Sieben Industrieverbände warnen: Keine Zeit für Hinhaltetaktik: Energiepreise werfen Automobil-Zulieferer aus der Spur
- Fünf vor zwölf: Enorme Kosten bringen mittelständische Unternehmen in akute Gefahr- Viele Tausende Arbeitsplätze am Standort Deutschland bedroht- Sieben Industrieverbände fordern: Politik muss mittelständische Industrie stärker berücksichtigen
Bernhard Jacobs, GF IBU, warnt vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze (Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)(firmenpresse) - HAGEN - 08. Sept. 2022. Explodierende Energiekosten und mangelnde Kundenkooperation werfen Autozulieferer gerade komplett aus der Spur. Und das aktuelle Entlastungspaket wird es nicht schaffen, Unternehmen wieder auf eine sichere Route zu lenken. "Wir erleben bei unseren meist mittelständischen Mitgliedsunternehmen maximale Unsicherheit. Ohne staatlichen Deckel, ein breiteres Stromangebot und unternehmensorientierte Maßnahmen werden die Energiekosten in Deutschland zum maßgeblichen Standortnachteil. Gleichzeitig brauchen die Mittelständler sofortige Unterstützung durch ihre Kunden", unterstreichen sieben Verbände in einer gemeinsamen Presseerklärung. Sie kommt von den Industrieverbänden Blechumformung (IBU), Massivumformung (IMU) und Härtetechnik (IHT), den Fachverbänden Pulvermetallurgie (FPM) und Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI) sowie dem Verband der Deutschen Federnindustrie (VDFI) und dem Deutschen Schraubenverband (DSV).
"Es ist fünf vor zwölf" - Energie ist die Grundlage für industrielle Produktion
Ausgangspunkt sind wahnwitzige Energiekosten: Strompreissteigerungen um das 15-Fache des Vorjahres und 1.000-prozentige Gaspreisanstiege katapultieren Zulieferer in ausweglose Lagen. "Es ist fünf vor zwölf", warnt IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs. "Wenn der Staat die Energiepreise jetzt nicht deckelt, ruiniert er in kürzester Zeit die Unternehmen und viele Tausende Arbeitsplätze." Tobias Hain, IMU-Geschäftsführer, ergänzt: "Wir fordern zur Preisberuhigung eine breit aufgestellte Stromproduktion. Und den Fall der überkommenen Strompreisbildung, des sogenannten Merit-Order-Prinzips. Der Staat muss alle denkbaren Maßnahmen und Regelungen ergreifen und dabei deren langfristige Auswirkungen bedenken."
Kooperative Geschäftsmodelle haben Zukunft
Mittelständische Unternehmen brauchen jetzt Tempo und dazu die Kooperationsbereitschaft ihrer Kunden. Geschäftsmodelle, die das alleinige Beschaffungsrisiko beim Zulieferer sehen, haben sich überlebt. "Erfolgreiche Automobilisten denken die Zukunft ihrer Zulieferer bereits mit", weiß FMI-Geschäftsführer Werner Liebmann. "Natürlich verhandelt jedes Zulieferunternehmen selbst mit seinen Kunden. Die Branche wird aber nicht länger der Puffer sein können, der unternehmerische Risiken von Kunden fernhält", unterstreicht DSV-Geschäftsführer Hans Führlbeck. Konkret bedeutet das: Zahlungsziele, Savings-Rituale und die Verbindlichkeit von Bestelldaten brauchen eine Anpassung an aktuelle Marktverhältnisse.
Transparenz und Konsequenz gefragt
Transparenz und Konsequenz sind für Dirk Hölscheid, Geschäftsführer der Verbände FPM und IHT, Schlüssel zur Problemlösung. Er sieht keine Zeit mehr "zum Taktieren und Auf-Zeit-Spielen. Zulieferer, die ihre Kosten offen und nachvollziehbar darlegen, haben das Recht, von Kunden Fairness, Akzeptanz und schnelles Handeln einzufordern."
Zulieferer denken über Ausstieg nach - erkennen Autobauer die Gefahr?
Noch erklären liquide Automobilhersteller die Themen Energie- und Logistikkosten zum alleinigen Lieferantenproblem. Sie spielen auf Zeit und bemühen den Begriff "Painsharing". Ihre Strategie könnte allerdings scheitern: Erste Zulieferer denken über ihren Ausstieg aus der automobilen Lieferkette nach. Bernhard Jacobs (IBU): "Sie suchen nach neuen Geschäftsfeldern und kooperativen Kunden. Weil sie keine Lust mehr auf die alten Verhandlungsrituale haben." "Werden ihre Kunden - Automobilhersteller und Systemlieferanten - die daraus folgende Gefahr rechtzeitig erkennen? Oder den Bogen überspannen?", fragt sich Tobias Hain (IMU). Letzteres würde die Automobilproduktion empfindlich ausbremsen. Bleibt zu hoffen, dass die Autobauer rechtzeitig die Kurve bekommen. Und die Politiker ihre Entscheidungen beschleunigen.
