Ein Mediziner erzählt: Mit der fliegenden Intensivstation ukrainische Patienten retten (FOTO)
ID: 1974473

(ots) -
Am 20. April hat die Bundeswehr erneut verletzte und erkrankte Personen aus der Ukraine in Polen aufgenommen und nach Deutschland geflogen. Unter den 21 Patientinnen und Patienten befinden sich auch mehrere verletzte Kinder. Mit an Bord des A310 MedEvac-Flugzeuges war Oberfeldarzt Dr. Jochen Liebler.
Der Facharzt für Anästhesie am BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz ist ein erfahrener Notfallmediziner. Insgesamt 15 Auslandseinsätze, darunter zehn Mal in Afghanistan, hat der Mediziner bereits für die Bundeswehr absolviert. Doch dieser Patiententransport war für Liebler trotz seiner Erfahrung etwas Besonderes. "Im Normalfall fliegen wir ja Soldaten. Aber diesmal hatten wir auch Kinder an Bord. Das jüngste war gerade einmal zehn Monate", erzählt Liebler.
Guter Start
Die Nähe zum Krieg und seine schrecklichen Auswirkungen waren für ihn dort nah und sichtbar. Die Verletzungsmuster reichten von Explosions- und Amputationsverletzungen bis hin zum Schädel-Hirn-Trauma. Ich gehörte zu den Sichtungsteams in Polen. "Als ich die ersten Autos öffnete und mich die Patienten, insbesondere die Kinder, angelächelt haben, war das schon einmal ein guter Einstieg." Für die medizinische Betreuung der 21 Patientinnen und Patienten waren zwei Anästhesieteams aus den Bundeswehrkrankenhäusern Koblenz und Ulm an Bord. Ein ziviler Kinderarzt, Notfallsanitäter aus den Sanitätsregimentern und den regionalen Sanitätseinrichtungen verstärkte die medizinische Crew.
Kuscheltiere und Süßigkeiten sorgen für gute Stimmung
Trotz der vermutlich traumatisierenden Erlebnisse empfand Liebler die Stimmung an Bord als ausgesprochen positiv. "Wenn es den Kindern gut geht, freuen sich auch die Erwachsenen", so Liebler. Besonders gut kamen die Kuscheltiere, Süßigkeiten und Cola bei den Kindern an. Diese organisierte die fliegerische Besatzung des A310 im Vorfeld des Fluges.
Zurück in Köln endete für alle Beteiligten ein langer Tag. Für Liebler ging es von Köln direkt wieder zurück nach Koblenz. Schließlich geht es für ihn am nächsten Morgen nach Dienstplan im BundeswehrZentralkrankenhaus weiter. Auch hier warten wieder Patientinnen und Patienten auf ihn.
Hintergrund:
Die Patientinnen und Patienten des Fluges werden nach dem sogenannten Kleeblattkonzept verteilt, welches Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt haben. Im Auftrag des Bundes nimmt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Hilfegesuche der Ukraine oder Anrainerstaaten über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union (UCPM) auf.
Zusätzlich zu den fünf bestehenden Kleeblattregionen in Deutschland ist das BBK im Rahmen des Ukraine-Krieges als sechstes Kleeblatt etabliert worden und vermittelt nun direkt Patientinnen und Patienten aus der Ukraine. Die Verteilung der Patientinnen und Patienten auf Krankenhäuser in den fünf Kleeblättern erfolgt anschließend gemeinsam mit den Kleeblattpartnern.
Weitere Informationen zum Sanitätsdienst der Bundeswehr finden Sie hier:
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/sanitaetsdienst
Pressekontakt:
Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr
Telefon: 0261 896 13103
pizsanitaetsdienst@bundeswehr.org
Original-Content von: Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.04.2022 - 10:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1974473
Anzahl Zeichen: 3577
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Koblenz/Köln
Kategorie:
Bundeswehr
Diese Pressemitteilung wurde bisher 327 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ein Mediziner erzählt: Mit der fliegenden Intensivstation ukrainische Patienten retten (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Presse- und Informationszentrum des Sanit (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
"Die infizierte Lunge in 2D3D" - unter diesem Namen starteten das Bundeswehrkrankenhaus Berlin und die Kliniken für Pneumologie und Infektiologie der Charité ein gemeinsames Forschungsvorhaben. Dabei geht es um im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen, verursacht durch Erreger, die
Krahnenberg-Kaserne Andernach / Wiege der Bundeswehr zum "Ort der Demokratiegeschichte" ernannt (FOTO) ...
Am 4. November fand in der Andernacher Krahnenberg-Kaserne eine Zeremonie zur Enthüllung der Stiftungsplakette "Ort der Demokratiegeschichte" statt. Der akademischen Feierstunde an der "Wiege der Bundeswehr" wohnten geladene Persönlichkeiten aus Politik und Bundeswehr bei. A
Wiege der Bundeswehr als Ort der Demokratiegeschichte ausgezeichnet ...
Am 4. November 2022 wird die Erinnerungsstätte "Wiege der Bundeswehr" in der Andernacher Krahnenberg-Kaserne offiziell in den Kreis der Orte der Demokratiegeschichte aufgenommen. Diese hohe Auszeichnung wird durch den Vertreter der Arbeitsgemeinschaft "Orte der Demokratiegesellscha
Weitere Mitteilungen von Presse- und Informationszentrum des Sanit
Cold Response: Einsatzgruppenversorger "Berlin" von multinationalerÜbung zurück (FOTO) ...
Am Donnerstag, den 14. April 2022 um 10 Uhr, lief der Einsatzgruppenversorger (EGV) "Berlin" in seinen Heimathafen Wilhelmshaven ein. Die "Berlin" war Teil der multinationalen Übung Cold Response, wo rund 30.000 Soldatinnen und Soldaten aus 27 Nationen mit 50 Schiffen und Boot
Experten für das Krisenmanagement in NRW aus der Sanitätstruppe der Bundeswehr tagen erstmalig in Rheine. (FOTO) ...
Gute Kommunikation ist die Grundlage für gute Zusammenarbeit. So kann man einender wichtigsten Punkte der ersten Tagung in der Theodor-Blank-Kaserne am08.04.22 und 09.04.22 benennen. Über 40 Reservedienstleistende der Kreisverbindungskommandos(KVK) und Bezirksverbindungskommandos (BVK) aus Nordr
Cold Response: "Bad Bevensen" kehrt vom Großmanöver am Polarkreis zurück (FOTO) ...
Am Samstag, den 9. Februar 2022 um 10 Uhr, lief das Minenjagdboot "Bad Bevensen" in seinem Heimathafen Kiel ein. Das zum 3. Minensuchgeschwader gehörende Boot nahm an der multinationalen Übung Cold Response teil, wo rund 30.000 Soldatinnen und Soldaten aus 27 Nationen mit 50 Schiffen u
Haase/Gädechens: Bewaffnete Drohnen kommen ...
Ampel-Zustimmung wird mit Misstrauenserklärung gegenüber Bundeswehr verbunden Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages wird voraussichtlich in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch der 25 Millionen Euro-Vorlage zur Bewaffnung der "German-Heron TP" zustimmen. Die Zustimmung der




