DVMD fordert stärkere Einbindung des medizinischen Informationsmanagements in die Gesundheitspolitik
Verband bemängelt geringen Einsatz von Dokumentations- und Informationsmanagern in der Corona-Politik
Spätestens in der Covid-19-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig verlässliche, konsistent erhobene, präzise Daten im Gesundheitswesen sind und welchen Stellenwert der Digitalisierungsgrad bei Gesundheitsämtern, Pflegeeinrichtungen und Ärzten in puncto kurzfristiger Verfügbarkeit von epidemiologischen Daten hat. Verlässliche Daten sind eine Grundvoraussetzung für solide Entscheidungen der Politik. Der Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin e.V. (kurz: DVMD) weist daher erneut auf die Bedeutung des Einsatzes von Fachkräften hin, die auf die professionelle Erhebung und Auswertung von Daten spezialisiert sind. Der Verband warnt zudem, dass eine moderne, IT-basierte Ausstattung alleine nicht ausreiche, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben. Es bedürfe vor allem Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die im Umgang mit der IT und dem Datenmanagement geschult seien.
Sergey Nivens – Fotolia.com(firmenpresse) - Obwohl es in Deutschland seit Jahrzehnten eine Reihe von Ausbildungen und Studiengängen für medizinische Informationsmanager gibt (https://dvmd.de/beruf-bildung), ist ihr Einsatz besonders im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), aber auch in der Medizinwirtschaft, noch unterrepräsentiert. Die Gründe dafür sind vielfältig: „Zum einen ist die breite fachliche Qualifikation dieses Berufsbildes noch nicht hinreichend bekannt“, erklärt Katharina Mai, Geschäftsführerin des DVMD. Der Verband fordert daher die Politik auf, gemeinsam mit den betreffenden Verbänden und Fachgesellschaften Transparenz in der Ausbildungs- und Studienlandschaft zu schaffen und eine zentrale Plattform zu entwickeln, die Unternehmen Orientierung bietet, um schnell und zielsicher verfügbares und qualifiziertes Fachpersonal zu finden.
Darüber hinaus macht der DVMD seit Jahren darauf aufmerksam, dass die sukzessive Abschaffung schulischer Ausbildungen im medizinischen Informationsmanagement kontraproduktiv zur derzeitigen Entwicklung ist. Zudem fordert der DVMD u. a. eine Ausbildungsvergütung wie in allen anderen Gesundheitsberufen sowie ein attraktives, leistungsgerechtes Gehalt (s. https://dvmd.de/wp-content/uploads/2019/03/Positionspapier_Ausbildung_medizinisches_Informationsmanagement_final.pdf).
Die aktuell bedeutendste Lücke sieht der DVMD jedoch in Zeiten der Corona-Pandemie in der geringen Beschäftigung von Fachkräften des medizinischen Informationsmanagements im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Neben dem Einsatz von veralteter IT stellen fehlende Informationsmanager:innen eine der größten Herausforderungen in der Datenaufbereitung dar. Die für die personelle Aufstockung erforderlichen Gelder hat der Bund bereits zur Verfügung gestellt. Der DVMD rät dringend, Fachpersonal aus dem Bereich medizinische Dokumentation bzw. Informationsmanagement in diese Personalaufstockung einzubeziehen und den Sachverstand des DVMD bei der Ausgestaltung und Einführung von Digitalisierungsprozessen im Gesundheitswesen zu nutzen.
Annett Müller, Vorsitzende des DVMD, fasst den Status im Gesundheitswesen wie folgt zusammen: „Wir wissen seit Langem, dass es für die Therapieforschung, die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten, aber auch für die Nachverfolgung von Infektionen Spezialisten mit einem breiten Wissen in Medizin, Dokumentation, Informatik und Statistik bedarf. Genau dieses Profil weisen Fachkräfte aus dem Bereich des medizinischen Informationsmanagements auf und stellen die Brücke zwischen der Patientenversorgung, Administration, Forschung und Informationstechnologie dar.“ Die vollständigen Handlungsempfehlungen des DVMD sind auf der Website des Verbands in einem Positionspapier zusammengefasst: https://dvmd.de/publikationen/positionspapiere-curricula/.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
dvmd
medizinisches-informationsmanagement
medizinische-dokumentare
corona
covid-19
gesundheitspolitik
gesundheitswesen
corona-statistik
epidemiologie
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
„Der Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin“ (DVMD e. V.) ist die Interessenvertretung für alle Berufsgruppen in der Dokumentation und im Informationsmanagement in der Medizin. Der 1972 gegründete Verband zählt derzeit rund 800 Mitglieder. Hauptziele des DVMD sind die Interessenvertretung und Öffentlichkeitsarbeit in allen Bereichen des Medizinischen Informationsmanagements, die Qualitätssicherung von Ausbildung und Studium in diesem Bereich, die Förderung der Aus-, Fort- und Weiterbildung, die regelmäßige Organisation von Fachtagungen sowie die Bildung von Kooperationen und Netzwerken. Fachöffentlichkeit und Mitglieder werden durch die Zeitschrift „Forum der Medizin_Dokumentation und Medizin_Informatik“ (mdi) informiert. Der Verband setzt sich für eine nationale und europaweite Harmonisierung der Ausbildung sowie für ein einheitliches Berufsbild ein.
