Vergessene Krise im Libanon: Ein Land in Not
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Lebensmittelknappheit, Mangel an Trinkwasser, Zusammenbruch des Gesundheitssystems: Die Wirtschaftskrise im Libanon verschärft sich nach Angaben der SOS-Kinderdörfer zunehmend. "Es leiden nicht nur die ärmsten Bevölkerungsgruppen. Längst hat die Krise auch die Mittelschicht in große Not gestürzt. Das ganze Land ist betroffen", sagt Zeina Roueiheb, Leiterin der Hilfsorganisation im Libanon. Die Menschen hätten keinen Zugang mehr zu ihren Ersparnissen, die Inflation steige kontinuierlich und liege derzeit bei 200 Prozent. Roueiheb sagt: "80 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Eltern wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren sollen." Jugendliche würden ihre Bildung abbrechen, um zu arbeiten und ihre Familien zu unterstützen. Auch die ärztliche Versorgung sei nicht mehr sichergestellt: 40 Prozent der Ärzte hätten das Land verlassen. Lebenswichtige Medikamente fehlten entweder ganz oder seien unerschwinglich geworden.
Einst aufgrund seines Wohlstands als "Schweiz des Nahen Ostens" bezeichnet, ist der Libanon in den letzten Jahren und Jahrzehnten unter anderem durch Misswirtschaft und Korruption in eine wirtschaftliche Abwärtsspirale geraten. Die Corona-Pandemie und die schwere Explosion im Hafen der Hauptstadt Beirut 2020 haben zu einer weiteren Verschärfung der Probleme geführt. Erst in dieser Woche hat eines der Getreidesilos im Hafen erneut gebrannt und ist teilweise eingestürzt. Auch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges treffen das Land nach Angaben der SOS-Kinderdörfer mit voller Wucht. Der Libanon bezieht 80 Prozent seines Weizens aus der Ukraine und Russland und leidet massiv unter den steigenden Getreide- und Energiepreisen. "Die Lage verschlechtert sich rapide!", sagt Roueiheb.
Auch Hilfsorganisationen hätten mit der wirtschaftlichen Situation und steigenden Preisen zu kämpfen. Laut Roueiheb begegnen die SOS-Kinderdörfer der Krise auf vielerlei Wegen. So habe man aktuell ein Farmprojekt ins Leben gerufen, mit dem in Kürze der gesamte Gemüse-Bedarf der libanesischen SOS-Kinderdörfer gedeckt werden soll. Die SOS-Familienstärkung unterstütze außerdem notleidende Familien. Roueiheb sagt: "Wir helfen mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Schulgeld und psychologischer Unterstützung." Aber die Lage bleibe herausfordernd.
Von der Weltbevölkerung vergessen: In zahlreichen Staaten kämpfen Kinder und Familien seit Jahren ums Überleben - im Schatten der Öffentlichkeit und zum großen Teil abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in dieser Serie über die aktuelle Situation in Konfliktländern, in denen die Klimakrise, die Corona-Pandemie, aber auch der Krieg in der Ukraine die ohnehin katastrophale Lage weiter zugespitzt haben. Über "Vergessene Krisen" im Libanon, in Somalia, Madagaskar, Kolumbien, Guatemala und anderen Ländern.
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Boris Breyer
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
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Datum: 04.08.2022 - 04:30 Uhr
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