Linken-Präsidentschaftskandidat Trabert wirft Steinmeier mangelnde Verantwortung für sozial Benachteiligte vor
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Der Präsidentschaftskandidat der Linken, Gerhard Trabert, hat dem amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier fehlende Nähe zu den Bedürftigen der Gesellschaft vorgeworfen. Aus seiner langjährigen Erfahrung und durch den direkten Kontakt mit von Armut betroffenen Menschen in Deutschland - Obdachlosen, Geflüchteten, Arbeitslosen - wisse er um die Bedürfnisse dieser Menschen. "Seit über 30 Jahren bin ich an der Basis von Menschen, die ausgegrenzt und sozial isoliert sind", sagte Trabert im phoenix-Interview. Diesen direkten Kontakt vermisse er bei vielen Politikern. "Das vermisse ich auch bei der Amtszeit von Herrn Steinmeier. Er hätte meines Erachtens mehr auch auf die Situation dieser Menschen, gerade unter Corona-Bedingungen, hinweisen müssen", so der Mainzer Arzt und Professor für Sozialmedizin. Er warf dem politischen Berlin vor, bestimmte Themen zu wenig zu diskutieren und zu reflektieren. Den Bundespräsidenten sehe er daher auch in der Verpflichtung, immer wieder auf diese Themen hinzuweisen. "Ich finde, ein Präsident ist der Hüter des Grundgesetzes, der Menschenrechte. Und Menschenrechte werden meines Erachtens immer häufiger in Demokratien vernachlässigt und verletzt." Es sei nicht zu akzeptieren, wie von Armut betroffene Menschen in Deutschland leben und Menschen im Mittelmeer sterben müssten. "Deutschland, als eines der reichsten Länder, hat hier eine Verantwortung, Akzente zu setzen und eine staatliche Seenotrettung zu organisieren, beziehungswiese die zivile Seenotrettung zu unterstützen", appellierte Trabert. "Das kam und kommt mir einfach zu kurz, auch bei Herrn Steinmeier."
Trabert sei sich der großen Verantwortung, die mit dem Amt verbunden ist, durchaus bewusst. Entscheidend für seine Zusage sei letztendlich die Überzeugung gewesen: "Du musst diese Chance wahrnehmen, für Menschen als Fürsprecher zu agieren, auf deren Situation immer wieder hinzuweisen, die in der politischen und öffentlichen Diskussion einfach zu wenig gehört und berücksichtigt werden." Es gehe bei seiner Person immer auch um das Thema soziale Benachteiligung und Menschen am Rande unserer Gesellschaft. "Ich möchte diese Kandidatur nutzen, um ein Plädoyer für mehr soziale Gerechtigkeit zu vermitteln." Die Erhöhung des Hartz-IV-Satzes um drei Euro sei in seinen Augen "ein Skandal".
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Datum: 11.01.2022 - 13:46 Uhr
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