Text 3.712 Z. inkl. Leerz.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
fpm
iht
imu
dsv
fmi
vdfi
energiepreise
automobilzulieferer
zulieferer
entlastungspaket
energiekosten
strompreis
gaspreis
mittelstand
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der IBU in Hagen vertritt als Bundesverband circa 240 Mitgliedsunternehmen der blechumformenden Industrie und deren Zulieferer. Diese überwiegend aus mittelständischen Familienunternehmen bestehende Branche wird durch eine industrielle Fertigung für marktmächtige Kunden geprägt. Das Umsatzvolumen der Branche betrug im Jahr 2019 rund 20,49 Milliarden Euro. Die Verbandsmitglieder sind mehrheitlich Zulieferer der Automobil- und Elektronikindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, der Möbel- und Bauindustrie sowie der Medizintechnik.
Fotos: Industrieverband Blechumformung (IBU) - Abdruck honorarfrei - bitte nur mit Quellenangabe
mali pr
Eva Machill-Linnenberg
Schlackenmühle 18
58135 Hagen
ibu(at)mali-pr.de
02331 - 46 30 78
http://www.industrieverband-blechumformung.de
Datum: 08.09.2022 - 12:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2005916
Anzahl Zeichen: 4274
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: - -
Stadt:
Hagen
Telefon: 02331 - 95 88 56
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 298 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Sieben Industrieverbände warnen: Keine Zeit für Hinhaltetaktik: Energiepreise werfen Automobil-Zulieferer aus der Spur"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Industrieverband Blechumformung (IBU) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
HAGEN - 17. Juni 2025. Teile aus der Blechumformung stecken fast überall - jetzt legt diese Schlüsselbranche ihren jüngsten Konjunkturbericht vor. Die über 540 Hersteller von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen etc. sehen reichlich Schatten, aber auch ein wenig Licht: Ihre Geschäftserwartu
Lichtblicke in schwierigen Zeiten: "Zusammenarbeit ist von höchstem Nutzen" ...
HAGEN - 08. April 2025. Leipzig war im März für zwei Tage Dreh- und Angelpunkt der deutschen Blechumformer. Rund 100 Branchenvertreter reisten zu den IBU-Mitgliedertagen nach Sachsen. Ihnen allen brennt die Frage auf den Nägeln: "Wie kommen wir wieder nach vorn, wie machen wir unsere Unterne
Umfrage: Mitglieder geben dem IBU Bestnoten ...
HAGEN -13. Juni 2023. Die Mitglieder des Industrieverbandes Blechumformung bewerten den Verband mit der Note 1,3. "Das ist ein Topergebnis - eines der besten, das wir bisher hatten", so die Beratungsgruppe für Verbandsmanagement (B"VM), die die Befragung durchgeführt hat. Der Zufrie
Weitere Mitteilungen von Industrieverband Blechumformung (IBU)
Keiner gewinnt alleine! Das gilt auch für CEO's ...
Herbert Diess ist seit September nicht mehr CEO von Volkswagen. Warum wurde sich im beiderseitigen Einvernehmen getrennt und mit einer Abfindung von 30 Mio. Euro auch umgesetzt? In diesem Falle bin ich auf öffentliche Informationen angewiesen. Darum ist das meine Interpretation. Einen Konzern mi
Camino Minerals: Lourdes-Entdeckung mit abermals hohen Kupfergehalten bestätigt ...
Schon im Juli hatte Kupferexplorer Camino Minerals (TSXV COR / WKN A116E1) bestätigt, dass es sich bei der Lourdes-Zone auf dem Kupferprojekt Los Chapitos um eine Neuentdeckung handelt und unter anderem 65,2 Meter mit 0,70% Kupfer gemeldet. Die jetzt vorgelegten, letzten Ergebnisse der Bohrsaison 2
Pulsar Photonics: Positive Bilanz im ersten Jahr nach Übernahme durch Schunk Group ...
- Neue Möglichkeiten für gemeinsame Projekte und Synergieeffekte - Schunk Group ermöglicht starkes Wachstum in herausfordernden Zeiten Herzogenrath, 08.09.2022: Die Pulsar Photonics GmbH, Lasertechnik-Spezialistin aus Herzogenrath, zieht eine positive Bilanz für das erste Jahr nach Übernahm
Aktie startet enorme Rallye: Sensationelle Übernahme. Massives Kaufsignal. Uran-Aktien müssen jetzt ins Depot. Bill Gates und Warren Buffett steigen ein. Diese Uran-Aktie jetzt kaufen nach 1.324% mi ...
Aktie startet enorme Rallye: Sensationelle Übernahme. Uran-Aktien müssen ins Depot - B. Gates und W. Buffett steigen ein 08.09.22 08:03 AC Research Vancouver ( www.aktiencheck.de , Anzeige) https://www.irw-press.at/prcom/images/messages/2022/67373/AC-Reserach080922.001.png Link zum Report: h




