Niedersachsen: Breites Bündnis macht sich für Erhalt von kostenlosen Corona-Bürgertests stark
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Niedersachsen: Breites Bündnis macht sich für Erhalt von kostenlosen Corona-Bürgertests stark
Ärztekammerpräsidentin Wenker: "Von Entspannung kann keine Rede sein" - Land auch für Fortführung, aber gegen Übernahme der Kosten
Hannover. In Niedersachsen formiert sich nach Recherchen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) breiter Widerstand gegen die Abschaffung kostenloser Corona-Bürgertests. Die Verordnung, die die Finanzierung durch den Bund regelt, läuft nach jetzigem Stand am 30. Juni aus.
Allen voran warnt Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker die Bundesregierung vor dem Auslaufen des kostenlosen Testangebotes. "Die Bürgertests müssen auch weiterhin vom Bund finanziert werden. Die Sommerwelle baut sich gerade auf. Von Entspannung kann keine Rede sein", macht Wenker in der NOZ deutlich. Hoffnung alleine ersetze noch keine klugen politischen Präventionsmaßnahmen. "Wie wollen wir die Infektionsdynamik und potenzielle Überlastung des Gesundheitswesens und aller dort Beschäftigten im Blick behalten, wenn wir uns dieser fundamentalen Datenbasis nicht mehr bedienen können?", sagt die Medizinerin und bekommt Unterstützung vom Marburger Bund. "Gerade mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen hoffen wir sehr, dass diese Entscheidung revidiert wird", fügt Stephanie Hübner, Sprecherin des Landesverbandes Niedersachsen der Ärztevereinigung, hinzu.
Auch das Land Niedersachsen macht sich für eine Verlängerung der Bürgertests stark. "Ich halte es für einen klugen Ansatz, bis auf Weiteres kostenlose Tests für all diejenigen zur Verfügung zu stellen, die sich freiwillig testen möchten", erklärt Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), erteilt einer Übernahme der Kosten durch die Länder allerdings eine klare Absage: "Wir sehen die Finanzierung der Bürgertest auch weiterhin ganz klar als Bundesaufgabe. Wir sind in die Abrechnung der Tests bis dato überhaupt nicht eingebunden und könnten diese Aufgabe so kurzfristig weder personell noch finanziell schultern."
Die Diakonie in Niedersachsen ist ebenfalls in Sorge. Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke sagt: "Das Auslaufen der kostenlosen Bürgertests hat im letzten Herbst zu einer hohen Dunkelziffer der Erkrankungen geführt und die Pandemie verschärft. Das darf sich nicht wiederholen."
Der Sozialverband Deutschland (SoVD), Landesverband Niedersachsen, hält das drohende Bürgertest-Aus für "nicht nachvollziehbar und gefährlich". Schnelltests schafften zusätzliche Sicherheit und seien "unbedingt notwendig", um die bisherigen Lockerungen zu flankieren.
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Datum: 17.06.2022 - 01:00 Uhr
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