Lauterbachs Digitalisierungspläne und die Sorgen der ABDA

Lauterbachs Digitalisierungspläne und die Sorgen der ABDA

ID: 2066988

Standpunkte der Apothekerschaft




(PresseBox) - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach treibt die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens mit ambitionierten Plänen voran. Diese Pläne werden in zwei wichtigen Kabinettsentwürfen, dem Digital-Gesetz (DigiG) und dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG), konkretisiert. Verschiedene Interessenverbände, darunter die ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände), haben bereits ihre Standpunkte zu diesen Entwürfen formuliert. Nun haben auch die Bundesratsausschüsse ihre Empfehlungen abgegeben, die in vielen wesentlichen Punkten die Bedenken der Apothekerschaft widerspiegeln.

Kritik am GDNG-Entwurf und Paragraf § 25b SGB V

Ein zentraler Schwerpunkt der Kritik liegt auf dem neu vorgeschlagenen Paragrafen § 25b SGB V im GDNG-Entwurf, der sich mit der "datengestützten Erkennung individueller Gesundheitsrisiken durch die Kranken- und Pflegekassen" befasst. Der Bundesratsausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit spricht sich vehement für die vollständige Streichung dieses Paragrafen aus. Die Begründung betont die Wichtigkeit des Selbstbestimmungsrechts von Patienten und Versicherten sowie den Schutz des Rechts auf "Nichtwissen" bezüglich Gesundheitsrisiken. Es wird unterstrichen, dass die Diagnosestellung primär in den Zuständigkeitsbereich der Heilberufe fällt, und die Vermischung von Versorgungssteuerung und Kostenträgern vermieden werden sollte.

Falls dieser Paragraf nicht gestrichen wird, fordert der Gesundheitsausschuss zumindest, sicherzustellen, dass die Krankenkassen selbst die Auswertung der individuellen Versichertendaten durchführen und nicht an Dritte auslagern dürfen. Die Befürchtung besteht darin, dass die Auslagerung der Datenanalyse an Dritte das Risiko einer Datenverarbeitung außerhalb des intendierten Zwecks schaffen könnte.

Herausforderungen bei der Telemedizin



Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt betrifft die Telemedizin, bei der die Länder die Bedenken der Apothekerschaft teilen. Die ABDA begrüßt zwar die Idee, dass Apotheken assistierte Telemedizin anbieten sollen, sieht jedoch die Pläne des Gesundheitsministeriums als unzureichend ausgearbeitet an. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die geplanten Maßnahmen die Trennung zwischen ärztlichen und apothekerlichen Berufen gefährden könnten, was zu einer möglichen Abkehr von einer patientenzentrierten Zusammenarbeit führen könnte.

Der Gesundheitsausschuss hebt hingegen hervor, dass die Einbindung von Apotheken in telemedizinische Versorgungsprozesse, insbesondere in ländlichen Regionen, grundsätzlich als niedrigschwellige Maßnahme betrachtet werden kann. Dennoch sollte die Behandlungshoheit bei Ärzten verbleiben. Um die Aufgaben, die Apotheken im Rahmen der bestehenden rechtlichen Möglichkeiten übernehmen können, zu klären, schlägt der Ausschuss vor, dies zunächst in ausgewählten Regionen zu erproben.

Ausblick und Fazit

Am 20. Oktober wird das Bundesratsplenum in erster Runde die Entwürfe behandeln und auf Grundlage der Empfehlungen der Ausschüsse eine Stellungnahme verabschieden. Obwohl die beiden Gesetze nicht zustimmungspflichtig sind, wird die Debatte zur Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv geführt. Deutschland strebt an, in diesem Bereich den Status eines Entwicklungslandes zu überwinden, und die aktuellen Gesetzesentwürfe sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Kommentar:

Die Empfehlungen der Bundesratsausschüsse im Kontext der Digitalisierung des Gesundheitswesens werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Bedenken, die mit der Einführung neuer Gesetze und Technologien in diesem Bereich einhergehen. Die Auseinandersetzung um die Balance zwischen Datenschutz, Patientenautonomie und Effizienz in der Gesundheitsversorgung ist von großer Relevanz und verdient eine gründliche Prüfung.

Die Kritik am Paragrafen § 25b SGB V zeigt, dass die Gewährleistung des Rechts auf "Nichtwissen" und die klare Trennung von Versorgungssteuerung und Kostenträgern höchste Priorität haben. Die Telemedizin stellt eine vielversprechende Möglichkeit zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung dar, erfordert jedoch klare Regulierungen, um die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung zu gewährleisten.

