Qualitatives Job-Matching: Unternehmen machen Abstriche bei gesuchten Kompetenzen (FOTO)
ID: 2007137

(ots) -
Die Passung zwischen Stellengesuch und Bewerberkompetenz nimmt bei neuen Arbeitsverhältnissen ab.
Angesichts des großen Nachfrageüberhangs an offenen Stellen und der damit verbundenen Dringlichkeit, schnell neues Personal für die ausgeschriebenen Positionen zu finden, hat das IW Köln gemeinsam mit dem Personaldienstleister Hays die Qualität des Job-Matchings anhand von rund 53.000 Datensätze für 282 Berufsbilder ausgewertet. Ziel der Analyse war es, herauszufinden, inwieweit die Kompetenzprofile der Bewerber mit den Stellenanforderungen bei erfolgreicher Vermittlung übereinstimmten und bei welchen Berufsbildern und Branchen dies nicht der Fall war bzw. die Passung im zeitlichen Verlauf abnahm.
Insgesamt zeichnet sich der Trend ab, dass die Werdegänge der Kandidaten immer weniger mit den ausgeschriebenen Stellenprofilen der Unternehmen zusammenpassen. Je feiner verästelt sich allerdings das Stellenprofil gestaltete, desto zielgenauer war die Vermittlung.
IT-Fachkräfte erfüllen am besten die Stellenanforderungen
Insgesamt zeigt die Passung zwischen Bewerberprofil und Stellenanforderung je Berufsbild und Branche ein gemischtes Bild. So weisen SAP-Berater (70 Prozent) und Business Analysten (63 Prozent) einen kontinuierlich steigenden Trend der Matching-Qualität auf, während bei Bauleitern (48 Prozent) und Sachbearbeitern (41 Prozent) die Qualität im Beobachtungszeitraum zwischen 2018 und 2021 eher sinkt. Hinzu kommt: Berufe, in denen zu Beginn des Jahres 2018 die Matching-Qualität eher hoch war, konnten im Schnitt eine größere Verbesserung erzielen als Berufe, in denen sie niedrig war. Damit korrespondierend verzeichnete die IT-Software-Branche insgesamt eine Job-Passung von 60 Prozent, das Baugewerbe hingegen lediglich 48 Prozent. Als mögliche Erklärung dafür, führen die Studienverfasser an, dass IT-Skills vergleichsweise stark differenziert erfasst werden, wie etwa die Kenntnis einer Programmiersprache oder einer neuen Software. Aufgrund des Wissens über die Wichtigkeit dieser Kenntnisse auf Seiten der Bewerber und der Unternehmen, lässt sich für IT-Berufe nahezu durchgehend eine hohe Übereinstimmung zwischen Bewerberprofil und Stellenanforderung ableiten.
Ältere Bewerber brauchen einen hohen Job-Fit
Darüber hinaus weist der Report einen Zusammenhang zwischen dem Alter der Kandidaten und den jeweiligen Anforderungen an die neue Stelle auf. So ist bei erfolgreichen Vermittlungen von Controllern die Matching-Qualität bei Bewerbern im Alter von 50 und mehr Jahren über 30 Prozentpunkte höher als bei Kandidaten im Alter von bis zu 30 Jahren. Das dürfte sich aus den beruflichen Erfahrungen, die ein Controller für die erfolgreiche Ausübung seiner Tätigkeit braucht, erklären. Jüngere Kandidaten, die trotz des vergleichsweise niedrigen Job-Matches erfolgreich vermittelt wurden, traut man hingegen zu, sich die fehlenden Kompetenzen im Zeitverlauf noch aneignen zu können. Die Entwicklung, dass es eine immer geringere Passung zwischen Stellenanforderungen und Bewerberprofilen geben wird, könnten Unternehmen gezielt dafür nutzen, Kandidatengruppen wie Job-Umsteiger oder Wiedereinsteiger anzusprechen, und ihnen Weiterqualifizierung "on the job" zu bieten. Im Beobachtungszeitraum 2018 bis 2021 sind die Altersunterschiede über alle Berufe hinweg größer geworden.
Unternehmen müssen sich vom 100-Prozent-Kandidaten verabschieden
Der Trend, der sich auf Basis des Reports vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage insgesamt abzeichnet, könnte den Studienverfassern zufolge, ein Effekt aus dem knappen Arbeitskräfteangebot sowie der demographischen Entwicklung sein. Denn bevor eine Stelle zu lange nicht besetzt wird, geben sich Firmen zunehmend damit zufrieden, dass nicht alle qualifikatorischen Anforderungen erfüllt werden können.
"Ein guter Match entscheidet am Ende des Tages darüber, ob ein Arbeitsverhältnis auf Dauer für beiden Seiten zufriedenstellend sein wird. Die Analyse der Qualität von Matchings gibt hier wertvollen Aufschluss darüber, welche Kompetenzen Unternehmen bei welchen Kandidaten erwarten dürfen, und welche eher nicht," so Kathrin Möckel, Leiterin Marktforschung bei Hays.
"Durch die Arbeitskräfteknappheit droht die Kluft zwischen Arbeitsanforderungen und Kompensationen in neu geschlossenen Arbeitsverhältnissen zukünftig größer zu werden. Es wird dann eine zentrale Aufgabe der Unternehmen sein, durch geeignete Qualifizierungsmaßnahmen, diese Lücke zu schließen. Das trägt am Ende auch zu Mitarbeiterbindung bei", betont Dr. Oliver Stettes, Leiter des Clusters Arbeitswelt und Tarifpolitik beim IW.
