Nutria-Plage - Warum der Sumpfbiber sich hierzulande immer wohler fühlt (AUDIO)
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O-Ton 1 (Torsten Reinwald, 24 Sek.): "Das sind Nagetiere, die ursprünglich aus Südamerika stammen und bereits vor 150 Jahren in Deutschland in Pelzfarmen gehalten wurden. Die sind irgendwann ausgebüxt und verbreiten sich im Moment sehr rasant. Der Name ist Nutria oder eben auch Sumpfbiber. Das Tier ist von der Größe her irgendwo einzuordnen zwischen Biber und Bisamratte, ist aber mit beiden Arten nicht verwandt."
Sprecherin: Und die auffällig gelb-orangen Zähne kommen von den Gerbstoffen ihres Lieblingsfutters - den Wasserpflanzen, Rüben und Kartoffeln. Normalerweise leben Nutrias in meterlangen unterirdischen Röhrensystemen an Uferböschungen oder Deichanlagen. Aber sie spazieren auch gern mal durch unsere Städte.
O-Ton 2 (Torsten Reinwald, 13 Sek.): "Nutrias haben keine Scheu vor dem Menschen und haben sich tatsächlich stark ausgebreitet, ihr Verbreitungsgebiet sogar verdoppelt innerhalb von 10 Jahren. Entlang der großen Flüsse wie Elbe, Rhein, Ems oder Havel erobern sie Deutschland."
Sprecherin: Dabei spielt ihnen auch das hierzulande immer milder werdende Klima in die Hände: Das mögen sie nämlich sehr. Dass sie sich so stark vermehren, wird allerdings zunehmend zum Problem:
O-Ton 3 (Torsten Reinwald, 29 Sek.): "Na, Nutrias fressen alles, was grün ist und schmeckt. Und schließlich überleben nur Pflanzen, die entweder giftig sind oder sehr wehrhaft. Und dadurch gehen wertvolle Lebensräume verloren, also Vögel, Insekten oder Frösche ziehen dann den Kürzeren. Und die Nutria buddelt sehr gerne: Das ist schlecht für den Deichschutz entlang von Wassergräben oder Deichen. Deswegen hat die Europäische Union diese Tierart als invasiv bezeichnet. Deutschland muss deswegen die Ausbreitung eindämmen, und das kann man am besten mit der Jagd."
Sprecherin. Und für alle, denen so ein Sumpfbiber mal unerwartet über den Weg laufen sollte, gilt: Bloß nicht blenden lassen von den putzigen Tieren:
O-Ton 4 (Torsten Reinwald, 20 Sek.): "Nutrias mögen auf den ersten Blick zutraulich erscheinen, aber es sind Wildtiere! Und sie haben rasiermesserscharfe Schneidezähne, die sie auch einsetzen, wenn sie sich bedroht fühlen. Bei uns häufen sich im Moment die Berichte gerade von Hunden, die entweder schwer verletzt oder sogar getötet werden. Deshalb gilt: Abstand halten und auf jeden Fall nicht füttern!"
Abmoderationsvorschlag: Ein Beitrag von Jessica Martin. Mehr Zahlen, Fakten und Hintergrundinfos über den ursprünglich aus Südamerika stammenden Sumpfbiber finden Sie auf der Webseite Jagdverband.de.
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Torsten Reinwald
Tel.:030/2091394-23
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Datum: 08.03.2021 - 09:00 Uhr
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