Vertreterversammlung der Vertragszahnärzteschaft beschließt Agenda Mundgesundheit 2021-2025

Vertreterversammlung der Vertragszahnärzteschaft beschließt Agenda Mundgesundheit 2021-2025

ID: 1915524
(ots) - Weitere zentrale Themen: Krisenreaktionsfähigkeit stärken, Parodontitis bekämpfen, Vergewerblichung eindämmen, Digitalisierung fördern

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat auf ihrer Vertreterversammlung die Agenda Mundgesundheit 2021-2025 verabschiedet. Mit dieser Agenda formuliert die Vertragszahnärzteschaft ihre zentralen Forderungen an die im kommenden Herbst neu zu wählende Bundesregierung und positioniert sich zu zentralen Fragen der zahnärztlichen Versorgung und des Gesundheitssystems. Weitere Themen der Sitzung sind unter anderem der "Pandemiezuschlag" für Zahnarztpraxen, die neue Parodontitis-Richtlinie, der Kampf gegen Vergewerblichung der zahnärztlichen Versorgung sowie die Digitalisierung.

Nach zwei digitalen Formaten fand die Versammlung - pandemiebedingt unter strengen Hygieneauflagen - erstmals wieder in Präsenz aber mit reduzierter Teilnehmerzahl statt. Gäste und Medien konnten die Veranstaltung über einen Livestream auf der Website (https://www.kzbv.de/10-vertreterversammlung.504.de.html) der KZBV verfolgen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn war per Video für ein Grußwort live zugeschaltet und stand den Delegierten für eine anschließende Diskussion zur Verfügung. Er bedankte sich bei der Vertragszahnärzteschaft und den Praxisteams für ihr Engagement und ihren Einsatz zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Die Zahnärztinnen und Zahnärzte hätten die Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung zu jedem Zeitpunkt gewährleistet und mit Hygienekonzepten eine Virusverbreitung in den Praxen verhindert.

Der Vorsitzende des Vorstands der KZBV, Dr. Wolfgang Eßer, zog in seiner Rede eine Bilanz der zurückliegenden Pandemie-Monate und formulierte künftige Ziele der Vertragszahnärzte: "Wir haben in der Pandemie wie schon zuvor in der Flüchtlingskrise bewiesen, dass sich die Menschen in unserem Land genauso wie die Politik auf Zahnärztinnen und Zahnärzte auch in Krisenzeiten hundertprozentig verlassen können. Welchen größeren Beweis für die Bedeutung eines freiberuflichen Berufsstandes und einer leistungsfähigen Selbstverwaltung kann man erbringen als den, den wir mit unserem Krisenmanagement eindrucksvoll abgeliefert haben?"



Auch wenn der Berufsstand vor allem zu Beginn der Pandemie von der Politik allein gelassen und auf sich allein gestellt war und kaum Unterstützung erfahren habe, müsse er doch die zuletzt erreichten Maßnahmen der Bundesregierung und des Ministers anerkennen, die zu einer verbesserten Krisenreaktionsfähigkeit der vertragszahnärztlichen Versorgung beitragen würden. Auch würdigte er in diesem Zusammenhang die Vereinbarung zwischen der KZBV und dem GKV-SV, mit der ab dem 1. Juli ein von den Krankenkassen finanzierter "Pandemiezuschlag" zum Ausgleich für die besonderen Aufwände der Vertragszahnärzte durch die KZVen zur Auszahlung kommen werde.

Als großen versorgungspolitischen Erfolg der KZBV und Durchbruch bei der Bekämpfung der Volkskrankheit Parodontitis nannte Eßer die neue Paraodontitis-Richtlinie: "Trotz der widrigen Umstände während der Pandemie haben wir dieses Leuchtturmprojekt der Zahnärzteschaft zielstrebig weiterverfolgt und über die Ziellinie gebracht. Mit der Richtlinie haben wir - im Schulterschluss mit der Wissenschaft - die systematische Parodontitisbehandlung im Rahmen der GKV grundsätzlich neu ausgerichtet. Zum 1. Juli bilden die Richtlinie, die Ergänzungen der Behandlungsrichtlinie und die dazugehörigen BEMA-Bestimmungen die Grundlage für eine zeitgemäße PAR-Therapie. Wir können unsere Patienten endlich im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung nach dem neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand behandeln. Jetzt haben wir mit der Richtlinie die notwendigen Instrumente in der Hand, um die nach wie vor viel zu hohen Prävalenzen in Deutschland zu senken."

Als Kernaufgabe der KZBV bezeichnete es Eßer, die zunehmende Vergewerblichung der zahnärztlichen Versorgung und des deutschen Gesundheitssystems einzudämmen, die Freiberuflichkeit und die Niederlassung in eigener Praxis zu fördern und die Selbstverwaltung zu stärken: "Investoren sind keinesfalls die Heilsbringer des Gesundheitswesens und schon gar nicht der zahnärztlichen Versorgung. Bei uns Zahnärzten gibt es keine Unterversorgung und die Versorgungslage wird durch Investoren auch nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. iMVZ begründen wegen des einseitigen Fokus der hinter ihnen stehenden versorgungsfremden Finanzinvestoren auf schnelle Gewinnmaximierung nach unserer Auffassung die Gefahr, dass medizinische Entscheidungen von versorgungsfremden Interessen überlagert werden. Dies kann zu Über- und Fehlversorgungen führen und birgt Risiken für die Sicherstellung der Versorgung! Anders als bei den freiberuflichen Zahnärzten erfolgt die Verteilung von iMVZ nicht proportional zu der Bevölkerung, so dass sich kaum iMVZ in ländlichen und strukturschwachen Regionen ansiedeln. Auch scheint die Versorgung von vulnerablen Bevölkerungsgruppen für Investoren nicht interessant zu sein. Die Abrechnungszahlen zeigen derlei Tendenzen deutlich auf."

