Grüner Wasserstoff als Schlüssel für chemische Industrie: Covestro wird Stiftungsmitglied von H2G

Grüner Wasserstoff als Schlüssel für chemische Industrie: Covestro wird Stiftungsmitglied von H2Global

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(ots) -

Ob Zertifizierungsthemen oder Supply-Chain: Die Bedürfnisse der Anwender von grünem Wasserstoff müssen künftig mehr berücksichtigt werden, um die grüne Energiewende in Deutschland ganzheitlich voranzubringen. Aus diesem Grund tritt das Polymer-Unternehmen Covestro als einer der ersten Endverbraucher der H2Global-Stiftung bei. Für das Unternehmen ein weiterer Schritt zur Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und mehr Praxis.

Die H2Global-Stiftung positioniert sich immer breiter, um den Markthochlauf von grünem Wasserstoff in Deutschland und Europa nachhaltig zu beschleunigen. Nachdem in den vergangenen Wochen mehrere prominente Stifter aus den Bereichen Energieproduktion, Vertrieb oder Finanzierung der Stiftung beigetreten sind, hat sich jetzt das international tätige Polymerunternehmen Covestro (15,9 Mrd. Euro Umsatz, 17.900 Mitarbeiter, über 50 Standorte weltweit) der Stiftung angeschlossen. Auch die Regierung steht klar hinter dem Vorhaben der Stiftung: Das Bundesministerium für Wirtschaft- und Klimaschutz (BMWK) fördert die künftige Bereitstellung von grünem Wasserstoff durch die Initiative mit 900 Millionen Euro.

H2Global-Vorstand Markus Exenberger: "Die jüngsten Stiftungsbeitritte aus der Industrie sind ein klares Bekenntnis der Wirtschaft, einen aktiven Beitrag zum globalen Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Seit dem Ukraine-Krieg ist die Energiewende darüber hinaus von einem energiepolitischen Thema zu einem Thema der Sicherheitspolitik, der Unabhängigkeit und der Werte geworden. Immer mehr Wirtschaftslenker wollen die langfristigen Weichen für mehr Nachhaltigkeit jetzt stellen und aktiv gestalten."

"Covestro richtet sich vollständig auf die Kreislaufwirtschaft aus und hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2035 operativ klimaneutral zu werden. Grünem Wasserstoff kommt hierbei eine entscheidende Rolle als Rohstoff und Energieträger für die chemische Produktion zu. Zugleich ist absehbar, dass wir zur Deckung des wachsenden Bedarfs an grünem Wasserstoff internationale Partnerschaften schließen und entschieden den Ausbau von Import- und Transportinfrastrukturen vorantreiben müssen. Daher haben wir entschieden, der Stiftung H2Global beizutreten", sagt Dr. Klaus Schäfer, Technologievorstand von Covestro.



Mit dem Beitritt zur H2Global-Stiftung verfolgt Covestro neben umweltpolitischen auch inhaltliche Ziele. "Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ist eine Mammutaufgabe. Wir müssen für den Aufbau von Produktionskapazitäten sorgen, passende Infrastruktur etablieren und zugleich den Verbrauch stimulieren, um die gewünschten Skaleneffekte zu erreichen und grünen Wasserstoff wettbewerbsfähig zu machen. Durch die Arbeit der Stiftung und unseren Beitrag können wir hier wichtige Impulse setzen und die Perspektive der Endverbraucher beim Markthochlauf einbringen", so Schäfer. Ein Beispiel sind rechtlich bindende Zertifizierungen als Grundlage für Lieferungen. Ein anderes Thema sei die optimale Umsetzung der physischen Supply-Chain beim Transport des wertvollen Moleküls und seiner Derivate wie grünem Ammoniak.

