Historiker Wolffsohn: Reaktion von Scholz auf Holocaust-Vorwurf symbolträchtig für Haltung der deutschen Gesellschaft
ID: 2001061
Der Publizist und Historiker Michael Wolffsohn hat die zögerliche Reaktion von Bundeskanzler Olaf Scholz auf den Holocaust-Vorwurf von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gegen Israel als "symbolträchtig" für die Haltung in der deutschen Gesellschaft und die deutsch-israelischen Beziehungen bezeichnet. "Die Tatsache, dass Abbas diese Ungeheuerlichkeiten in Deutschland, im Bundeskanzleramt von sich gegeben hat, zeigt seine Erwartungshaltung und die der Palästinenser, dass man im Deutschen Regierungssitz diese Sätze aussprechen kann. Das ist sehr bedenklich für die deutsche Außenpolitik", sagte Wolffsohn bei phoenix und ergänzte: "Ich schlage den Bogen zur Diskussion um die documenta, das zeigt doch alles, dass es in der bundesdeutschen Öffentlichkeit und nicht zuletzt und vor allem in der so genannten Kulturszene und der Wissenschaftsszene diese politischen Einstellungen gibt und das halte ich für sehr dramatisch. Insofern war die gestrige Performance symbolträchtig für den Zustand der deutschen Gesellschaft, der deutsch-israelischen und der deutsch-palästinensischen Beziehungen." Ein Rauswurf von Abbas aus dem Kanzleramt nach seiner Äußerung bei der Pressekonferenz wäre zwar, so Wolffsohn, eine "notwendige Geste" gewesen, löse aber nicht das Problem in der deutschen Gesellschaft.
Mit Politikern wie Abbas könne seiner Ansicht nach im Nahen Osten dauerhaft kein Frieden erreicht werden. "Die politischen Rahmenbedingungen sind klar, wir haben gestern einmal mehr gesehen, was ein gemäßigter palästinensischer Politiker von sich gibt und denkt. Daraus folgernd kann man nur sagen, wenn das die Friedenspartner sein sollen, dann kann es leider keinen Frieden im Nahen Osten geben", erklärte Wolffsohn bei phoenix. Ihn erinnere das an den Roman "1984" von George Orwell. "Frieden sagen und Krieg meinen. Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, die totale Umkehrung der Begriffe und ihrer Inhalte. Frieden sagen heißt nicht, Frieden machen wollen, und wie der Frieden von Herrn Abbas aussieht, das haben wir gestern erlebt."
Das komplette Interview sehen Sie auf dem phoenix YouTube-Kanal hier: https://phoenix.de/s/AL
Pressekontakt:
phoenix-Kommunikation
Telefon: 0228 / 9584 192
kommunikation@phoenix.de
Twitter.com: phoenix_de
Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.08.2022 - 13:58 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2001061
Anzahl Zeichen: 2460
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bonn/ Berlin
Kategorie:
Fernsehen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 421 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Historiker Wolffsohn: Reaktion von Scholz auf Holocaust-Vorwurf symbolträchtig für Haltung der deutschen Gesellschaft"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
PHOENIX (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer (Bündnis 90/ Die Grünen) hat anlässlich des fünften Jahrestages der Flutkatastrophe von 2021 die Klimapolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. Bei phoenix sagte Krischer, ihm fehle der Ansatz einer "systematischen Klimaanpassu
Markus Söder im phoenix persönlich: "Der Faktor Macht ist maßlos überschätzt" ...
Welche Rolle spielt Macht in der Politik - und wie viel Gestaltung ist in Krisenzeiten möglich? Über diese und weitere Fragen spricht Theo Koll in der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Im Gespräch blickt Söder
Lettlands Präsident Edgars Rinkevics beim NATO-Gipfel über Europa: "Große Ankündigungen, aber wenig Taten" ...
Lettlands Präsident Edgars Rinkevics forderte am Rande des NATO-Gipfels im Interview mit dem Fernsehsender phoenix die Einheit des Militärbündnisses und äußerte Verständnis für die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach mehr europäischer Verantwortung. Der US-Präsident habe recht, wa
Weitere Mitteilungen von PHOENIX
Klaus Ernst (Die Linke): Regierung muss mit Russlandüber Gaslieferungen sprechen ...
Der Linken-Politiker und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Klimaschutz und Energie, Klaus Ernst, fordert von der Bundesregierung größere Bemühungen, die Gasversorgung für den kommenden Winter zu sichern, dabei dürften auch Gespräch mit Russland kein Tabu sein. "Man muss jetzt m
Reeder beklagt mangelnde Investitionen in Wasserstraßen und sieht drohende Engpässe in den nächsten Wochen ...
Die derzeitigen Einschränkungen in der Binnenschifffahrt, verursacht durch mangelnde Niederschläge und sinkende Pegelstände, sind nach Ansicht von Steffen Bauer, Chef bei HGK-Shipping, einem der führenden Binnenschifffahrtsunternehmen in Europa, auch eine Folge mangelnder Investitionen in die
True-Crime-Marathon bei BILD TV: EISKALT - Das Crime Magazin / BILD Chefreporter Frank Schneider präsentiert acht Folgen mit spannenden Kriminalfällen ...
Binge Watching bei BILD TV: Am Donnerstag, dem 18. August 2022, zeigt der Sender ab 20.15 Uhr in einem True-Crime-Marathon alle Folgen des neuen BILD-Magazins EISKALT. BILD Chefreporter Frank Schneider geht darin den spannendsten Kriminalfällen auf die Spur und präsentiert den aktuellsten Stand
NRW-Verbraucherschützer zu Gasumlage: Steuerfinanzierung wäre gerechter gewesen ...
Nach Ansicht des Energieexperten der NRW-Verbraucherzentrale Udo Sieverding wäre eine steuerfinanzierte Rettung notleitender Gas-Unternehmen gerechter gewesen als die jetzt beschlossene Umlage für Gaskunden. "Alle Kunden, sowohl die privaten Haushalte als auch in der Industrie, die mit Öl,




