Cloud und kein Ende: Auch Versicherer gehen verstärkt diesen Schritt
Im Unterschied zu anderen Branchen hat die Versicherungswirtschaft in der Vergangenheit die Cloud nur zögerlich genutzt. Cloud-Software wurde zwar für Bereiche wie CRM (Customer Relationship Management), Rechnungswesen oder Finanzbuchhaltung eingesetzt, nicht aber für die Kernprozesse einer Versicherung. Bei Lebens-, Renten-, Kranken- und Sachversicherungen kamen Cloud-Lösungen nur vereinzelt ins Spiel. Doch auch hier ist eine Trendumkehr zu erkennen. In den USA beispielsweise wird bereits ein Großteil aller neuen Versicherungslösungen in der Cloud betrieben. Auch europäische Versicherer werden verstärkt diesen Weg gehen müssen. Fadata nennt vier Faktoren, die die Cloud-Nutzung forcieren.
1. Schnelle Produkteinführung
Der starke Wettbewerbsdruck zwingt Versicherer, neue Produkte und Services schnell zu entwickeln und bereitzustellen. Die ideale Basis hierfür sind Cloud-Plattformen und -Technologien, die eine hohe geschäftliche Agilität und Flexibilität ermöglichen. Auch von der Skalierbarkeit der Cloud profitieren die Versicherer, da sich ihr Geschäft vielfach dynamisch entwickelt – verbunden mit einer Veränderung der Lastprofile nach der initialen Dimensionierung. Außerdem gehört die IT nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen von Versicherern. Ihre Verlagerung in die Cloud schafft ihnen somit Freiräume für die Konzentration auf die eigentlichen Geschäftsfelder.
2. Optimale Datennutzung
Ein Grundproblem der meisten Versicherungsunternehmen ist, dass nach Erfahrungswerten von Fadata rund 80 Prozent aller Daten ungenutzt auf Servern liegen. Eine umfassende Datenverwertung würde Versicherer auch in die Lage versetzen, neue Produkte und Services zu entwickeln und anzubieten. Die Voraussetzung dafür sind Big-Data-Analytics-Anwendungen. Aufgrund der Komplexität und des Datenvolumens führt bei Big Data an der Nutzung von Cloud-Ressourcen praktisch kein Weg vorbei – etwa hinsichtlich Storage, Datenbanken oder Analysefunktionen.
Big Data Analytics unterstützt zudem nicht nur die intelligente Verwendung eigener Versicherungsdaten und -analysen, sondern auch ihre Verknüpfung und Verfeinerung mit allgemeinen Informationen zu Demografie oder externen Trends. Auf dieser Basis kann ein Versicherer deskriptive, prädiktive und auch präskriptive Analysen durchführen, die für die individuelle Kundenansprache nutzbar sind.
3. ML-Einsatz
ML (Maschinelles Lernen) wird in der Versicherungsbranche eine immer wichtigere Rolle spielen. Mit ML-Unterstützung können Angebote für Kunden optimiert, Betrugsfälle aufgedeckt, die Genauigkeit bei Schadensregulierungen verbessert und letztlich auch die Mitarbeiterproduktivität erhöht werden. Zudem trägt ML zu einer Steigerung der Kundenzufriedenheit durch die schnellere Bearbeitung von Anträgen und Schadensmeldungen bei. ML-Technologien werden somit verstärkt in Kernversicherungssysteme eingebunden werden, da sie bessere Entscheidungen in komplexen, zeitkritischen Umgebungen ermöglichen und kritische Versicherungsgeschäftsprozesse sicher und mit einem hohen Automatisierungsgrad unterstützen.
Eine Herausforderung besteht darin, dass ML-Modelle nach der Inbetriebnahme kontinuierlich gewartet werden müssen. Für ein Unternehmen bedeutet das einen erheblichen Aufwand. Eine produktive Nutzung von ML-Modellen stellt dabei der MLOps-Ansatz sicher, der ML, Softwareentwicklung und Betrieb (Operations) umfasst. Zwar kann ein Versicherer für MLOps auch eine On-Premise-Lösung verwenden, aber aufgrund der Komplexität bietet sich der Betrieb eines ML-Frameworks in der Cloud an.
4. Ökosystem-Nutzung
Cloud-Plattformen bieten Versicherungsunternehmen die Möglichkeit, digitale Ökosysteme zu nutzen. Damit können sie ihre eigenen Versicherungsangebote mit den Services und Leistungen anderer Dienstleister verknüpfen – etwa auch von Insurtechs. Mittels solcher Ökosysteme sind auch neue Kundensegmente einfacher und schneller adressierbar. Ohne die Cloud, mit der Versicherer über offene Schnittstellen innovative Technologien integrieren und zusammen mit Partnern flexibel auf Daten zugreifen können, sind derartige Serviceerweiterungen nur schwer zu realisieren. Darüber hinaus kann die Ökosystem-Nutzung für Versicherungsunternehmen ein wichtiger Schritt sein, das Geschäft zu modernisieren und die Legacy-Transformation voranzutreiben.
„Alle Wertschöpfungsprozesse von Versicherungen können letztlich in einer Cloud-Lösung abgebildet werden. Aufgrund der unbestreitbaren Cloud-Vorteile wird deshalb auch kein Versicherer mehr den Cloud-Ansatz ignorieren können“, betont Dr. Eike Schmidt, Chief Technology & Product Officer von Fadata. „Der Digitalisierungsdruck, vor dem die Versicherungsbranche steht, wird die Cloud-Nutzung ohnehin zusätzlich vorantreiben.“
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die Fadata-Gruppe ist ein führender Anbieter von Softwarelösungen für Versicherungsunternehmen weltweit. Mit den Lösungen von Fadata bleiben Versicherer in der digitalen Wirtschaft wettbewerbsfähig, indem sie Prozesse implementieren, die für eine schnellere und effizientere Verbindung mit ihren Kunden und Vertriebspartnern erforderlich sind.
Fadata wurde von den Analysten von Gartner und Celent als marktführender Lösungsanbieter eingestuft und hat Kunden in über 30 Ländern in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und Lateinamerika. Fadata hat seinen Hauptsitz in München und verfügt über ein umfangreiches internationales Netzwerk an Vertriebs- und Implementierungspartnern.
Zu den Anteilseignern von Fadata gehören The Riverside Company, eine globale Private-Equity-Firma, und Charles Taylor plc. mit Sitz in London, ein globaler Anbieter von Versicherungsdienstleistungen.
Weitere Informationen unter www.fadata.eu
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Datum: 02.02.2022 - 12:05 Uhr
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