Eßer betonte den Anspruch der KZBV, die Digitalisierung und den digitalen Transformationsprozess im Gesundheitswesen auch weiterhin aktiv mitzugestalten. Digitale Prozesse und Anwendungen seien längst gelebter Alltag in Zahnarztpraxen - in Administration und Abrechnung, bei Diagnostik und Therapie sowie bei der Befund- und Behandlungsdokumentation. "Statt viel zu kurze Fristen festzulegen und permanent neue Sanktionen zu verhängen, sollte die Politik endlich versorgungspolitisch nutzstiftende Anwendungen schaffen, für eine Refinanzierung der Investitionen in den Praxen Sorge tragen und keine unnötigen zusätzlichen Bürokratiemonster erschaffen", sagte Eßer.

Zu den weiteren Kernanliegen zählt der Ausbau der Präventionserfolge bei der Mundgesundheit. "Unsere Konzepte waren und sind konsequent an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet. Insbesondere vulnerable Gruppen wie ältere und pflegebedürftige Menschen sowie Patienten mit einer Beeinträchtigung haben wir immer im Blick."

Die von der VV beschlossene Agenda Mundgesundheit 2021-2025 ist in Kürze auf der Website der KZBV (https://www.kzbv.de/agenda-mundgesundheit) verfügbar.

Pressekontakt:

Kai Fortelka
Tel: 030 28 01 79 27
E-Mail: presse@kzbv.de

Original-Content von: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neue Studie zeigt, dass ein vollständiger Umstieg auf glo, den Tabakerhitzer von BAT, sich ähnlich auf die Indikatoren für potenzielle Schäden auswirkt wie ein Rauchstopp DerÄrmel hoch-Kampagne mangelt es an Kreativität und Durchschlagskraft (FOTO)
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.07.2021 - 12:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1915524
Anzahl Zeichen: 6572

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Köln/Berlin



Kategorie:

Gesundheitswesen - Medizin



Diese Pressemitteilung wurde bisher 417 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Vertreterversammlung der Vertragszahnärzteschaft beschließt Agenda Mundgesundheit 2021-2025"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Kassenzahn (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Welche gesetzlichen Kassen bezuschussen die professionelle Zahnreinigung? / Neue Umfrageergebnisse der KZBV ...
Welche gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten einer professionellen Zahnreinigung (PZR) - oder übernehmen diese unter Umständen sogar vollständig? Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat heute die Ergebnisse ihrer jährlichen Umfrage zu entsprechenden Leistungen

"Das Maß ist voll, Herr Minister!" / Letzte VV der endenden Amtsperiode des Vorstands der KZBV ...
Auf der letzten Vertreterversammlung der auslaufenden sechsjährigen Amtsperiode des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zog dessen Vorsitzender Dr. Wolfgang Eßer eine kritische Bilanz der Gesundheitspolitik der Bundesregierung und stimmte die Zahnärzteschaft vor dem Hin

Partizipation bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen sieht anders aus! / MassiverÄrger der KZBV über geplante künftige Finanzierung von TI-Komponenten ...
Anlässlich der geplanten künftigen Finanzierung der Telematikinfrastruktur (TI) hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) massive Kritik an dem gänzlich unabgestimmten Vorgehen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) geübt. "Einmal mehr handelt das BMG in Sachen TI im A


Weitere Mitteilungen von Kassenzahn


Für Senioren in Lübeck und Umgebung: Individuelle Unterstützung im Alltag durch die SeniorenLebenshilfe ...
Lübeck, 01.07.2021. Die SeniorenLebenshilfe ist ein bundesweit tätiger Dienstleister, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, älteren Menschen das Leben zu erleichtern. Dazu übernehmen die auf selbstständig-freiberuflicher Basis tätigen Lebenshelfer individuell auf den Bedarf und die Wünsche der

Neue Studie zeigt, dass ein vollständiger Umstieg auf glo, den Tabakerhitzer von BAT, sich ähnlich auf die Indikatoren für potenzielle Schäden auswirkt wie ein Rauchstopp ...
Übersetzung der Pressemitteilung "New study shows completely switching to BAT's Tobacco Heating Product, glo, has similar impact on indicators of potential harm as quitting smoking" (https://www.bat.com/group/sites/UK__9D9KCY.nsf/vwPagesWebLive/DOC4GHSB). Es gilt das Original. -

Gutes fürs Gehirn / Magazin Reader's Digest zeigt in seiner aktuellen Ausgabe, mit welchen einfachen Mitteln man dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen kann (FOTO) ...
Neue Forschungsergebnisse belegen, dass das Gehirn in jedem Alter zu positiven Veränderungen in der Lage ist. Es bildet neue Hirnzellen, die neue Verbindungen aufbauen, neue Blutgefäße, die den Neuronen mehr Sauerstoff und Nährstoffe zuführen, und mehr Hirngewebe in Regionen, die für Lernen, G

Wirksamere und flexiblere Impfstoffe durch „Bakterienabfall“ ...
Bakterien geben lipid-umhüllte Vesikel ins umgebende Medium ab. Dabei handelt es sich um Zellteile, in denen unterschiedliche zelluläre Prozesse ablaufen. Zweck ist der Informationsaustausch und die Abfallbeseitigung. ForscherInnen der Institute für Virologie und Immunologie der Vetmeduni Vienna


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z