Für Covestro ist der Stiftungsbeitritt zudem ein Baustein der Anfang März 2022 angekündigten firmeneigenen Klimaziele, bis 2035 in den Scopes 1 und 2 klimaneutral zu sein. Dafür will das Unternehmen allein bis 2030 zwischen 250 bis 600 Millionen Euro investieren. Im Januar 2022 hat Covestro bereits eine Absichtserklärung für die Lieferung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten mit der australischen Fortescue Future Industries unterzeichnet. Ziel ist die Lieferung von bis zu 100.000 Tonnen grüner Wasserstoffäquivalente pro Jahr, wodurch Covestro seine indirekten Treibhausgasemissionen um bis zu 900.000 Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren könnte.

Die Dekarbonisierung der globalen Wirtschaft gehört zu den vordringlichsten Aufgaben, wenn es um die Erreichung der international vereinbarten Klimaschutzziele geht. Auf dem Weg zur Klimaneutralität kommt grünem Wasserstoff eine Schlüsselposition zu. Noch allerdings können grüner Wasserstoff und seine Derivate weder in Deutschland noch in Europa in ausreichender Menge oder zu wettbewerbsfähigen Bedingungen bereitgestellt werden. Neben dem Aufbau einer starken inländischen Produktionslandschaft spielen deshalb Importe sowohl aus Europa als auch aus dem nicht-europäischen Ausland eine wichtige Rolle. Um den internationalen Markthochlauf anzukurbeln, muss also grüner Wasserstoff eingekauft werden - zu Preisen, die aktuell noch deutlich über jenen für umweltschädliche fossile Brennstoffe liegen. Hier setzt die Stiftungsidee hinter dem Förderprogramm von H2Global an: Ein Intermediär auktioniert grünen Wasserstoff und Derivate zu einem möglichst günstigen Preis und verkauft diesen anschließend in Deutschland und Europa an den Höchstbietenden. Der voraussichtlich anfallende negative Differenzbetrag kann durch den Förderzuschuss des BMWK ausgeglichen werden.

Immer mehr namhafte Unternehmen positionieren sich hinter den Plänen der neuen Bundesregierung für eine umfassende grüne Energiewende wie E.ON, Siemens, Thyssenkrupp, Uniper oder die Deutsche Bank.

Über H2Global

Ziel der H2Global-Stiftung ist die Förderung des Klima- und Umweltschutzes. Ein Element zur Erreichung des Stiftungszwecks ist die Erprobung eines effizienten Förderprogramms für einen zeitnahen Markthochlauf und Import von grünem Wasserstoff und Power-to-X-Produkten (PtX). Der Fördermechanismus ermöglicht erstmalig einen wirtschaftlichen, nachhaltigen Betrieb von PtX-Anlagen und erlaubt somit den nun erforderlichen industriellen Markthochlauf. Damit unterscheidet sich H2Global von bisherigen Investitionsförderprogrammen, die in erster Linie eine Investitionssubventionierung leisten, um PtX-Technologien zu entwickeln und zu erproben. Zur effizienten und marktwirtschaftlichen Förderung des Hochlaufs einer grünen Wasserstoffwirtschaft erfolgt im Rahmen von H2Global die Preisfindung über ein Doppelauktionsmodell. Der niedrigste Angebotspreis und der höchste Verkaufspreis erhalten jeweils den Zuschlag. So fällt die auszugleichende Preisdifferenz so gering wie möglich aus. Durch eine Fristendivergenz bei den Ankaufs- und Verkaufsverträgen kann der Intermediär auch von möglichen Preissteigerungen der verkauften Produkte profitieren - dies verringert den Bedarf an staatlicher Förderung und ist somit potentiell deutlich effizienter als bisherige Förderinstrumente. Der Ankauf von grünem Wasserstoff und wasserstoffbasierten PtX-Produkten schließt eine Lieferung nach Deutschland mit ein. Weitere Kriterien bei dem Zuschlag für den Aufkauf des grünen Wasserstoffs und dessen Derivate sind unter anderem von der Bunderegierung definierte Nachhaltigkeitsanforderungen und der Reifegrad der Projekte.

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