Fehlerquote bei E-Rezepten steigt
ID: 2067875
Sorge um reibungslose Umstellung

(PresseBox) - Die bevorstehende Einführung des E-Rezepts am 1. Januar hat kürzlich aufgrund alarmierender Daten aus den Rechenzentren für Aufsehen gesorgt. Trotz der Bestätigung dieses Schritts durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zeigen Berichte aus den Rechenzentren, dass im Vergleich zu herkömmlichen Papierrezepten die Fehlerquote bei E-Rezepten in besorgniserregendem Maße angestiegen ist. Dabei handelt es sich um ein bereits seit längerem bekanntes Problem, das dringend einer Lösung bedarf.
Laut Berichten sind 0,4 Prozent der E-Rezepte fehlerhaft, basierend auf Angaben des Norddeutschen Apothekenrechenzentrums (NARZ). Noventi, ein Branchenführer, meldet eine ähnliche Fehlerquote. Im September wies das ARZ Darmstadt sogar eine fehlerhafte Quote von 1,2 Prozent bei den eingereichten E-Rezepten auf. Im Vergleich dazu liegt die Retaxquote im Rechenzentrum für Muster-16-Rezepte bei lediglich 0,01 Prozent, wenn die Abrechnung in Betracht gezogen wird.
Obwohl ein direkter Vergleich der Zahlen nicht möglich ist, da bei Papierrezepten Fehler vor der Abrechnung korrigiert werden können, steht außer Frage, dass die Fehlerquote bei E-Rezepten erheblich höher ist, insbesondere da jede Verordnungszeile ein eigenes Rezept darstellt.
Ein häufig auftretender Fehler betrifft die Signatur, insbesondere wenn der ausstellende Arzt von dem Arzt, der das Rezept unterzeichnet, abweicht. Dieses Problem tritt relativ häufig auf, da im Praxisverwaltungssystem (PVS) ein Name für den ausstellenden Arzt hinterlegt ist, der nicht zwangsläufig mit dem Namen auf dem Heilberufsausweis (HBA) übereinstimmt. Gemäß der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) müssen jedoch Arztstempel und Arztunterschrift übereinstimmen.
In vielen Fällen handelt es sich um ein technisches Problem, da die Daten als Zeichenkette aus einem definierten Zeichensatz verglichen werden. Dies führt dazu, dass Unterschiede in der Schreibweise, Umlaute, Sonderzeichen oder das Weglassen eines Zweitnamens übersehen werden. Beispielsweise werden "André Müller" im PVS und "Andre Thomas Mueller" auf dem HBA nicht als derselbe Arzt erkannt. Dieses Problem hätte durch die Einführung einer eindeutigen Codierung für jeden Arzt und jede Ärztin leicht behoben werden können, wurde jedoch trotz wiederholter Hinweise aus der Praxis nicht gesetzlich vorgeschrieben.
Immerhin haben sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) darauf geeinigt, keine Retaxierung vorzunehmen, wenn es eindeutig derselben Person zuzuordnen ist. Bei deutlich abweichenden Namen sind die Apotheken jedoch angehalten, ein neues Rezept auszustellen.
Um diesem Problem vorzubeugen, hat die Gematik eine Arbeitsanweisung herausgegeben, die besagt, dass im Zweifelsfall das Rezept überschrieben werden sollte. In Zukunft soll der E-Rezept-Fachdienst sicherstellen, dass E-Rezepte mit abweichenden Namen nicht mehr ausgestellt werden können.
Die Gesellschafterversammlung der Gematik hat im Juni die Apotheken von der Prüfpflicht befreit, sodass Abweichungen zwischen dem Namen in der Verordnung und dem Namen in der Signatur keine Relevanz mehr haben. Die qualifizierte Signatur bestimmt, welcher Name relevant ist. Dieser Beschluss wurde zwar von der Mehrheit der Gematik-Gesellschafter gefasst, jedoch gegen den Widerstand des GKV-Spitzenverbands. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Krankenkassen zu diesem Beschluss positionieren.
Die Apotheken wünschen sich, dass diese Abweichungen bereits beim Ausstellen der Rezepte vermieden werden, um die aktuell besorgniserregend hohe Fehlerquote bei den E-Rezepten zu senken.
Mit der Einführung des EGK-Verfahrens im Juli, bei dem E-Rezepte über die elektronische Gesundheitskarte eingelöst werden, sind die Zahlen signifikant angestiegen, zuletzt auf mehr als 80.000 E-Rezepte pro Tag. Im Vergleich zum Gesamtvolumen machen digitale Verordnungen jedoch immer noch nur einen niedrigen einstelligen Prozentbereich aus.
