Die Bundeswehr setzt mit Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe auf nachhaltiges Palmöl in Lebensmitteln
ID: 1933844
- Bundeswehr setzt bei der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln auf zertifiziertes nachhaltiges Palmöl
- Konventionelles Palmöl steht oft mit Zerstörung von Regenwäldern und Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang
- DUH-BGF Sascha Müller-Kraenner begrüßt das Engagement der Bundeswehr: "Erhalt der tropischen Wälder ist eine der wichtigsten Säulen im Kampf gegen die Klimakrise."
Das Verpflegungsamt der Bundeswehr setzt bei der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln verstärkt auf zertifiziert nachhaltiges Palmöl. Dies ist eine "Erste-Hilfe Maßnahme" im Kampf gegen neue Regenwaldzerstörung beim Anbau von Ölpalmen. Dabei wird das Verpflegungsamt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unterstützt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Beschaffung möglichst schnell anzupassen und verstärkt Palmölprodukte einzusetzen, bei denen das Palmöl entwaldungsfrei und unter Einhaltung grundlegender Mindeststandards produziert wird. Das Verpflegungsamt der Bundeswehr will diesen Ansatz mit seinen Vertragspartnern erörtern und wenn möglich Produktwechsel anstreben.
"Das Verpflegungsamt der Bundeswehr ist durch die Deutsche Umwelthilfe auf das Thema Palmöl aufmerksam geworden. Wir setzen zukünftig verstärkt auf zertifiziertes Palmöl, um unseren Beitrag dazu zu leisten, die Regenwälder zu erhalten und dem Klimawandel entgegenzutreten. Wir freuen uns über die Unterstützung und Beratung der Deutschen Umwelthilfe", so Manuel Keller, Leiter i.V. des Verpflegungsamtes der Bundeswehr.
"Die anhaltende Zerstörung der Regenwälder und Torfböden dezimiert den ohnehin schon knappen Lebensraum stark bedrohter Tierarten wie des Orang-Utans. Außerdem werden immense Mengen Klimagase freigesetzt, die die Klimakrise weiter anheizen. Der Erhalt der weltweiten Wälder ist eine der wichtigsten Säulen im Kampf gegen den Klimawandel. Wir begrüßen daher, dass die Bundeswehr sich für einen öffentlichen Einkauf von zertifiziert nachhaltigen Palmöl-Produkten einsetzen möchte, um neue Waldrodungen aus den Lieferketten auszuschließen. Damit ist die Bundeswehr nach den Vorreiterkommunen Hannover und Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin der dritte öffentliche Akteur, der diesen Weg mit uns geht", sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Palmöl wird in den Tropen angebaut. Der Anbau ist wegen Menschenrechtsverletzungen und vielfältiger Umweltprobleme umstritten. Für neue Ölpalm-Plantagen wurden im Jahr 2020 rund 38.000 Hektar Regenwald in Indonesien, Malaysia und Papua-Neuguinea gerodet (Chain Reaction Research 2021). Neben dem Einsatz in Lebensmitteln wird Palmöl auch in der Chemieindustrie beispielsweise zu Wasch-, Reinigungs-, und Pflegeprodukten, Kerzen, Schmierfetten sowie zu Biodiesel und Tierfutter weiterverarbeitet. Nachhaltig zertifiziertes Palmöl schließt neue Rodungen aus.
Das Verpflegungsamt der Bundeswehr betreibt die Truppenküchen der Bundeswehr und beschafft zentral die Lebensmittel. In einem ersten Schritt wurden in einzelnen Rahmenverträgen Lebensmittel ermittelt, die Palmöl enthalten. Dazu gehören unter anderem Margarine, Backwaren, Dessertpulver und Fleischerzeugnisse. Eine erste öffentliche Ausschreibung für Fleisch und Fleischerzeugnisse, bei der der Zusatz von Palmöl nur erlaubt ist, wenn es aus nachweislich nachhaltigem Anbau stammt, wurde bereits erfolgreich durchgeführt.
