Herbstgutachten: BVR hält 3 Prozent BIP-Wachstum für 2021 noch erreichbar / klimapolitische Maßnahmen stärker ordnungspolitisch ausgestalten
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Nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Volkbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ist die Politik angesichts der hohen Inflation gefordert, die Bürgerinnen und Bürger finanziell zu entlasten. BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin: "Die künftige Bundesregierung sollte die Einnahmen aus der CO2-Besteuerung in den Bereichen Verkehr und Wärme verwenden, um Entlastungen insbesondere der einkommensschwachen Privathaushalte zu ermöglichen. Diese könnte beispielsweise durch eine Verminderung der Umlagen nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) erfolgen", so Martin. In keinem Land der Europäischen Union sind die Strompreise so hoch wie in Deutschland. Dies würde auch eine bessere Vereinbarkeit mit dem klimapolitischen Ziel schaffen, verschiedene Energieträger möglichst einheitlich zu bepreisen.
Das im aktuellen Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute skizzierte Konjunkturbild teilt der BVR in wesentlichen Teilen. Im Zuge der anhaltend hohen Materialknappheiten und des kräftigen Anstiegs vieler Rohstoffpreise zeichne sich derzeit für Deutschland 2021 ein schwächeres Wirtschaftswachstum ab als zuvor erwartet. Dementsprechend sei 2022, wenn die Knappheiten wie allgemein angenommen abflauen, mit Nachholeffekten und einem entsprechend höheren Wachstum zu rechnen. Dennoch hält der BVR für 2021 noch immer ein preisbereinigtes Wirtschaftswachstum von rund 3 Prozent für erreichbar. Für im Wesentlichen realistisch hält der BVR auch den Inflationsausblick der Wirtschaftsforscher. Die Inflationsrate dürfte 2022 gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich zurückgehen, gleichwohl aber erhöht bleiben.
Zum Hintergrund
Die Wirtschaftsforschungsinstitute haben im Rahmen der Gemeinschaftsdiagnose vom Herbst 2021 ihren Prognosewert zum Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) Deutschlands 2021 von zuvor 3,7 Prozent im April auf 2,4 Prozent vermindert und zudem den BIP-Prognosewert für 2022 von 3,9 Prozent auf 4,8 Prozent erhöht. In Hinblick auf die Inflationsrate rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2022 mit einem Rückgang auf 2,5 Prozent, nach einem prognostizierten Anstieg von 3,0 Prozent 2021.
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Datum: 14.10.2021 - 12:59 Uhr
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