DEKV: Evangelische Krankenhäuser sehen bei Demenz genau hin / Menschen mit Demenz brauchen Zuwendung und Orientierung
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Schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt, die meisten von ihnen an der Alzheimer-Krankheit.[1] 44.165 Personen wurden im Jahr 2019 wegen der Diagnose Alzheimer im Krankenhaus behandelt, mehr als zehn Prozent davon in einem evangelischen Krankenhaus.[2]
Menschen mit Demenz brauchen individuelle Unterstützung
Die Diagnose Demenz ist für Betroffene und ihre Angehörigen belastend. Menschen mit Demenz vergessen oftmals kurz zurückliegende Ereignisse, können komplexe und später auch einfache Alltagsaufgaben nicht mehr allein bewältigen, ihre Persönlichkeit kann sich verändern. Daher brauchen sie Unterstützung, die auf ihre individuelle Situation und den aktuellen Bedarf abgestimmt ist. "Für Menschen mit Demenz ist der Aufenthalt im Krankenhaus besonders belastend", weiß Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes e.V. (DEKV). "Die ungewohnte Umgebung und veränderte Abläufe verunsichern sie. Daher ist es wichtig, dass wir uns als Krankenhäuser auf diese besonderen Patient:innen einstellen und sie zuwendungsorientiert versorgen. Besonders geschulte Patient:innenlots:innen können Betroffenen und ihren Angehörigen sowohl im Krankenhaus als auch im Umgang mit der Erkrankung Orientierung bieten. Durch die Einbindung in die diakonische Versorgungskette können evangelische Krankenhäuser über die stationäre Versorgung hinaus bei der Bewältigung der Erkrankung unterstützen, denn gerade für Menschen mit Demenz ist eine kontinuierliche und nachhaltige Versorgung und Betreuung wichtig", so Radbruch weiter.
Konzepte für ein demenzsensibles Krankenhaus
Schon heute weisen rund 40 Prozent der Patient:innen über 65 Jahren in Allgemeinkrankenhäusern kognitive Störungen auf, ein Fünftel ist von Demenz betroffen. Da das Risiko, an Demenz zu erkranken, mit dem Alter zunimmt und der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland steigt, wird auch der Anteil dieser Patient:innen künftig weiter ansteigen: Laut Prognosen des Statistischen Bundesamtes wird der Anteil der über 65-Jährigen im Jahr 2030 bei 25 Prozent liegen und bis zum Jahr 2060 auf 31 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ansteigen.[3] "Wir müssen uns schon heute darauf einstellen, dass wir künftig mehr Menschen mit Demenz in unseren Krankenhäusern behandeln werden. Unsere Mitgliedshäuser engagieren sich dafür, entsprechende Konzepte zu entwickeln. So sind beispielsweise sechs der 17 Krankenhausprojekte, die durch das Förderprogramm 'Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus' gefördert werden, in evangelischer Trägerschaft.[4] Dabei verfolgen die Mitgliedshäuser unterschiedliche Konzepte von der Einbindung der Patienten und ihrer Angehörigen in den Betreuungs- und Pflegeprozess über die enge Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Hausärzten bis hin zur Abstimmung der Abläufe und Prozesse im Krankenhaus auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz. Bei allen Maßnahmen haben unsere medizinischen und pflegenden Mitarbeitenden das Ziel, diesen vulnerablen Patient:innen und ihren Angehörigen Zuwendung und Orientierung zu geben. Dafür schauen sie ganz im Sinne des Mottos des diesjährigen Welt-Alzheimertages genau hin, welchen individuellen Bedarf die Betroffenen haben", erklärt Radbruch.
Quellen:
1. Deutsche Alzheimer Gesellschaft "Infoblatt 1 - Häufigkeit von Demenzerkrankungen", Download: https://tinyurl.com/um2wfz7u
2. Eigene Analyse Qualitätsberichtsdaten 2019
3. https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/
4. PRAXISLEITFADEN ZUM AUFBAU DEMENZSENSIBLER KRANKENHÄUSER, Hrsg.: Robert Bosch Stiftung GmbH, 2019
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Datum: 21.09.2021 - 09:59 Uhr
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