Der Ausgang dieser Debatte wird das zukünftige Gesundheitswesen in Deutschland maßgeblich beeinflussen, und es ist entscheidend, dass alle Interessenvertreter und Experten in diesen Prozess eingebunden werden, um eine ausgewogene Lösung zu finden.

Von Engin Günder, Fachjournalist

Die ApoRisk® GmbH ist ein Versicherungsmakler und seit vielen Jahren Spezialist für Risiken der Apothekerinnen und Apothekern. Das Maklerunternehmen ist in der Apothekenbranche erfahren und unabhängig. Das Direktkonzept über die Internetportale aporisk.de und pharmarisk.de spart unseren Kunden viel Geld. Diese Ersparnis kommt dem hohen Wert und dem fairen Preis der Policen zugute.

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Die ApoRisk® GmbH ist ein Versicherungsmakler und seit vielen Jahren Spezialist für Risiken der Apothekerinnen und Apothekern. Das Maklerunternehmen ist in der Apothekenbranche erfahren und unabhängig. Das Direktkonzept über die Internetportale aporisk.de und pharmarisk.de spart unseren Kunden viel Geld. Diese Ersparnis kommt dem hohen Wert und dem fairen Preis der Policen zugute.



drucken  als PDF  Neue Veranstaltungsreihe der BIOPRO startet Überlebenskampf der Apotheken in Deutschland
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 10.10.2023 - 15:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2066988
Anzahl Zeichen: 5276

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Roberta Günder
Stadt:

Karlsruhe


Telefon: +49 (721) 16106610

Kategorie:

Medizintechnik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 420 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lauterbachs Digitalisierungspläne und die Sorgen der ABDA"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

ApoRisk GmbH (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Apotheken-Nachrichten von heute: Herausforderungen, Lösungsansätze und Zukunftsperspektiven ...
Die deutsche Apothekenlandschaft steht vor herausfordernden Zeiten: Von rechtlichen Stolpersteinen in der Berufsunfähigkeitsversicherung über existenzbedrohende Skonti-Verbote bis hin zu drohenden Schließungen. Die jüngsten BGH-Entscheidungen setzen die Apothekenbranche unter Druck. Gleichzeitig

Apotheken-Nachrichten von heute - Update ...
Willkommen zu den Apotheken-Nachrichten! In dieser Ausgabe werfen wir einen detaillierten Blick auf die aktuellen Herausforderungen in deutschen Apotheken, beleuchten innovative Strategien gegen Retaxationsrisiken, präsentieren vielversprechende Entwicklungen im Kampf gegen Darmkrebs bei Diabetes u

Digitale Sicherheit in Apotheken ...
Die rasante Digitalisierung im Gesundheitswesen prägt nicht nur positive Veränderungen, sondern birgt auch erhebliche Risiken. Besonders betroffen von diesem Wandel sind Apotheken, die als zentrale Anlaufstellen im Gesundheitssystem eine Vielzahl sensibler Gesundheitsdaten verwalten. Die Bedrohung


Weitere Mitteilungen von ApoRisk GmbH


Neue Veranstaltungsreihe der BIOPRO startet ...
Die BIOPRO Baden-Württemberg hat ihre Tätigkeiten auf den gesamten Bereich der Regulatorik in Medizintechnik, Pharma und Biotechnologie ausgeweitet. Hierzu ist unlängst auch eine neue Veranstaltungsreihe gestartet, in welcher Akteurinnen und Akteure Fragen stellen und miteinander sowie mit Expert

Mitteilungen aus Bildung und Wissenschaft– Gesunde Prozesse gestalten: Arbeit macht Spaß oder krank ...
Der Fachkräftemangel in der Pflege stellt derzeit und in Zukunft eine der größten Herausforderungen im deutschen Gesundheitssystem dar. Viele Pflegekräfte fühlen sich überlastet und klagen über unzureichende Unterstützung sowie eingeschränkte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Um die Zu

KfW unterstützt Apotheker beim Wohnungskauf ...
Im Rahmen des Maßnahmenpakets der Bundesregierung zur Unterstützung des Wohnungsbaus in Deutschland hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Förderbedingungen ihres Kreditprogramms "Wohneigentum für Familien" im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und

Krankengeldbezug und Leasingverträge ...
Am 02.09.2023 entschied die 8. Kammer des Arbeitsgerichts Aachen in einem Urteil mit dem Aktenzeichen 8 Ca 2199/22, dass ein Arbeitnehmer die Leasingraten für ein Dienstrad, das im Rahmen der Entgeltumwandlung finanziert wird, während des Krankengeldbezugs selbst tragen muss. Die Entscheidung erga


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z