Hintergrund:
Die DUH setzt sich für eine strenge Einhaltung des sozial- und umweltverträglichen Anbaus auf bestehenden Ölpalmplantagen ein und kämpft für den Erhalt verbliebener Regenwälder. Mindeststandards wie vom Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl und Standards für Biolandbau und Fairen Handel können dabei kombiniert werden. Zertifizierungen sind allerdings kein Allheilmittel. Aufgrund von Schwachstellen und Verstößen muss die Verbesserung und Einhaltung der verschiedenen Standards künftig durch gesetzlich festgelegte Vorgaben zur Überprüfung sichergestellt werden. Neben der Etablierung zertifiziert nachhaltiger Lieferketten ist es zudem zwingend notwendig, die Investitionen in Regenwaldschutzgebiete drastisch zu erhöhen, um diese vor weiteren Entwaldungstreibern zu schützen.
Links:
Steckbrief zur Kooperation zwischen Verpflegungsamt der Bundeswehr und DUH unter: https://www.duh.de/palmoel-aber-richtig/
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
Presse- und Informationszentrum der Bundeswehr:
0228 5504-5521, PIZIUD@bundeswehr.org
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe, www.linkedin.com/company/umwelthilfe
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.10.2021 - 08:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1933844
Anzahl Zeichen: 5063
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Oldenburg/Hannover/Berlin
Kategorie:
Bundeswehr
Diese Pressemitteilung wurde bisher 470 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Die Bundeswehr setzt mit Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe auf nachhaltiges Palmöl in Lebensmitteln"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die heute veröffentlichte Evaluation der EU-Nitratrichtlinie. Darin ruft die EU-Kommission die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, die Nährstoffbelastung zu kontrollieren und die Tierhaltung in besonders verschmutzten Gebieten zu reduzieren. Die Kommission
Die teuerste Steckdose der Welt ...
Berlin (voices) Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie & Klimaschutz (Deutsche Umwelthilfe) zum Themen-Impuls: „Auf zum Atomstrom oder Go Green - was hilft wirklich in der Energiekrise?". Pressekontakt: DUH-Newsroom +4930240086720 presse@duh.de Copyright: Deutsche Umwelthilfe e.
Fehler im Gesetzgebungsverfahren beim Gebäudemodernisierungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe fordert Veto des Bundespräsidenten ...
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht ordnungsgemäß verabschiedet worden: Nach juristischer Bewertung enthält die Gesetzesänderung Regelungen, die der Zustimmung des Bundesrates bedurft hätten. Nach der Rechtsprechung des Bundesve
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
Rüdiger Lucassen: Würdige Ehrung unserer Soldaten auf dem Hauptplatz unserer Republik ...
Mit großem Zapfenstreich wurden gestern die Soldaten des Afghanistan-Einsatzes geehrt. Dazu der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Lucassen: "Der gestrige Abend war eine würdevolle Ehrung unserer Soldaten auf dem Hauptplatz unserer Republik. Die Bundes
Joachim Paul: Wir verurteilen die Hetze gegen den Großen Zapfenstreich und danken den Soldaten einer Armee des Parlaments und der Demokratie (FOTO) ...
Mit einer Welle von Beschimpfungen reagierten links-grüne Politiker und auch Medienvertreter auf den gestrigen Großen Zapfenstreich vor dem Bundestag. Vor allem der ZDF-Moderator Jan Böhmermann ließ sich zu Hasskommentaren hinreißen. Der Grünen-Politiker Cristian Ströbele verleumdete den Gr
Ausgezeichnetes Familienbewusstsein: BAAINBw erhält Zertifizierung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf (FOTO) ...
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erhielt kürzlich erstmals das Zertifikat zum "audit berufundfamilie" für die strategische Gestaltung seiner familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik. Die Vereinbarkeit von Familie und
Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbands André Wüstner: "Politik hat oft eine Machbarkeitsillusion formuliert" ...
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, Oberstleutnant André Wüstner, kritisierte im phoenix-Interview die Politik wegen fehlender Zielsetzungen und mangelhafter Koordination beim Bundeswehreinsatz in Afghanistan. "Wenn man in einen Einsatz geht, kommt es darauf an, dass man




