Wärmepumpen-Gipfel: Deutsche Umwelthilfe fordert konkrete Maßnahmen für Markthochlauf statt heißer Luft in einer Absichtserklärung
ID: 1990956
- Heutiger Wärmepumpen-Gipfel droht Placebo-Veranstaltung zu werden: Statt konkreter gesetzlicher Maßnahmen sind nur Absichtserklärungen zu erwarten
- DUH fordert verbindliche gesetzliche Verankerung für den Markthochlauf der Wärmepumpe und kritisiert fehlende Beteiligung von Umweltverbänden
- DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz: "Warme Worte machen noch kein warmes Wohnzimmer."
Zum heutigen Wärmepumpen-Gipfel kommt die Bundesregierung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Verbänden zusammen, um Antworten auf den bisher schleppenden Markthochlauf der Heiztechnologie zu finden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bewertet die Initiative angesichts des hohen Handlungsdrucks für die Gasreduktion grundsätzlich positiv. Allerdings droht der Gipfel zu einer reinen Placebo-Veranstaltung zu werden: Trotz gutem Willen mangelt es an konkreten Änderungen des rechtlichen Rahmens, der den Einsatz die der Wärmepumpe derzeit immer noch ausbremst und die Wärmewende damit massiv gefährdet. Der Umwelt- und Verbraucherschutzverband fordert deshalb Wirtschaftsminister Habeck und Bauministerin Geywitz auf, das Ausbauziel von sechs Millionen Wärmepumpen bis 2030 schnell mit konkreten Maßnahmen umzusetzen. Eine Schlüsselrolle hat dabei die Ankündigung der Ampel-Parteien, dass alle neuen Heizungen ab 2024 einen Anteil von 65% Prozent Erneuerbaren vorweisen müssen. Ein Vorschlag zur Einhaltung dieser Vorgabe liegt im Wirtschaftsministerium vor, wird aber bereits seit Monaten zurückgehalten.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Warme Worte machen noch kein warmes Wohnzimmer. Die unverbindliche Absichtserklärung, mit der der Gipfel enden soll, setzt die Vernachlässigung der Wärmewende durch die Bundesregierung nahtlos fort. Damit die Wärmepumpe breitflächig eingesetzt wird, sind dringend konkrete Maßnahmen und gesetzliche Verbindlichkeit notwendig. Dass am Tag eines Wärmepumpen-Sondergipfels noch immer öffentliche Förderung für Gasheizungen beantragt werden kann, ist absurd. Das Einbauverbot für neue Gasheizungen ab 2024 muss jetzt im Gebäudeenergiegesetz festgeschrieben werden. Fakt ist: Ohne eine Neuausrichtung der Förderung auf Wärmepumpen und eine Klarstellung, welche Heizungen zukünftig noch zum Einsatz kommen dürfen, wird die Wärmewende nicht gelingen. Ich fordere Bundesminister Habeck und Bundesministerin Geywitz deshalb auf, die Impulse aus dem Gipfel zu nutzen und unverzüglich Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen, die der Wärmepumpe und damit der Wärmewende wirklich helfen."
Hintergrund:
Im Neubau ist die Wärmepumpe inzwischen die am häufigsten installierte Heizungstechnologie mit einem Anteil von knapp 51 Prozent. Obwohl Neubauten die besten Voraussetzungen für den effizienten Betrieb von Wärmepumpen bieten, werden jedoch immer noch in etwa 34 Prozent der Fälle Gasheizungen eingebaut. Im Gebäudebestand dominiert die Gasheizung mit einem Anteil von etwa 48 Prozent. Jährlich werden 600.000 Gasheizungen in Bestand und Neubau eingebaut - damit bleibt die klimaschädliche Gasheizung die am meisten verbaute Heizungstechnologie.
Link:
Mehr Informationen zum Thema Wärmepumpe finden Sie hier: https://www.duh.de/waermepumpen/
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe,
www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe,
www.linkedin.com/company/umwelthilfe
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.06.2022 - 09:34 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1990956
Anzahl Zeichen: 3811
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 738 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wärmepumpen-Gipfel: Deutsche Umwelthilfe fordert konkrete Maßnahmen für Markthochlauf statt heißer Luft in einer Absichtserklärung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Ab dem 19. Juli dürfen große Unternehmen unverkaufte Kleidung, Schuhe und Retouren nicht mehr vernichten - Zahlreiche Ausnahmen: Bleiben Kleiderspendenangebote erfolglos oder gilt Aufbereitung als zu teuer, bleibt Vernichtung erlaubt - DUH fordert von Umweltminister Carsten Schneider wirks
Evaluation der EU-Nitratrichtlinie: "Deutschland darf nicht zur Güllegrube der EU werden ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die heute veröffentlichte Evaluation der EU-Nitratrichtlinie. Darin ruft die EU-Kommission die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, die Nährstoffbelastung zu kontrollieren und die Tierhaltung in besonders verschmutzten Gebieten zu reduzieren. Die Kommission
Die teuerste Steckdose der Welt ...
Berlin (voices) Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie & Klimaschutz (Deutsche Umwelthilfe) zum Themen-Impuls: „Auf zum Atomstrom oder Go Green - was hilft wirklich in der Energiekrise?". Pressekontakt: DUH-Newsroom +4930240086720 presse@duh.de Copyright: Deutsche Umwelthilfe e.
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
rbb-exklusiv: Gesundheitssenatorin Gote: Neues Infektionsschutzgesetz muss vor dem Herbst kommen ...
Die Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Bündnis '90/Die Grünen) hat die Bundesregierung aufgefordert, schnell ein neues Infektionsschutzgesetz vorzulegen. Gote sagte am Mittwoch im rbb24 Inforadio, die Länder brauchten eine Art "Instrumentenkasten", um bei neuen Corona-I
Vermeintliches Verbrenner-Aus auf EU-Ebene: Deutsche Umwelthilfe kritisiert "Einknicken der Grünen vor der faktischen Richtlinienkompetenz der FDP beim Klimaschutz" ...
Laut Aussagen eines Regierungssprechers am heutigen Nachmittag hat sich die Ampel-Koalition auf eine Position zum Verbrenner-Ausstieg geeinigt. Noch am Morgen hatte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) klar verkündet, dass nur Sonderfahrzeuge etwa der Feuerwehr ausgenommen sein sollen. Eine Int
Ernährungsstrategie braucht definierte Prozessvereinbarungen ...
Der Lebensmittelverband Deutschland hat im Vorfeld der Auftaktveranstaltung der "PD - Berater der öffentlichen Hand GmbH" im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Erarbeitung einer Ernährungsstrategie 2023 Bundesminister Cem Özdemir ein Positionspapier
Deutsche Umwelthilfe fordert von Grünen Einberufung des Koalitionsausschusses zum EU-Verbrenner-Ausstieg 2035 und nicht erneutes Wegducken vor der FDP ...
Erneut bestimmt der kleinste Koalitionspartner die Umwelt- und Klimapolitik der Bundesregierung. Bundeskanzler Olaf Scholz stellt sich laut Medienberichten offensichtlich auf die Seite der FDP und gegen ein Verbrenner-Aus 2035 für Pkw in der EU. Diesen klaren Bruch des Koalitionsvertrags dürften




