Karliczek: Spätfolgen von Covid-19 entschlüsseln, um Betroffene bestmöglich behandeln zu können

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(ots) - BMBF stärkt Verbundforschung zu Long-Covid-Symptomen

Jede Ansteckung mit SARS-CoV-2 birgt das Risiko auf langfristige gesundheitliche Schäden. Aufgrund der Neuartigkeit der Erkrankung fehlen derzeit aber noch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu diesen Spätfolgen. Sie zu gewinnen, ist Gegenstand einer neuen Förderrichtlinie, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) heute auf den Weg bringt. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

"Wir kennen das SARS-CoV-2-Virus erst seit gut einem Jahr. Zum heutigen Zeitpunkt kann niemand sagen, wer nach einer Ansteckung Langzeitfolgen entwickeln wird und warum. Umso wichtiger ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, um die betroffenen Patientinnen und Patienten bestmöglich behandeln und bei ihrer Genesung unterstützen zu können.

Inzwischen haben rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland eine Infektion mit dem Virus überstanden, aber viele sind weiter krank. Schätzungen zufolge leiden 10 Prozent der Covid-19-Patientinnen und -Patienten auch Wochen oder Monate später noch an Symptomen - unabhängig davon, ob sie oder er einen schweren oder milden Krankheitsverlauf hatte. Damit kämpfen nicht nur viele Menschen in Deutschland mit Spätfolgen von Covid-19. Durch die Folgen der Covid-19-Erkrankung wird es auch zu einer starken Herausforderung für unser Gesundheitssystem kommen.

Deswegen ist es so wichtig, dass wir die Gesundheitsforschung in Deutschland in diesem Bereich gezielt unterstützen. Die neue Förderrichtlinie ist hierzu ein weiterer wesentlicher Baustein.

Im Netzwerk Universitätsmedizin, das vom BMBF gefördert wird, beschäftigt sich schon jetzt das Kohortenprojekt NAPKON mit den Spätfolgen von Covid-19. Aber auch in vielen anderen Studien haben unterschiedliche Akteure damit begonnen, Informationen über Long-Covid zu sammeln und Wissen zu generieren. Diese zum Teil nur lokal erhobenen Daten gilt es nun zu bündeln, auszuwerten und weiterzuentwickeln, damit sie möglichst schnell in die Behandlung und Versorgung der Menschen einfließen können.



Deshalb wollen wir jetzt insbesondere Projekte fördern, die auf bestehenden Forschungsarbeiten aufbauen und sie ergänzen.Zudem werden die Ergebnisse der Projekte Aufschluss darüber geben, wo weitere Forschungsbedarfe im Zusammenhang mit Long-Covid liegen."

Hintergrund:

Aktuellen Schätzungen zufolge treten bei etwa 10 Prozent der mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen langfristige Symptome auf, die mehrere Wochen oder Monate andauern können ("Long-Covid" oder "Post-Covid-Syndrom"). Zu den häufigsten Spätsymptomen zählen extreme Erschöpfung (Fatigue), Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Atemnot sowie der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.

Zu diesen Spätsymptomen gibt es bislang nur unzureichende Erkenntnisse; sie zu gewinnen, ist Gegenstand der mit fünf Millionen Euro ausgestatteten "Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)". Ergänzend zu den bestehenden Aktivitäten zielt die Maßnahme darauf ab, möglichst zeitnah den verfügbaren wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Spätsymptome von Covid-19 zu erschließen, zu bündeln und weiterzuentwickeln.

Die Förderrichtlinie richtet sich vorwiegend an interdisziplinäre Forschungsverbünde, die bereits Zugang zu Patientinnen und Patienten, Daten und Proben haben. Wo immer möglich, ist die gezielte Nutzung bereits existierender Datensätze und Materialsammlungen für Forschungsfragen vorzusehen. Von besonderer Bedeutung sind Forschungsprojekte zur ambulanten Versorgung, zur Rehabilitation und Pflege und zur Zusammenarbeit von spezialisierten Long-Covid-Ambulanzen und der hausärztlichen Grundversorgung.

Die Einreichung von Förderanträgen ist bis zum 14. Juli 2021 möglich. Die Vorhaben können für einen Zeitraum von in der Regel bis zu zwei Jahren gefördert werden. Von besonderem Interesse sind kürzere Projekte mit einer Laufzeit von ca. 12 Monaten. Die ersten Projekte sollen voraussichtlich Ende September 2021 starten.

Das vom BMBF seit April 2020 mit 150 Millionen Euro geförderte Netzwerk Universitätsmedizin hat bereits wichtige Projekte zur Erforschung von Covid-19 und der Spätsymptome der Erkrankung auf den Weg gebracht. Von besonderer Bedeutung ist hier das Kohorten-Netzwerk NAPKON:

- Ziel des mit rund 30 Millionen Euro geförderten Vorhabens ist der Aufbau einer nationalen Plattform mit drei unterschiedlichen Covid-19 Patientenkohorten. In diesen werden bundesweit systematisch und nach einheitlichen Standards klinische Daten, Bioproben und Bildgebungsdaten von akut erkrankten bzw. genesenen Covid-19- Patientinnen und -Patienten erhoben und in einer gemeinsamen Datenbank zusammenführt. Dadurch kann der Krankheitsverlauf von Covid-19 erfasst und der Zusammenhang mit Komorbiditäten und weiteren gesundheitlichen Parametern sowie den Spätfolgen untersucht werden. Insgesamt sollen in den verschiedenen Kohorten am Ende 36.000 Patientinnen und Patienten eingeschlossen werden.

Weitere Informationen:

www.netzwerk-universitaetsmedizin.de

www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/projekte-zur-erforschung-von-covid-19-11772.php

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