschluss genommenes Missbrauchsgutachten der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl trat Bauer im November zurück.
Was derzeit alles ans Licht komme, mache ihn "unglaublich wütend". Es werde offenbar, "dass das System Kirche nur darauf aus war, sich selbst zu schützen". Rücktrittsforderungen an Woelki wollte Bauer sich zwar nicht anschließen. Angesichts "verspielten Vertrauens und verlorener Glaubwürdigkeit" müsse der Kardinal sich aber fragen, was das heißt. "Jeder soll die Konsequenzen ziehen, der er vor seinem Gewissen für erforderlich hält. Margot Käßmann ist zurückgetreten, weil sie sich nach einer Autofahrt mit zu viel Alkohol als Bischöfin für nicht mehr glaubwürdig hielt. Daran müssen sich Bischöfe messen lassen." Das "Desaster in Köln" hätten allerdings auch andere mit zu verantworten, "an erster Stelle Generalvikar Markus Hofmann", ergänzte Bauer.
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Datum: 11.12.2020 - 01:00 Uhr
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