Fachkräftemangel im Mittelstand durch Pflege Angehöriger / Pläne im Koalitionsvertrag verschärfen das Problem für Unternehmen
ID: 1952730
Der Bundesverband Deutscher Mittelstand begrüßt die guten Ansätze in der Pflegepolitik der neuen Bundesregierung. Leider ist es nicht der erhoffte große Schritt zur Gleichstellung von ambulanter und stationärer Pflege geworden. Insbesondere die Unterstützung der professionellen häuslichen Pflege durch Pflegedienste bzw. Anbieter von Betreuungs- und Entlastungsleistungen fehlt, denn immerhin werden mehr als 80 % der Menschen mit Pflegebedarf bereits ambulant versorgt, der überwiegende Teil davon ausschließlich durch Familie, Freunde und Bekannte. Außerdem werden Pflegesachleistungen und Entlastungsbetrag im Gegensatz zum Pflegegeld nicht erhöht oder dynamisiert. Gleichzeitig sollen Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetze auch mit Lohnersatzleistungen erweitert werden.
Karsten Junghans, Vorsitzender des Pflege-Arbeitskreises des Bundesverbandes Deutscher Mittelstand dazu: "Diese Pläne können Unternehmen vor große Probleme stellen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass Arbeitskräfte häufiger und länger durch die Übernahme häuslicher Pflege naher Angehörige ausfallen. Die Pläne im Koalitionsvertrag werden zu einer weiteren Verlagerung der ambulanten Pflege in den familiären Bereich führen. Wir erleben bereits heute, dass Pflegegeld und Leistungen aus der Verhinderungspflege Begehrlichkeiten wecken. Mehr als die Hälfte aller Pflegebedürftigen verzichtet bereits auf professionelle Dienste und nutzt die Pflegegeldzahlung. Die Folge sind vermehrte Arbeitszeitreduzierungen oder kompletter Ausstieg aus dem Beruf bei gleichzeitigem Verzicht auf professionelle Unterstützung durch Pflege- oder Betreuungsdienste. Der bereits jetzt vorhandene Fachkräftemangel im Mittelstand wird dadurch weiter verschärft."
Wir fordern daher eine Erweiterung und Entbürokratisierung der Leistungen professioneller, ambulanter Pflege-, Betreuungs- und Entlastungsdienstleister.
1. Die Pflegesachleistungen und der Entlastungsbetrag müssen ebenfalls dynamisiert werden.
2. Die Möglichkeit Sachleistungen auch für Betreuungs- und Entlastungsdienste zu nutzen (§45a Absatz 4 SGB XI) sollte von 40% auf 100% erhöht werden.
3. Die Zulassung von Angeboten zu niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsleistungen sollten bundeseinheitlich geregelt werden. Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, sollte vor allem privatwirtschaftlichen Unternehmen ein einfacherer und unbürokratischer Zugang ermöglicht werden. Derzeit landesrechtlich vorhandene bzw. geplante Preisobergrenzen müssen dabei aufgehoben werden.
"Nur ein ausreichendes Angebot professioneller Dienstleister kann die notwendige Vereinbarkeit von Berufstätigkeit mit der Pflege naher Angehöriger sicherstellen", so Karsten Junghans.
Der Bundesverband Deutscher Mittelstand (BM) wurde 1994 gegründet. Er ist Teil der Wir Eigentümerunternehmer-Verbandsgruppe und spricht zusammen mit dieser für ca. 30.000 mittelständische Unternehmen, Freiberufler und Selbständige in Deutschland.
Kontakt für Rückfragen:
Herr Stigler, Tel.: 089/57007-234
Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V. - BM - Wir Eigentümerunternehmer
Edelsbergstr. 8, 80686 München, Tel. 089/57007-0, Fax 089/57007260
e-mail: info@bm-mittelstand.de, www.bm-mittelstand.de
Original-Content von: Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V. - BM Wir Eigentümerunternehmer, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.01.2022 - 11:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1952730
Anzahl Zeichen: 3611
Kontakt-Informationen:
Stadt:
München
Kategorie:
Arbeit
Diese Pressemitteilung wurde bisher 317 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Fachkräftemangel im Mittelstand durch Pflege Angehöriger / Pläne im Koalitionsvertrag verschärfen das Problem für Unternehmen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V. - BM Wir Eigent (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Deswegen jetzt sofort: 1. Soweit wie irgendwie möglich runter mit Steuern, Abgaben und Umlagen auf Energie! 2. Soviel Atomstrom wie technisch machbar! 3. Alle eigenen Öl- und Gasquellen nutzbar machen! 4. Echten Wettbewerb auf dem Strommarkt schaffen! Ohne Energie kann man nichts schaff
Bundesverband Deutscher Mittelstand unterstützt Wachstumskurs und die "neue Agenda" der Bundesregierung ...
"Wir brauchen in Deutschland eine neue Agenda", hatte BM-Präsident Prof. Dr. Volker Römermann noch vor Kurzem in einem Appell an die künftigen Koalitionsparteien gefordert, und das unter der Überschrift "Wachstum wagen!". Der Bundesverband Deutscher Mittelstand stellt mit F
Weitere Mitteilungen von Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V. - BM Wir Eigent
mobivention: Corona 3G-Regel App für Arbeitgeber - ein erster Erfahrungsbericht (FOTO) ...
Am 24.11.01 ist die 3G-Regel am Arbeitsplatz verbindlich geworden - wie setzen Arbeitgeber diese neue Regel um - ein erster Erfahrungsbericht aus der Praxis. "Mit der kurzfristigen Einführung der neuen Gesetzeslage standen wir vor der Herausforderung, kurzfristig den 3G-Status unserer übe
Jobzuwachs in der Pflege: 1.400 neue Arbeitsplätze in Hamburg / bpa mahnt: Neue Hürden würden diese gute Entwicklung bremsen ...
In Hamburger Pflegeeinrichtungen sind innerhalb eines Jahres 1.400 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Das teilt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) auf Basis aktueller Zahlen der Bundesagentur für Arbeit mit. Der Bereich "Heime und Sozia
Flexible Büroräume für 2022 ...
Flexible Büroräume sind laut ShareSpace, dem hochmodernen Office Marketplace auf dem Vormarsch. Jahrelang war die Anmietung von Büroräumen ein mühsamer und fragmentierter Prozess mit persönlichen Treffen, Besichtigungen und langwierigen Verhandlungen. Das polnische Start-up ShareSpace hat di
Pflege in Brandenburg: Mehr als 5 Prozent Stellenzuwachs in einem Jahr / bpa fordert Erleichterungen bei der Ausbildung, um notwendigen Jobzuwachs fortsetzen zu können ...
Die Pflege treibt weiterhin die Beschäftigung in Brandenburg. Das stellt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) auf Grundlage aktueller Zahlen der Bundesagentur für Arbeit fest. Demnach stieg die Beschäftigung im Bereich "Heime und Sozialwesen", der vor allem




