3. Quartal 2022: Medizinklima im freien Fall
ID: 2011079
Die wirtschaftliche Stimmung in der ambulanten Versorgung ist im 3. Quartal 2022 (https://www.stiftung-gesundheit.de/pdf/studien/medizinklimaindex_q3_2022_barrierefrei.pdf) drastisch eingebrochen. "Die Trias aus weiter anhaltenden und nicht kohärenten Corona-Regularien, die Energiekrise mit massiven Preissteigerungen sowie der politisch gewollte Wegfall der erfolgreichen Neupatientenregelung bei Ärztinnen und Ärzten spiegeln sich in einem regelrechten Absturz des Medizinklimas in allen ambulanten Heilberufen", berichtet Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit in seinem Kommentar (https://www.stiftung-gesundheit.de/pdf/studien/medizinklimaindex_q3_2022_barrierefrei.pdf#page=4). "Das zeigt eindeutig und erschreckend: Die ambulante Versorgung - das Rückgrat einer patientennahen, kostengünstigen und erfolgreichen Versorgung - ist in akuter Gefahr!"
Alarmstimmung bei Ärzt:innen und Apotheker:innen
Am stärksten sank das Medizinklima der Ärzt:innen, das um 22,9 Punkte auf einen Wert von -33,1 zurückging. Damit erreicht die wirtschaftliche Zuversicht der Ärzt:innen einen neuen Tiefstand: "Sie unterschreitet sogar das bisherige Minimum vom Mai 2020, das durch die erste Welle der Covid-Pandemie verursacht wurde", so Professor Obermann.
Drastisch ist auch die Lage der Apotheker:innen: Bei ihnen sank das Medizinklima um 22,1 Punkte auf einen Wert von -54,4 und weist damit den niedrigsten Wert aller befragten Gruppen in der ambulanten Versorgung auf.
Im Vergleich dazu mussten die nichtärztlichen Heilberufler:innen nur einen moderaten Rückgang des Medizinklimas um 11,1 Punkte in Kauf nehmen. Damit ergibt sich bei ihnen ein Medizinklima von -16,0.
Zukunftssorgen belasten Leistungserbringer:innen
Ausschlaggebend für die schlechte Entwicklung des Medizinklimas ist in den meisten Fällen nicht die aktuelle wirtschaftliche Lage: "Die Zukunftserwartungen in der ambulanten Versorgung sind erneut stark zurückgegangen und liegen mittlerweile in vielen Gruppen auf hochkritischem Niveau", analysiert Professor Obermann. Am größten sind die Sorgen bei den Apotheker:innen: 83,3 Prozent von ihnen rechnen mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage. Auch bei Hausärzt:innen, Fachärzt:innnen, Zahnärzt:innen und Ergotherapeut:innen erwarten dies mehr als zwei Drittel der Befragten.
Vergleichsweise optimistisch zeigen sich aktuell nur die Heilpraktiker:innen, bei denen lediglich 28,0 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. Sie sind zudem die einzige Gruppe, in denen ein zweitstelliger Anteil der Befragten mit einer positiven Entwicklung ihrer Lage rechnet (17,3 Prozent). In allen anderen Gruppen glaubt nur ein Bruchteil der Befragten an eine Verbesserung (max. 5,4 Prozent).
Über den Medizinklimaindex
Seit mehr als 15 Jahren erhebt die Stiftung Gesundheit den Medizinklimaindex (MKI) (https://www.stiftung-gesundheit.de/studien/medizinklimaindex-mki/). Der Indikator für die wirtschaftliche Stimmung und Zuversicht in der ambulanten Versorgung gibt differenziert Auskunft darüber, wie die niedergelassenen Ärzt:innnen, Apotheker:innen und Heilberufler:innen in Deutschland ihre aktuelle wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Entwicklung sie in den kommenden sechs Monaten erwarten. Der MKI wird analog zum Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft des ifo Instituts erhoben. An der aktuellen Befragung im 3. Quartal 2022 nahmen 1.468 Leistungserbringer:innen teil.
Über die Stiftung Gesundheit
Wissen ist die beste Medizin - angespornt von diesem Gedanken setzt sich die Stiftung Gesundheit mit Sitz in Hamburg bundesweit und unabhängig für Transparenz und Orientierung im Gesundheitswesen ein.
Neben ihren satzungsgemäßen Aufgaben (https://www.stiftung-gesundheit.de/stiftung/satzung/) führt die Stiftung Gesundheit kontinuierlich Studien durch, wie etwa seit 2005 die Studienreihe "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit (https://www.stiftung-gesundheit.de/studien/aerzte-im-zukunftsmarkt-gesundheit/)". Dabei erfasst die Stiftung Stimmung, Meinungen und Erfahrungen der Ärzteschaft und liefert Forschungsergebnisse zu aktuellen Fragestellungen.
