NABU: Artensterben im Meer hält unvermindert an

NABU: Artensterben im Meer hält unvermindert an

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NABU: Artensterben im Meer hält unvermindert an



(pressrelations) - Tschimpke: Wirtschaftsinteressen gehen leider immer noch vor

Berlin - Mit Blick auf den "Europäischen Tag der Meere" am 20. Mai hat der NABU auf das unveränderte Artensterben in den Meeren aufmerksam gemacht. Auch im offiziellen UN-Jahr der biologischen Vielfalt ist es nicht gelungen, selbst so stark bedrohte Arten wie den Roten Thun,
Herings- oder Dornhai effektiv zu schützen. Die verfehlte Fischereipolitik hat vielmehr dazu geführt, dass inzwischen 88 Prozent der kommerziell genutzten Fischarten in den europäischen Gewässern überfischt sind. Wo wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen, bleibt viel zu oft der Natur- und Artenschutz auf der Strecke. Auch die Mehrheit der Vertragsstaaten bei der diesjährigen Konferenz zum Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen war nicht bereit, der Ausbeutung der Meere einen Riegel vorzuschieben.

Die Meere sind Orte intensiver industrieller Nutzung. Sie machen 99 Prozent der belebten Biosphäre aus und beherbergen Hunderttausende faszinierende Arten. Doch nur ein Bruchteil davon ist unter Schutz gestellt. Und selbst wenn einzelne Arten am Rande der Ausrottung stehen, schaffen es politische und wirtschaftliche Lobbyisten immer wieder, effektive Schutzmaßnahmen zu blockieren. Dabei sind gesunde Meere die Basis unserer maritimen Wirtschaft. 22 der 27 EU-Mitgliedsstaaten sind Küstenländer, mehr als 400.000 Menschen arbeiten allein in der Fischerei und fischverarbeitenden Industrie Europas. "Es ist höchste Zeit zu handeln. Wenn wir es nicht bald schaffen, einen wirklichen Ausgleich von Schutz- und Nutzerinteressen herbeizuführen, wird der gesamte Fischereisektor zusammenbrechen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Damit die Bestände sich erholen könnten, sei ein radikales Umdenken erforderlich. Fangbeschränkungen, z. B. für stark bedrohte Bestände des Kabeljaus, für Thun- und Schwertfisch sowie eine Anpassung der Fangkapazitäten seien unumgänglich, um eine nachhaltige Fischereiwirtschaft auch für spätere Generationen zu sichern.



Jedes Jahr am 20. Mai begeht Europa feierlich den "Tag der Meere".
Die Rolle der Ozeane soll dabei hervorgehoben und das Bewusstsein für die Umweltprobleme in den Meeren gestärkt werden. Im spanischen Gijon findet dazu eine Konferenz mit Beteiligung zahlreicher Interessengruppen statt. Die zentrale deutsche Veranstaltung findet im niedersächsischen Cuxhaven statt. "Bleibt zu hoffen, dass der notwendige Dialog Erfolge für den Natur- und Artenschutz im Meer bringt, ehe es für viele Arten und Lebensräume endgültig zu spät ist", so der NABU-Präsident.


Für Rückfragen: Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte, Tel.
030-284984-1626, mobil 0152-09202205.
Im Internet zu finden unter www.NABU.deUnternehmensinformation / Kurzprofil:
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Datum: 19.05.2010 - 15:17 Uhr
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