Sascha Gersak: Als Gabelstaplerfahrer zur Schauspielschule
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Die Schule musste der heutige Charakterdarsteller mit 15 verlassen - Ausbildung zum Spritzgusstechniker und Aufbauhelfer bei Open-Air-Festivals - Durch Homeschooling von der Vergangenheit eingeholt
Osnabrück. Sascha Gersak (45), Schauspieler, hat einen jahrelangen Umweg gemacht, bevor er sich für seinen heutigen Beruf entschieden hat. Nachdem er mit 15 die Schule verlassen musste, habe er zunächst eine Lehre gemacht - als Kunststoffformgeber, Fachrichtung Spritzgusstechnik, berichtete Gersak im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Wenn man von der Schule fliegt, ist man sehr dankbar, überhaupt aufgenommen zu werden." Dort habe er auch das Gabelstaplerfahren gelernt, das ihn noch lange über Wasser gehalten habe: "Ich konnte nämlich bei einer Firma anfangen, die die großen Bühnen für die Open-Air-Festivals aufbaut." Erst mit 25 sei er an eine Schauspielschule in Zürich gegangen.
Rückblickend halte er dies für die richtige Entscheidung, betonte der 45-Jährige: "Mit 25 hatte ich mir schon ein paar Hörner abgestoßen und stand anders im Leben. Manche Schauspielschulen arbeiten ja nach dem Prinzip, die Leute erst zu brechen und dann wieder aufzubauen. Bei mir hat niemand etwas gebrochen, ich konnte mich ganz frei entwickeln." Ab diesem Samstag ist Gersak in einer Hauptrolle des ARD-Vierteilers "Die Toten von Marnow" zu sehen.
Seine Schulzeit hat der Schauspieler bis heute in schlechter Erinnerung: "Mich hat Schule leider überhaupt nicht interessiert. Deshalb war der Abschluss auch nicht so gut. Heute sehe ich als Vater von drei Kindern, dass Schule ganz anders geworden ist, aber für mich war schon der erste Schultag einer der schlimmsten Tage meiner ganzen Kindheit. Zu allem Übel musste ich auch noch Schuhe anziehen, die ich nicht tragen wollte, die meine Mutter aber für mich gekauft hatte. Als ich dann mit 15 die Schule verlassen musste, habe ich drei Kreuze gemacht und gesagt: ,Hello world, here I am.'"
Durch das Homeschooling während der Corona-Pandemie habe ihn nun die Vergangenheit wieder eingeholt, "weil ich ja über Nacht zum Grundschullehrer mutiert bin", berichtete Gersak weiter: "Im ersten Lockdown ging's noch, das hatte ja was von Freinacht, da gab's auch mal längere Filme und ein paar Gummibärchen mehr. Wir haben so tolle Schulen und so tolle Lehrer, aber dieses Land war wie eine Bananenrepublik auf den zweiten Lockdown vorbereitet. Ich habe mich wirklich sehr geärgert und viel geflucht."
Sorgen um die Zukunft seiner drei Kinder macht sich der Schauspieler trotz des Klimawandels nicht: "Ich bin zwar kein bedingungsloser Optimist, aber ich bin dennoch guter Dinge. Ich glaube, dass wir eine Generation auf den Weg bringen können, die ein Bewusstsein füreinander und für diesen Planeten entwickelt. Wir, also meine Generation, zieht den Karren nicht mehr aus dem Dreck, aber ich glaube daran, dass diese Generation es schaffen kann."
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Datum: 12.03.2021 - 01:00 Uhr
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