In der Jugend geimpft - später vor Krebs geschützt / Am 4. März ist HPV Awareness Day
ID: 1885269
"Ganz Deutschland hofft derzeit darauf, dass wir durch zügige Corona-Impfungen schnellstmöglich eine schützende Herdenimmunität erreichen", sagt Professor Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). "Doch bei der HPV-Impfung haben wir bereits seit Jahren diese große Chance und lassen sie ungenutzt."
Damit verweist Baumann auf die HPV-Impfraten in Deutschland, die im Vergleich zu Ländern wie Schweden oder Australien niedrig sind. Gerade einmal 43 Prozent der 15-jährigen Mädchen sind vollständig geimpft. Damit ist Deutschland noch weit von einem flächendeckenden Schutz vor krebserregenden humanen Papillomviren entfernt, der erst bei einer Durchimpfungsrate von mindestens 70 Prozent gegeben ist.
Allein in Deutschland erkranken geschätzt jährlich etwa 7.700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs - allen voran an Gebärmutterhalskrebs. Außerdem lösen die Viren Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum, im Darmausgang sowie im männlichen Genitalbereich aus. Seit 2018 wird die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren für Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen (versäumte Impfungen können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden). Sie schützt Frauen vor Gebärmutterhalskrebs und sowohl Frauen als auch Männer vor den anderen HPV-induzierten Krebsarten.
Das DKFZ und die Deutsche Krebshilfe haben das Thema "Impfen gegen Krebs" daher auch zum Schwerpunkt ihrer diesjährigen Nationalen Krebspräventionswoche vom 13. bis 17. September gewählt. Geplant sind zahlreiche Initiativen, mit denen die beiden Organisationen sowohl Eltern als auch Jugendliche dazu motivieren wollen, die HPV-Impfung in Anspruch zu nehmen.
Angesichts der aktuellen Covid-19-Infektionszahlen sind die meisten Menschen von der Notwendigkeit und dem Nutzen einer Corona-Impfung überzeugt. Doch HPV-bedingte Krebsarten treten meist erst Jahrzehnte nach der Infektion mit den Viren auf. Diese Bedrohung bleibt für viele abstrakt und motiviert nicht unmittelbar zum Handeln.
"Wir wollen daher die positive Aufmerksamkeit, die das Thema Impfen aktuell erfährt, unbedingt nutzen und daran erinnern, dass Impfungen auch ein wichtiger Teil der Krebsprävention sind", sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. "Vielen ist nicht bewusst, dass mit der HPV-Impfung Kinder und Jugendliche heute schon vor vermeidbaren Krebserkrankungen im Erwachsenenalter geschützt werden können."
Hintergrundinformationen
Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet und infizieren sowohl Frauen als auch Männer. Sie werden oftmals bereits beim ersten Sexualkontakt übertragen. Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit den Viren - wobei die Infektion meist unerkannt verläuft und von selbst wieder abklingt. Derzeit werden 12 der mehr als 200 bislang bekannten HPV-Typen als krebserregend eingestuft.
Individuelle Information zur HPV-Impfung geben:
- das INFONETZ Krebs der Deutschen Krebshilfe (kostenfreie Telefonnummer: 0800/80708877)
- der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (kostenfreie Telefonnummer: 0800 - 420 30 40).
Welche Hindernisse stehen in Deutschland der Umsetzung der Impfempfehlungen entgegen? Welche Lösungsansätze gibt es? Die Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ informiert dazu unter: https://www.dkfz.de/de/krebspraevention/AdWfdP_2020_Impfung-gegen-HPV-Infektionen.pdf
Interviewpartner auf Anfrage!
Pressekontakt:
Christiana Tschoepe
Leiterin Bereich Kommunikation
Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32
53113 Bonn
Tel.: +49 228 / 72990-96
Fax: +49 228 / 72990-11
E-Mail: presse@krebshilfe.de
www.krebshilfe.de
Sibylle Kohlstädt
Pressesprecherin
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 / 42-2843
Fax.: +49 6221 / 42-2968
E-Mail: presse@dkfz.de
www.dkfz.de
Original-Content von: Deutsche Krebshilfe, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.03.2021 - 11:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1885269
Anzahl Zeichen: 4865
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bonn/Heidelberg
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 311 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"In der Jugend geimpft - später vor Krebs geschützt / Am 4. März ist HPV Awareness Day"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Krebshilfe (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Bewegung gilt als einer der wirksamsten Faktoren zur Vorbeugung zahlreicher Krebsarten. Vor diesem Hintergrund intensivieren der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Krebshilfe ihre Zusammenarbeit im Rahmen der gemeinsamen Initiative "Bewegung gegen Krebs". Zentrale Neueru
Rauchfrei-Siegel 2026 für "Woodwalkers" 1 & 2 / Deutsche Krebshilfe und Aktionsbündnis Nichtrauchen zeichnen rauchfreie Fantasy-Filme aus ...
Rauchen ist mit Abstand der größte vermeidbare Krebsrisikofaktor. Dennoch sind Darstellungen von Tabakkonsum in Film und Fernsehen in Deutschland allgegenwärtig. Die beiden ersten Teile der Fantasy-Reihe "Woodwalkers" beweisen, dass gute Unterhaltung keine Tabak- oder Nikotinprodukte be
Weltnichtrauchertag 2026: Freie Wahl? Von wegen! / Die Kontrolle zurückholen und die eigene Gesundheit schützen ...
Ansprechende Verpackungen, Werbung in den Sozialen Medien und künstliche Aromen: So vermarktet die Tabak- und Nikotinindustrie gesundheitsschädliche Produkte und spricht damit vor allem junge Menschen an. Wer in die Falle tappt, wird schnell abhängig vom Suchtstoff Nikotin: Freie Wahl? Von wegen!
Weitere Mitteilungen von Deutsche Krebshilfe
Brandenburgs Gesundheitsministerin Nonnemacher sieht gestiegene Nachfrage nach dem AstraZeneca-Impfstoff ...
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Grüne) berichtet von einer gestiegenen Nachfrage nach dem Impfstoff von AstraZeneca. Am vergangenen Freitag habe man über 11.000 Termine online freigegeben für eine Impfung mit dem Mittel von AstraZeneca. Die seien so gut wie au
Corona: Vereinfachter Schnelltest erkennt auch Mutationen (FOTO) ...
Mit dem Schnelltest der nal von minden GmbH aus Deutschland können auch Virusmutationen zuverlässig nachgewiesen werden. Der "NADAL® COVID-19 Ag Test" erkennt sowohl die derzeit besonders gefürchteten "Mutanten" aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika als auch die urspr
In der Pandemie: Exekutivversagen auf ganzer Linie ...
Exekutivversagen auf ganzer Linie Bundes- und Landesregierungen sind Risikofaktoren in der Pandemie (Düsseldorf/Münster) – Impfdosen sind da, bleiben aber liegen. So die jüngsten Meldungen. Dies zeigt wieder einmal deutlich das eklatante Exekutivversagen in der Pandemie, so der Landesvo
Mit Dankbarkeit zu mehr Gelassenheit (FOTO) ...
Soziale Distanz, beruflicher Druck, Familienstress und Existenzängste: Bei diesen Herausforderungen sind die Nerven dauerhaft angespannt. Doch wer ständig "unter Strom steht", kann schlecht entspannen. Für mehr Gelassenheit lässt sich viel auf sanfte Art tun, zum Beispiel mit der tägl