Die qualitative Analyse basiert auf einer statistischen Auswertung von 53.000 Datensätzen. Wobei bei jedem Datensatz die gesuchten Kompetenzen in den Stellenanforderungen in Relation zu den vermittelten Kandidaten gestellt und betrachtet wurden. Ausgewertet wurden einzelne Teilgruppen wie Positionen, Branchen und Altersgruppen.
Über das Institut der deutschen Wirtschaft
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ist ein privates Wirtschaftsforschungsinstitut, das sich für eine freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung einsetzt. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge zu verbessern.
Über Hays
Hays plc ist der weltweit führende Spezialist für Personallösungen wie etwa RPO und MSP. Als Experte für die Rekrutierung hochqualifizierter Fachkräfte ist Hays marktführend. Hays ist im privaten wie im öffentlichen Sektor tätig und vermittelt Spezialisten für Festanstellungen, Projektarbeit und in Arbeitnehmerüberlassung. Die Gruppe beschäftigt ca. 12.100 Mitarbeiter in 254 Niederlassungen weltweit. In Deutschland vermittelt Hays Spezialistinnen und Spezialisten u.a. aus den Bereichen IT, Engineering, Construction & Property, Life Sciences, Finance, Sales & Marketing, Legal, Retail, Healthcare und HR.
Pressekontakt:
Laura Betz
Hays AG, PR & Content
T: +49 89 512669 264
M: +49 160 8833860
E: laura.adriana.betz@hays.de
Silvia Hänig
iKOM strategische Kommunikation
M: +49 173 3838 572
E: haenig@i-kom.org
Original-Content von: Hays AG, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.09.2022 - 09:41 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2007137
Anzahl Zeichen: 6537
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mannheim
Kategorie:
Arbeit
Diese Pressemitteilung wurde bisher 283 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Qualitatives Job-Matching: Unternehmen machen Abstriche bei gesuchten Kompetenzen (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Hays AG (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Gesamtnachfrage steigt im ersten Quartal um 26 Prozentpunkte - Ausschreibungen für IT, Finanzen, Einkauf und Juristen ziehen an - Personaler, Ingenieure, Marketers und Vertriebler entwickeln sich unterdurchschnittlich Die Nachfrage nach Fachkräften in Deutschland ist im ersten Quartal 20
HR-Report 2011-2026: trotz Fachkräftemangel weniger Neueinstellungen / Unternehmen rekrutieren immer vorsichtiger ...
HR-Report: trotz Fachkräftemangel weniger Neueinstellungen / Unternehmen rekrutieren immer vorsichtiger - Unternehmen rekrutieren vorsichtiger als vor 15 Jahren - Mitarbeiterbindung gewinnt weiter an gewicht - unternehmen haben ein umsetzungsproblem - HR rückt näher an die Geschäftsfü
HR-Report 2026 / Leistung fördern, nicht nur fordern ...
HR-Report 2026: Leistung fördern, nicht nur fordern - Unternehmen Erwarten Leistung, ohne sie systematisch zu fördern - Betriebsklima wichtigster Faktor für hohe Leistungsbereitschaft - Mythos "Generation Z": Jüngere sind überraschend leistungsbereit Mannheim, 03.03.2026. Wie
Weitere Mitteilungen von Hays AG
Krankschreibungen aufgrund von Long-COVID oder Post-COVID: Wenige Betroffene, aber lange krankheitsbedingte Ausfallzeiten ...
Eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass seit Pandemiebeginn mehr als jeder Fünfte durchgängig erwerbstätige AOK-Versicherte im Zusammenhang mit einer akuten COVID-19-Erkankung ausgefallen ist. In der Folge waren 3,8 Prozent dieser Personen aufgrund e
"Das Büro ist tot - es lebe das Büro": Design Offices stellt gemeinsam mit Drees& Sommer die Health and Wellbeing Wirkungsanalyse vor (FOTO) ...
Eine Arbeitsumgebung, die gleichermaßen ansprechend, flexibel und funktional ist, zahlt auf das Wohlbefinden von Mitarbeiter:innen ein. Warum Mitarbeiter:innen in den Räumlichkeiten von Design Offices lieber und besser zusammenarbeiten, hat Design Offices nun gemeinsam mit den Experten des auf B
ver.di-Vorsitzender Frank Werneke anlässlich des Arbeitgebertages 2022: "Jetzt ist Mut gefordert!" ...
Anlässlich des Arbeitgebertages 2022 sagte Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), dem Sender phoenix: "Wir müssen solidarisch durch diesen Herbst und diesen Winter kommen. Und deshalb braucht es da, wo Tarifverhandlungen stattfinden, angemessene Tari
Top-Anbieter auf dem Benefit-Markt vereinbaren Zusammenarbeit: Globaler Benefit-Spezialist Sodexo expandiert mit weltweit erster flexibler digitaler Benefit-Lösung von ValueNet ...
- Kooperation zwischen Sodexo und ValueNet macht betriebliche Sozialleistungen noch einfacher nutzbar Sodexo geht eine strategische Partnerschaft mit der Münchner ValueNet Group ein. Sodexo ist damit am deutschen Markt der erste Benefitanbieter, der seinen Kunden zusätzlich zu seiner eigenen




