Mindeststandard: Menschenrechte - Anforderungen an Investoren
ID: 1926754
Vorstellung des Policy-Paper und Podiumsdiskussion
Sustainable Finance ist spätestens seit 2020 das Megathema für die Finanzindustrie. Die Europäische Union (EU) hat schon 2018 einen Sustainable Finance Action Plan vorgelegt. Die deutsche Bundesregierung zog im Mai hinterher - mit einer Sustainable Finance Strategie, in der sie skizzierte, wie der Finanzsektor zu einer nachhaltigeren Wirtschaft beitragen soll. Doch sind sowohl auf europäischer Ebene als auch in der deutschen Strategie menschenrechtliche Sorgfaltspflichten bislang ein Randthema.
Deshalb brachte am Mittwochmorgen das SÜDWIND-Institut das Thema vor der Bundestagswahl auf die Agenda: Das SÜDWIND-Institut, gefördert durch Misereor und Brot für die Welt fordert in seinem Policy Paper "Mindeststandard Menschenrechte: Anforderungen an Investoren" (https://suedwind-institut.de/files/Suedwind/Publikationen/2021/Titelbilder/2021-19%20Mindeststandard%20Menschenrechte.pdf) von der Bundesregierung unter anderem die Ausformulierung von Mindestanforderungen an menschenrechtliche Due Diligence und Berichterstattung, die Festlegung von Mindestanforderungen für Engagement sowie die Stärkung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Kontrollorgan.
"Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz war ein wichtiger Schritt, Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten zu verpflichten. Der Finanzsektor wird von dem Gesetz aber weitgehend ausgeschlossen. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf", forderte Ulrike Lohr, Sustainable Finance-Expertin beim SÜDWIND-Institut und Autorin des Papiers. "Die EU muss den Finanzsektor mit seinen Besonderheiten in ihrem Entwurf für ein Europäisches Lieferkettengesetz vollumfänglich mit einbeziehen."
Unterschiedliche Verbindlichkeit
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen mehrerer Fraktionen im Bundestag war man sich einig, dass die Politik der Achtung der Menschenrechte auch in der Finanzbranche einen höheren Stellenwert einräumen muss. "Die Wahrung der Menschenrechte muss für politische Entscheidungsträger eine hohe Priorität einnehmen", erklärte Alexander Radwan, Bundestagsabgeordneter für die CSU.
"Der unbedingte Schutz von Menschenrechten ist keine ökonomische Frage, sondern ein humanistisches Gebot und ein zentraler Wert unserer Gesellschaft. Unser Finanzsystem muss so aufgestellt sein, dass es an der gesamtgesellschaftlichen Wertschöpfung mitwirkt und die sozial-ökologische Transformation durch gezielte Investitionen begleitet. Das wiederum zahlt sich aus im Rahmen von wirtschaftlicher Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit", so Kristina Jeromin, Bundestagskandidatin für Bündnis 90/ Die Grünen.
FDP-Bundestagsabgeordneter Lukas Köhler setzte auf den Markt: "Wenn die politischen Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass sich die Innovationskraft der Märkte voll entfalten kann, kann der Finanzmarkt den weltweiten Schutz der Menschenrechte entscheidend voranbringen; dazu müssen jedoch soziale Belange, Umwelt- und Klimaschutz gleichermaßen berücksichtigt und der Weg zur Transformation offen und transparent ausgestaltet werden."
Jörg Cezanne, Bundestagsabgeordneter für die Linke, erläuterte: "Umfassende und verbindliche Standards der Berichterstattung über und des Umgangs mit menschenrechtlichen Auswirkungen von Geschäftsaktivitäten müssen zwingend Bestandteil einer Sustainable Finance-Regulierung werden."
Pressekontakt:
Ulrike Lohr
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
+49 (0)228-763 698-17
lohr@suedwind-institut.de
Original-Content von: SÜDWIND e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.09.2021 - 16:14 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1926754
Anzahl Zeichen: 3812
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 593 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mindeststandard: Menschenrechte - Anforderungen an Investoren"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
S (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft rufen das SÜDWIND-Institut und die Romero Initiative (CIR) Aktive dazu auf, sich gegen Menschenrechtsverletzungen im Zuge der WM einzusetzen. Lange vor der WM waren die skandalösen Arbeitsbedingungen im Bausektor Katars bekannt, von denen Arbeitsmigrant*i
Genieße Weihnachten nachhaltig mit dem Fleur de Sel der Alpen (FOTO) ...
Gerade in unsicheren Zeiten möchte man sich zu Weihnachten was Besonderes gönnen und mit der Familie mit gutem Gewissen feiern. Dazu gehört eine schön gedeckte Tafel, leckeres Essen und liebevoll ausgewählte Geschenke. Doch welche Produkte kann man in Zeiten der Klimakrise und Energieknapphei
Branchendialog Automobil: Beschwerdemechanismus in Mexiko braucht deutlich stärkeres Engagement von Unternehmen ...
Zivilgesellschaft: Automobil-Industrie muss Chance nutzen und sich stärker zum Pilotprojekt aus dem Branchendialog Automobil bekennen - mehr Beteiligung relevanter Unternehmen und verbindliche Zusagen für Beschwerdemechanismus in Mexiko wichtig Anlässlich des Fachtages "Branchendialog Aut
Weitere Mitteilungen von S
Your body is a battleground: Ultrakonservative Strategien zur Wiederherstellung einer "natürlichen Ordnung" / Zweitägiges öffentliches Forum im Frankfurter Kunstverein (FOTO) ...
Gerade einmal fünfzig Jahre nach der Frauenbewegung erleben wir heute, dass Errungenschaften, die wir längst für selbstverständlich gehalten hatten, unter Beschuss stehen. Weltweit sind politische Akteure auf dem Vormarsch, die eine vermeintlich "natürliche Ordnung" wiederherstellen
UN-Konferenz für Afghanistan: Geld allein reicht nicht! ...
Das Ergebnis der Afghanistan-Unterstützungskonferenz der Vereinten Nationen zeigt den wichtigen politischen Willen, Menschen in Afghanistan nicht noch mehr im Stich zu lassen. Angesichts der schwachen Infrastruktur fordert die Kindernothilfe nun eine schnelle und faire Verteilung der Hilfsgüter
"Sauberes Wasser für alle!" / Zur Bundestagswahl: Rapper Graf Fidi fordert mit der CBM und Jugendlichen aus Cuxhaven im Musikvideo eine gerechtere Welt (VIDEO) ...
Der Song ist ein Ohrwurm, die Botschaft politisch: Wasser ist ein Grundrecht - eigentlich. Doch gerade in ärmeren Regionen der Welt ist der Zugang zu sauberem Wasser alles andere als selbstverständlich. Menschen mit Behinderungen leiden besonders darunter. Deshalb wollen der Berliner Rapper Graf
Leikert: Der Menschenrechtsrat muss die Taliban an die Kandare nehmen ...
Geberkonferenz für Afghanistan tagt in Genf In Genf findet am heutigen Montag eine Geberkonferenz für Afghanistan statt. Auch der UN-Menschenrechtsrat befasst sich mit der schwierigen Lage der Menschen im Land nach der Machtübernahme der Taliban Land. Dazu erklärt die stellvertretende Vorsit