Als Basis für zahlreiche Services dient das Strukturverzeichnis der medizinischen Versorgung (https://www.stiftung-gesundheit.de/strukturverzeichnis/), das die Stiftung mit großer Sorgfalt aktuell hält. Ebenso nutzen zahlreiche Lizenzpartner (https://www.stiftung-gesundheit.de/strukturverzeichnis/lizenzpartner/) das Strukturverzeichnis - darunter Medienunternehmen, gesetzliche und private Krankenversicherungen, Bundesbehörden und Forschungseinrichtungen.
Die Studie sowie die oben abgebildete Grafik finden Sie zum Download auf unserer Website in der Rubrik "Studien" (https://www.stiftung-gesundheit.de/studien/medizinklimaindex-mki/).
Telefon: 040 / 80 90 87 - 902
Mehr zu unserer Stiftungs-Arbeit lesen Sie in unserem Tätigkeitsbericht. (https://www.stiftung-gesundheit.de/stiftung/taetigkeitsbericht)
Pressekontakt:
Name: Alexandra Köhler
Email: koehler@stiftung-gesundheit.de
Original-Content von: Stiftung Gesundheit, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.09.2022 - 12:41 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2011079
Anzahl Zeichen: 5437
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 181 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"3. Quartal 2022: Medizinklima im freien Fall"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Stiftung Gesundheit (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zwei Jahre nach der Einführung haben sich Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der Patientenversorgung vielerorts etabliert. Mehr als ein Drittel der ambulant tätigen Ärzt:innen hat bereits digitale Therapiehelfer verschrieben, weitere 13,9 Prozent wollen dies in nächster Zeit tun. Gleich
Umfrage: Hohes Bewusstsein für Klimaschutz bei den Ärzten, doch es mangelt an Führung und Umsetzung ...
Im Auftrag des Centre for Planetary Health Policy (CPHP) (http://t.stiftung-gesundheit.de/gu/1/55CQ7SMK-55CQ7SMI-55A085SJ-14SWSCZ.html) führte die Stiftung Gesundheit im September 2022 eine repräsentative Umfrage (http://t.stiftung-gesundheit.de/gu/1/55CQ7SMK-55CQ7SMI-55BVENVL-PS71MK.pdf) zum St
Ad-hoc-Befragung: Schlechte Arbeitsbedingungen in der ambulanten Versorgung ...
Die Arbeitsbedingungen in der ambulanten Gesundheitsversorgung machen derzeit vielen Gruppen schwer zu schaffen: Mehr als ein Drittel der Hausärzt:innen, Hebammen/Geburtshelfer, Zahnärzt:innen und Fachärzt:innen empfindet die derzeitigen Bedingungen als "schlecht" oder "sehr schl
Weitere Mitteilungen von Stiftung Gesundheit
Gesundheitsprävention: Kolloide wirken besser als Nahrungsergänzungsmittel ...
Schondorf am Ammersee, 29.09.2022 - Herbst und Winter klopfen mit kalten Händen an jede Tür - die Gefahr einer Erkältung steigt an. Dummerweise liefert die heutige Nahrung nur noch unzureichend konzentrierte Vitamine und Mineralstoffe für den Körper. Selbst die viel umworbenen Nahrungsergänzun
Die Revolution des "Toupets"! O.C. Hairsystems erhält 5 Millionen Euro in Series A-Finanzierungsrunde / "Wir bringen das Selbstvertrauen zurück auf Europas Köpfe" (FOTO) ...
Das Düsseldorfer Startup O.C. Hairsystems, das innovative Lösungen bei Haarausfall entwickelt, sammelt ein Investment in Höhe von 5 Millionen Euro ein. Bitburger Ventures, die FO Holding GmbH (Family Office von Ferdinand Oetker) sowie KinTower Ventures (Schadeberg Family Office) führen gemeins
Sehenswürdigkeiten mit anderen Augen sehen - Aktion zu Sehbehinderung in sechs deutschen Städten / Bundesweite Kampagne Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober mit Schirmherrin Gundula Gause ...
Wie nehmen Menschen mit einer Sehbehinderung ihre Umwelt wahr? Wie sieht eine Sehenswürdigkeit für sie aus? Was für Menschen ohne Seheinschränkung schwer vorstellbar ist, wird die 21. Woche des Sehens erlebbar machen. Auf einer Tour durch sechs deutsche Städte stellen die Organisatoren der Ka
#HOWTOSAVEALIFE - Hunderte neue potenzielle Lebensretter:innen ...
DASDING + DKMS + DEINE STADT + DU - DASDING und DKMS verzeichnen zahlreiche neue Registrierungen und einen neuen Podcast, der auch nach der Roadshow bleibt Blutkrebs ist eine tückische Krankheit, die viele Menschen persönlich betrifft. DASDING, das junge Angebot des SWR, und die DKMS haben sich




