Zwischen Aufschwung und Rezession
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#GemeinsamUnternehmen Wirtschaftslage zum Frühsommer
Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen etwas schlechter als zum Jahresbeginn. Immerhin 28 Prozent bezeichnen diese als gut, 20 Prozent als schlecht.
Leicht negativ bleibt der Saldo der Erwartungen für die nähere Zukunft. 20 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte, fast 27 Prozent erwarten dagegen einen eher ungünstigen Verlauf.
Entsprechend zurückhaltend bleiben auch die Investitionsabsichten. Jeweils knapp 30 Prozent planen mit einer Erhöhung beziehungsweise Reduzierung der entsprechenden Budgets. Dr. Hubertus Hille: „Verunsicherung über den weiteren Weg in Richtung Klimaneutralität und weiter steigende Zinsen behindern eigentlich notwendige Investitionen.“
Konstant zeigen sich die Beschäftigtenzahlen und damit auch der regionale Arbeitsmarkt. Zwei Drittel der Unternehmen planen keinerlei Veränderungen, immerhin 17 Prozent wollen zusätzliches Personal einstellen.
„Ein Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind für 62 Prozent nach wie vor die Energie- und Rohstoffkosten. Zwar hat sich die Inflation etwas verlangsamt, das Preisniveau ist für viele Unternehmen im internationalen Vergleich aber noch immer zu hoch. Von über der Hälfte der Unternehmen werden auch der Fach- und Arbeitskräftemangel und steigende Arbeitskosten als wichtige Risiken benannt“, so Dr. Hubertus Hille.
Die Exporte gehen bei 38 Prozent der Unternehmen zurück, nur 17 Prozent erwarten eine Steigerung.
Für die Dienstleistungsunternehmen haben sich die Hoffnungen vom Jahresbeginn nur teilweise erfüllt. Der IHK-Geschäftsklimaindex für die Branche, geht von 111 auf 102 Punkte zurück.
IHK-Konjunkturexperte Michael Schmaus:“ Insbesondere die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich verschlechtert. Dies führt zu einem Ende des Beschäftigungsaufbaus und zu Zurückhaltung bei den Investitionen.“
Ebenfalls leicht zurückgegangen ist die Bewertung der aktuellen Geschäftslage. 30 Prozent bezeichnen diese als gut und weitere 50 Prozent als befriedigend.
Der IHK-Geschäftsklimaindex für die Industrie stabilisiert sich bei 105 Punkten. „Damit behauptet sich die Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen und im internationalen Vergleich hohen Energiekosten,“ so Michael Schmaus. Ihre derzeitige Situation bewerten 28 Prozent als gut und 21 Prozent als schlecht. Verbessert haben sich dagegen die Aussichten für die Zukunft. 24 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäfte. Die verbesserten Perspektiven wirken sich auf die Entwicklung der Beschäftigung aus. Drei von vier Industrieunternehmen wollen ihren Personalbestand konstant halten. 17 Prozent wollen diesen ausbauen.
Das Klima im Einzelhandel ist weiter stark eingetrübt. Nur noch zwölf Prozent berichten von guten Geschäften. Zu Jahresbeginn lag dieser Wert noch bei 28 Prozent. Die Entwicklung der Umsätze verlief in letzten vier Monaten für 43 Prozent der Einzelhändler negativ. Etwas verbessert haben sich hingegen die zuletzt sehr pessimistischen Erwartungen für die kommenden Monate.
Die Informations- und Kommunikationsbranche zeigte sich lange Zeit relativ unbeeindruckt von Coronapandemie und Ukrainekrieg. Jetzt brechen aber auch in dieser Branche offensichtlich schwierigere Zeiten an. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind sehr pessimistisch. 38 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der Geschäfte. Auch die Umsatzentwicklung in den letzten Monaten war, wie schon zu Jahresbeginn, von sinkenden Umsätzen geprägt. Im Gegensatz dazu wird die aktuelle Geschäftslage noch vergleichsweise positiv bewertet.
Der IHK-Geschäftsklimaindex für den Verkehrs- und Logistiksektor legt zum zweiten Mal in Folge zu und erreicht jetzt 96 Punkte. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die Unternehmen jetzt deutlich besser als noch zu Jahresbeginn. 26 Prozent bezeichnen diese als gut und nur noch 21 Prozent als schlecht. Leicht verbessert haben sich auch die Erwartungen für die kommenden Monate. Das sich langsam aufhellende Klima reicht aufgrund der weiterhin bestehenden Verunsicherung noch nicht aus, um positive Effekte auf die Beschäftigtenzahlen und die Investitionstätigkeit zu haben.
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Datum: 23.05.2023 - 12:20 Uhr
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