„Die Fachkräftestrategie des Handwerks wäre spürbar betroffen“
ID: 2062015
Handwerkskammer Freiburg mahntÜberprüfung der Kürzungen im Bundeshaushalt an

(PresseBox) - Anlässlich der in dieser Woche gestarteten Haushaltsberatungen des Bundestages warnt die Handwerkskammer Freiburg davor, das wichtige Thema Fachkräftesicherung zu kurz zu denken und durch eine Sparpolitik an der falschen Stelle die Bemühungen der Betriebe zu konterkarieren. „Die Bundesregierung plant Mittel an Stellen zu kürzen, an denen die Fachkräftestrategie des Handwerks spürbar betroffen wäre“, sagt Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg. Bei der überbetrieblichen Ausbildung und bei der Migrationsberatung will der Bund sparen, funktionierende Beratungsstrukturen für junge Menschen in den Jobcentern sollen umgelagert werden.
Die Ampelkoalition plant für den Bundeshaushalt 2024 eine Kürzung der Fördermittel für die Berufsausbildung. Der Entwurf der Regierung sieht für die Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) in den Bildungshäusern von Handwerkskammern und Verbänden fast 11 Millionen Euro weniger vor. „Das würde die dringend benötigte Ausbildung von künftigen Fachkräften im Handwerk schwächen“, macht Ullrich deutlich. „Wir wissen doch alle: Wir brauchen aktuell mehr Handwerkerinnen und Handwerker. Eine Kürzung der Förderung ist geradezu grotesk in diesen Zeiten.“ Um die Versorgung mit Nachwuchshandwerkern sicherzustellen, müsse die ÜBA-Förderung auf dem bisherigen Niveau von 70 Millionen Euro zumindest verstetigt werden. Die Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) ist für alle Auszubildenden verpflichtend und deckt Lehrinhalte ab, die im einzelnen Betrieb nicht oder nur unzureichend vermittelt werden können. Dabei geht es auch um technologische Neuerungen.
Auch im Bereich der Beratungsangebote für Migranten sieht der Bundeshaushalt deutliche Einsparungen vor. Insbesondere Integrationskurse wären von den Sparmaßnahmen betroffen und würden wegfallen. „Viele Menschen mit Migrationshintergrund wollen sich integrieren und arbeiten. Solche Kurse sind Grundlage für die weitere Integration in unsere Betriebe und damit in unsere Gesellschaft“, erläutert Ullrich. „In unseren Handwerksunternehmen werden schon jetzt viele Menschen mit Migrationshintergrund ausgebildet.“ So haben etwa 19 Prozent der aktuellen Ausbildungsbeginner eine ausländische Staatsangehörigkeit. „Dafür muss aber die Grundlage stimmen – die Sprachbarriere darf nicht zum Stolperstein für die Integration werden.“ Mit der Kürzung der Mittel würde ein erfolgreicher Integrationsablauf ausgedünnt.
Dass zudem die Betreuung von jungen Menschen unter 25 Jahren, die selbst oder über Eltern Bürgergeld beziehen, von den Jobcentern auf die Agenturen für Arbeit übergehen soll, stößt bei der Kammer ebenfalls auf Unverständnis. „Hier werden gut funktionierende Strukturen ohne Not gesprengt“, so Ullrich. „Gerade in diesem Bereich gehören Vertrauen und Konstanz zum Erfolgsrezept für einen gelungenen Übergang in den Beruf.“ Hier nun komplett neue Strukturen und Ansprechpartner aufzubauen, würde die aktuellen Netzwerke sprengen und die Vermittlung in Ausbildung deutlich bremsen.
Die Handwerkskammer Freiburg fordert daher, die Kürzungen zu überdenken. „Das Thema Fachkräftesicherung als wichtig zu deklarieren und dann in den Haushaltsplanungen komplett dagegen zu arbeiten, ist widersinnig“, so Ullrich. Die Bundesregierung müsse der Fachkräftesicherung die notwendige Priorität einräumen und die Bemühungen der Betriebe vollumfänglich unterstützen.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 06.09.2023 - 10:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2062015
Anzahl Zeichen: 3611
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Christopher Breaux
Stadt:
Freiburg im Breisgau
Telefon: +49 (761) 21800-445
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 392 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"„Die Fachkräftestrategie des Handwerks wäre spürbar betroffen“"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Handwerkskammer Freiburg (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Handwerkskammer Freiburg begrüßt die angekündigte teilweise Rücknahme der geplanten Kürzungen bei freiwilligen Integrationskursen. Nachdem die Bundesregierung ursprünglich einen weitgehenden Zulassungsstopp vorgesehen hatte, sollen ab dem 1. Juni 2026 zumindest bestimmte Gruppen mit besond
Sozialstaat zukunftsfest machen ...
Die Handwerkskammer Freiburg unterstützt die vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) veröffentlichten „Leitlinien des Handwerks zum Sozialstaat“. Aus Sicht des Handwerks braucht es verlässliche und generationengerechte Sozialversicherungssysteme, die Sicherheit bieten, ohne Betriebe
Auszeichnung für höchstes Niveau bei der Meisterprüfung ...
Im Rahmen der Meisterfeier der Handwerkskammer Freiburg wurden einige Absolventinnen und Absolventen mit einem Förderpreis für ihre vorbildlichen Leistungen bei der Meisterprüfung ausgezeichnet. Die Stifterinnen und Stifter unterstützen damit engagierte junge Fach- und Führungskräfte des südb
Weitere Mitteilungen von Handwerkskammer Freiburg
„Da könnte schon die eine oder andere Idee klappen“ ...
Studierende der Hochschule Aalen im Studiengang Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen (BWL für KMU) haben kürzlich ihre Projekt- und Geschäftsideen präsentiert und einem Expertengremium vorgestellt. Digitale Lösungen stehen hierbei im Fokus der Studierenden. Die Aufgabenstellu
Region bringt neuen Geburtenfonds auf den Weg ...
Im Frühjahr 2022 ist der Gesundheitsfonds der Region an den Start gegangen, der Menschen ohne Krankenversicherung aus der Region Hannover unterstützt und notwendige Behandlungen, Heil- und Hilfsmittel, Medikamente und Zuzahlungen finanziert. Jetzt legt die Region speziell für schwangere Frau
Wege zur Bildung ...
In Deutschland besteht Schulpflicht. Mit den gut 800.000 Schulanfängern, die dieses Jahr eingeschult wurden, drücken aktuell 8,4 Millionen Schüler für mindestens neun Jahre die Schulbank. Eltern haben die Wahl zwischen zahlreichen Schul-Konzepten, wobei die grundlegende Frage lautet: staatlich o
Blick in die datengefütterte Glaskugel: Was erwartet das Gesundheitswesen- ...
Mit zuletzt rund 50 Milliarden Euro machten die Ausgaben für Arzneimittel im Jahr 2022 etwa 18 Prozent der Gesundheitsausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus. Für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger ist es daher wichtig, abzuschätzen, wie sich die Gesundheitsa




