Oberbayern: Wolf GW2425m soll sterben (FOTO)
ID: 1954119

(ots) -
Bayern hat einen "Problemwolf": Den wohl aus Italien stammenden Wolf GW2425m. Der streift seit etwa fünf Wochen durch die oberbayerischen Landkreise Rosenheim, Traunstein und das Berchtesgadener Land. Dort schreibt man ihm "die Mehrzahl" der Risse von insgesamt drei Hirschen, zwei Ziegen und zwei Schafen zu, zuletzt habe er am 19. Dezember Beute gemacht. Ziegen und Schafe hatten sich nachts auf ungesicherten Grundstücken in der Nähe von Höfen oder Ortschaften befunden. Am 15. Dezember wurde zudem ein Wolf im Ortszentrum der Gemeinde Bergen gesichtet.
Die Regierung von Oberbayern hat nun - wohl auch auf Druck des von Michaela Kaniber (CSU) geführten Landwirtschaftsministeriums - verfügt, den Wolf unverzüglich zu "entnehmen" - also durch Jagdausübungsberechtigte töten zu lassen. Regierungspräsidentin Maria Els begründet den Ausnahmezustand damit, dass von diesem Wolf in Zukunft eine Gefährdung von Menschen ausgehen kann. Zeitungsberichten zufolge befinden sich in den genannten Gebieten wohl weitere Wölfe. Wie eine Identifizierung von GW2425m vorgenommen werden kann, bleibt offen.
Die regionalen Naturschutzverbände LBV und Bund Naturschutz lehnen die Entscheidung ebenso ab wie die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe. "Wenn ungeschützte Nutztiere in relativer Nähe zur Bebauung gehalten würden, werde ein Wolf diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Von einer Habituierung ("Gewohnheit") und einer daraus resultierenden Gefährdung von Menschen könne mit einer solchen Begründung nicht ausgegangen werden."
Die Erteilung der artenschutzrechtlichen Ausnahme zur Tötung des Wolfes stützt ausschließlich auf § 45 Abs. 7 Satz 1 Nr. 4 BNatSchG (Gesundheit des Menschen und öffentliche Sicherheit), nicht auf mögliche "ernste wirtschaftliche Schäden". Eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen und die öffentliche Sicherheit ist aufgrund der Einzelereignisse u.E. allerdings nicht ersichtlich. Der LBV berichtet, dass der Wolf bei einer einzigen Begegnung mit Menschen unverzüglich geflüchtet sei. Das ist das normale Verhalten von Wölfen. Wildtierschutz Deutschland hält die Ausnahme für nicht nachvollziehbar begründet und für unverhältnismäßig.
Hier nun ein bayerisches Exempel zu statuieren, ist Ausfluss des durch Weidetierhalter aufgebauten Drucks auf die Kommunal- und die Landespolitik. Die CSU will ein Zeichen setzen und die Gemüter beruhigen. Dabei geht weniger um die irrationale Gefahr eines Übergriffs auf Menschen, als vielmehr um die Bedenken hinsichtlich möglicher wirtschaftlicher Schäden von Weidetierhaltern. Zwischen 2002 und 2020 gab es einer aktuellen Studie zufolge (NINA Report No. 1944, John D. C. Linnell et. al) in Europa und Nordamerika insgesamt lediglich zwei Todesfälle durch Wölfe und 11 Vorfälle mit Verletzungen. Verständlich ist vielleicht die Angst um die Almwirtschaft. Aber auch hier sollte es Lösungen für ein Miteinander mit dem Wolf geben. Italien, Slowenien, Rumänien machen es uns vor.
+++
Allgemeinverfügung zur Entnahme des Wolfes in Oberbayern inkl. Begründung (https://www.regierung.oberbayern.bayern.de/presse/aktuelle_meldungen/2022/am01/)
Weitere Infos: Wölfe in Deutschland (https://www.wildtierschutz-deutschland.de/wildtierblog/categories/wildtiere/w-c3-b6lfe-in-deutschland)
Über Wildtierschutz Deutschland e.V.:
Wildtierschutz Deutschland wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem gegen tierquälerische Jagdmethoden ein und für eine Reduzierung der jagdbaren Arten auf die Tierarten, für die ein vernünftiger Grund zur Bejagung im Sinne des Tierschutzgesetzes besteht. Außerdem engagiert sich der Verein für die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von in Not geratenen Wildtieren.