Der Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin (DVMD) e.V.
Katharina Mai
Lobdengaustraße 13
69493 Hirschberg
Tel: 06201/4891884
dvmd(at)dvmd.de
www.dvmd.de
marketing teufel
Nicole Wünsch
Bergedorfer Schloßstr. 15
21029 Hamburg
Tel: 040/60535507
nicole.wuensch(at)marketingteufel.com
www.marketingteufel.com
Datum: 06.12.2021 - 16:13 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1946371
Anzahl Zeichen: 3900
Kontakt-Informationen:
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Meldungsart: Unternehmensinfos
Versandart: Veröffentlichung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 302 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"DVMD fordert stärkere Einbindung des medizinischen Informationsmanagements in die Gesundheitspolitik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
DVMD e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit Hilfe von medizinischen Registern lassen sich komplexe Krankheits- und Therapieverläufe über einen längeren Zeitraum systematisch abbilden. Fast 400 solcher Register sind derzeit beim BQS-Institut eingetragen; ein Großteil ohne gesetzliche Grundlage. Auf diese Weise können Behandlungsverfah
DVMD-Frühjahrssymposium mit Schwerpunkt „Medizinische Register“ ...
Das Tagungsprogram wird breit gefächert sein und einen hohen Praxisbezug aufweisen. Annett Müller, Vorsitzende des DVMD, verspricht einen umfassenden Überblick zum Thema medizinische Register und freut sich über die Auswahl der Referierenden: „Wir konnten hochkarätige Referentinnen und Refere
DVMD-Fachtagung zum Wandel im medizinischen Informationsmanagement ...
Nach einer langen und erfolgreichen Online-Eventreihe freut sich der Verband auf die erste größere Live-Veranstaltung, die vom 12 – 13. Mai 2022 im Penta Hotel in Leipzig stattfinden wird. Anlässlich des 50-jährigen Verbandsjubiläums hat der DVMD nicht nur ein breit gefächertes Informations-
Weitere Mitteilungen von DVMD e.V.
"Koch ein!" jetzt exklusiv in der ARD Mediathek (FOTO) ...
An die Redaktionen Medien, Service, Vermischtes "Koch ein!" jetzt exklusiv in der ARD Mediathek Das neue Videokochbuch des SWR für die ARD Mediathek / mit Spitzenkoch Timo Böckle aus Böblingen Spannendes Knowhow rund ums Einkochen und beste Unterhaltung - das ist das neue Servicefo
BPI bietet dem designierten Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und Unterstützung an ...
Anlässlich der Nominierung des Gesundheitspolitikers Prof. Dr. Karl Lauterbach als Gesundheitsminister sagt der BPI-Vorsitzende Dr. Hans-Georg Feldmeier: "Mit Prof. Karl Lauterbach übernimmt ein ausgewiesener Experte eines der derzeit zweifelsfrei wichtigsten Ressorts der Bundesregierung. A
Augenoptiker sind uneingeschränkt für ihre Kunden da (FOTO) ...
Auch in Pandemiezeiten ist die regelmäßige Überprüfung des Sehvermögens sowie die Versorgung mit Brillen, Kontaktlinsen oder vergrößernden Sehhilfen wichtig und unerlässlich. Augenoptiker und Optometristen sind wichtige Gesundheitsdienstleister. Sie hatten während der Lockdowns durchgehen
Asklepios Kliniken treiben den Wandel zum digitalen und integrierten Gesundheitskonzern voran: Dr. Benedikt Simon zum "Chief Officer Integrated and Digital Care" berufen (FOTO) ...
- In der Funktion eines Regionalgeschäftsführers verantwortet Dr. Simon neue Geschäftsfelder im Bereich Digitalisierung und Integrierter Versorgung sowie Corporate Health - Neue Asklepios-Führungskraft war zuvor Chief Development Officer bei den MEDIAN Kliniken und bringt Erfahrungen vom U




