"KI Lectures": LMU-Statistikerin sieht großes Potenzial von KI-Anwendungen im gesellschaftlichen Kontext
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- KI kann eingesetzt werden, um Verwaltungsprozesse zu automatisieren und demographische Veränderungen zu untersuchen
- Algorithmen stützen sich dabei jedoch oft auf historische Daten, die oftmals nicht frei verfügbar sind oder bestimmte Gesellschaftsgruppen unzureichend repräsentieren
- Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler können mit ihrem Wissen über gesellschaftliche Normen sowie ihrem Blick für Daten zu einem ethischen Umgang mit KI beitragen
Im Rahmen der Online-Veranstaltungsreihe "KI Lectures" der LMU sprach die Statistikerin Prof. Dr. Frauke Kreuter, Inhaberin des Lehrstuhls für Statistik und Data Science in den Sozial- und Humanwissenschaften, über Künstliche Intelligenz in der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschung sowie das Verhältnis von Big Data und KI-Anwendungen. Sie zeigte auf, dass reine Datenmengen alleine nicht ausreichen, um Algorithmen intelligent zu machen.
"Historische Datensätze, die verwendet werden, um KI-Applikationen zu trainieren, enthalten oft Daten, die nicht die ganze Gesellschaft darstellen", fasst Kreuter eine Herausforderung bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz im gesellschaftlichen Kontext zusammen. Zum Beispiel würde das dritte Geschlecht bislang kaum in Datensätzen auftauchen.
Unterstützung statt Abbau von Arbeitsplätzen
Gerade im öffentlichen Sektor sieht Professorin Kreuter aber großes Potenzial bei KI-Anwendungen. Dabei ginge es laut der LMU-Statistikerin nicht darum, Arbeitsplätze wegzurationalisieren, sondern um eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen, eine Entlastung der Arbeitnehmer und mehr Chancengleichheit bei Entscheidungsprozessen.
"So werden bereits jetzt in Unternehmen KI-Applikationen für langwierige Prozesse, wie zur Prüfung von Dokumenten, eingesetzt", so Kreuter. "Künftig könnten selbstlernende Algorithmen Entscheidungsvorlagen liefern, um Arbeitslosen passende Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu bieten." Voraussetzung dafür seien aber ein Umdenken im Datenschutz und Innovationen in der Forschungsdateninfrastruktur, um eine verlässliche und frei verfügbare Datenlage zu schaffen.
Der Vortrag und die anschließende Diskussion mit Prof. Oliver Jahraus, Vizepräsident der LMU, und dem Publikum ist auf dem YouTube-Kanal der LMU abrufbar.
https://youtu.be/ugwviHaljKs
Weitere Informationen sowie ein Kurzinterview mit Prof. Dr. Frauke Kreuter finden Sie hier: Künstliche Intelligenz und Big Data: Wer entscheidet, ... - LMU München (https://www.lmu.de/de/newsroom/newsuebersicht/news/kuenstliche-intelligenz-und-big-data-wer-entscheidet-welche-daten-zaehlen.html)
Weitere Termine der "KI Lectures" mit Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier:
www.lmu.de/ki-lectures (https://www.lmu.de/de/studium/studienangebot/uni-fuer-alle/ki-lectures/index.html)
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Datum: 24.11.2021 - 10:03 Uhr
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