Mitbegründer des www.aktionsbuendnis-fuchs.de
Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT)
Pressekontakt:
Lovis Kauertz | Wildtierschutz Deutschland e.V.
T. 0177 72 300 86 | lk@wildtierschutz-deutschland.de
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.facebook.com/wildtierschutz
Über Wildtierschutz Deutschland e.V.: Wildtierschutz Deutschland
wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem gegen tierquälerische
Jagdmethoden ein und für eine Reduzierung der jagdbaren Arten auf die
Tierarten, für die ein vernünftiger Grund zur Bejagung im Sinne des
Tierschutzgesetzes besteht. Außerdem engagiert sich der Verein für
die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von in Not geratenen
Wildtieren.
Mitbegründer des www.aktionsbuendnis-fuchs.de
Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht
(DJGT)
Original-Content von: Wildtierschutz Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.01.2022 - 07:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1954119
Anzahl Zeichen: 4974
Kontakt-Informationen:
Stadt:
München
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 336 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Oberbayern: Wolf GW2425m soll sterben (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Wildtierschutz Deutschland e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Wildtierschutz Deutschland: Landesregierung in Wiesbaden plant Wolfsjagd ohne wissenschaftliche Grundlage Mit scharfer Kritik reagiert Wildtierschutz Deutschland auf den von der Hessischen Landesregierung veröffentlichten Wolfsmanagementplan. Nach Auffassung der Naturschutzorganisation verstößt
Rehkitz-Rettung: Wildtierschutz Deutschland veröffentlicht bundesweites Verzeichnis mit Drohnenteams ...
Zur aktuellen Hauptsaison der Mahd bietet Wildtierschutz Deutschland Landwirten und Freiwilligen aus Tierschutz und Jagd eine zentrale Anlaufstelle: Ein umfassendes bundesweites Verzeichnis für Rehkitz-Rettungsteams ist ab sofort online verfügbar. Die Datenbank ermöglicht die gezielte Suche nach
Größte Mehlschwalbenkolonie Deutschlands am AKW Biblis in Südhessen vor dem Aus ...
Recherchen von Wildtierschutz Deutschland belegen, dass die vom Kreis Bergstraße und von RWE als CEF-Maßnahmen installierten Schwalbentürme in Biblis ungeeignet sind: Auf den feuchten Rheinwiesen bildet sich Schimmel an den Nestern, Prädation und Hitze behindern die Aufzucht in den Schwalbenhäu
Weitere Mitteilungen von Wildtierschutz Deutschland e.V.
Deutsche Umwelthilfe unterstützt Tübinger Mehrweg-Kurs und zeigt, wie McDonald's in Deutschland mit Einweg-Müllbergen den Klimaschutz hintertreibt ...
- Während der Fastfood-Marktführer in Deutschland gegen Umweltvorschriften kämpft, präsentiert die DUH, wie der Konzern in anderen Ländern Mehrweg einsetzt - DUH unterstützt Ansatz des Tübinger Oberbürgermeisters Palmer, durch eine kommunale Verpackungssteuer Einweg-Verpackungen durch
Mehr als 500.000 Stimmen für dauerhaftes Böllerverbot: Aktionsbündnis aus Umwelt-, Tierschützern und Ärzten übergibt Petition an Innenministerin Faeser ...
- 540.464 Unterschriften aus bundesweiten und lokalen Petitionen - DUH fordert neue Innenministerin Faeser auf, die 1. Sprengstoffverordnung zu ändern und private Böllerei an Silvester künftig vollständig zu verbieten - DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch betont, dass bereits zwei
Gestaltung einer zirkuläreren Zukunft für die Elektro- und Elektronikindustrie ...
Als innovativer Vorreiter in Sachen nachhaltiger Polymere revolutioniert Covestro die Art, wie technische Kunststoffe in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie hergestellt und konsumiert werden. Von der Bereitstellung nachhaltiger Produkte über die Förderung zirkulärer Designkonzepte bis h
Fuchsjagd: Gesetzgeber duldet die Tötung der zur Aufzucht erforderlichen Elterntiere (FOTO) ...
Inmitten der Paarungszeit der Füchse und während der ersten Vollmondnächte im Dezember beginnen deutschlandweit die sogenannten Fuchswochen. Ziel dieser bis teilweise in den März andauernden Jagdevents, bei denen auch etliche revierlose Jagdausübungsberechtigte zum Schuss kommen, ist es, mög