Kommentar:
Die erhöhte Fehlerquote bei der Einführung des E-Rezepts ist eine alarmierende Entwicklung, die dringend angegangen werden muss. Die Tatsache, dass die Fehlerquote bei E-Rezepten im Vergleich zu Papierrezepten deutlich höher ist, ist besorgniserregend und wirft Fragen zur Effizienz und Genauigkeit des Systems auf. Insbesondere die Probleme mit der Signatur und der Abstimmung zwischen ausstellendem Arzt und unterzeichnendem Arzt sind technischer Natur und könnten durch eine eindeutige Codierung leicht behoben werden. Es ist erfreulich zu sehen, dass der Deutsche Apothekerverband und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung Maßnahmen ergreifen, um Abweichungen zu behandeln. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, dass die Gesundheitsbehörden und die Gematik zusammenarbeiten, um diese Fehlerquellen zu beseitigen und sicherzustellen, dass die E-Rezepte reibungslos und fehlerfrei funktionieren. Die Einführung des EGK-Verfahrens stellt eine weitere Herausforderung dar, und es ist wichtig, dass die Fehlerquote bei dieser Erweiterung des Systems ebenfalls minimiert wird. In dieser Hinsicht könnte die Einführung einer speziellen Cyber-Police wie Aporisk eine sinnvolle Maßnahme sein, um sich vor potenziellen Risiken im Zusammenhang mit dem E-Rezept-System zu schützen und einen reibungslosen Betrieb der Apotheken zu gewährleisten.
Von Matthias Engler, Fachjournalist
Die ApoRisk® GmbH ist ein Versicherungsmakler und seit vielen Jahren Spezialist für Risiken der Apothekerinnen und Apothekern. Das Maklerunternehmen ist in der Apothekenbranche erfahren und unabhängig. Das Direktkonzept über die Internetportale aporisk.de und pharmarisk.de spart unseren Kunden viel Geld. Diese Ersparnis kommt dem hohen Wert und dem fairen Preis der Policen zugute.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die ApoRisk® GmbH ist ein Versicherungsmakler und seit vielen Jahren Spezialist für Risiken der Apothekerinnen und Apothekern. Das Maklerunternehmen ist in der Apothekenbranche erfahren und unabhängig. Das Direktkonzept über die Internetportale aporisk.de und pharmarisk.de spart unseren Kunden viel Geld. Diese Ersparnis kommt dem hohen Wert und dem fairen Preis der Policen zugute.
Datum: 17.10.2023 - 08:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2067875
Anzahl Zeichen: 6123
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Roberta Günder
Stadt:
Karlsruhe
Telefon: +49 (721) 16106610
Kategorie:
Medizintechnik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 245 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Fehlerquote bei E-Rezepten steigt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ApoRisk GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die deutsche Apothekenlandschaft steht vor herausfordernden Zeiten: Von rechtlichen Stolpersteinen in der Berufsunfähigkeitsversicherung über existenzbedrohende Skonti-Verbote bis hin zu drohenden Schließungen. Die jüngsten BGH-Entscheidungen setzen die Apothekenbranche unter Druck. Gleichzeitig
Apotheken-Nachrichten von heute - Update ...
Willkommen zu den Apotheken-Nachrichten! In dieser Ausgabe werfen wir einen detaillierten Blick auf die aktuellen Herausforderungen in deutschen Apotheken, beleuchten innovative Strategien gegen Retaxationsrisiken, präsentieren vielversprechende Entwicklungen im Kampf gegen Darmkrebs bei Diabetes u
Digitale Sicherheit in Apotheken ...
Die rasante Digitalisierung im Gesundheitswesen prägt nicht nur positive Veränderungen, sondern birgt auch erhebliche Risiken. Besonders betroffen von diesem Wandel sind Apotheken, die als zentrale Anlaufstellen im Gesundheitssystem eine Vielzahl sensibler Gesundheitsdaten verwalten. Die Bedrohung
Weitere Mitteilungen von ApoRisk GmbH
IWiG– Irrtum widerlegt: Digitale Transformation muss weder teuer noch kompliziert sein ...
Mitteilungen aus Bildung und Wissenschaft - Die Geheimnisse von Workflow-Management Die Einführung neuer Software im Gesundheitswesen wird häufig mit erheblichen Herausforderungen in Verbindung gebracht: komplexe IT-Integrationen, lange Implementierungszeiten, Inkompatibilitäten mit bestehende
Langer Medical verkündet strategische Partnerschaft mit Biomedica Italia ...
Langer Medical, ein führender Anbieter von medizintechnologischen Lösungen für das intraoperative Neuromonitoring (IONM), gibt strategische Partnerschaft mit Biomedica Italia bekannt, einem der etabliertesten MedTech-Distributoren Italiens. Mit einem etablierten Kundenstamm von über 500 öffentl
Rückblick: DMEA 2026 in Berlin ...
Vom 21. bis 23. April 2026 stellen unsere Kollegen von SCHILLER Deutschland auf der DMEA in Berlin aus. Mit über 20.500 Besuchern, rund 900 Ausstellern und mehr als 450 Referenten zählt die DMEA zu den führenden europäischen Veranstaltungen für digitale Gesundheit und vereint Messe und Kongress
Canvys erweitert 4K-Displayplattform für medizinische Anwendungen um 32"-Monitor ...
Canvys – Visual Technology Solutions, ein international tätiger Anbieter kundenspezifischer Display- und Monitorlösungen für OEM-Anwendungen und Geschäftsbereich der börsennotierten Richardson Electronics, erweitert seine etablierte 4K-Displayplattform für medizinische Anwendungen um einen n
IWiG– Digitalisierung braucht zuerst klare Prozesse ...
Impulse aus Forschung, Wissenschaft und Praxis – Innovationen im klinischen Workflow-Management Prozessoptimierung wird im Gesundheitswesen noch immer häufig mit Personalabbau gleichgesetzt. Dieses Verständnis greift zu kurz. Moderne Prozessoptimierung verfolgt ein anderes Ziel: Mitarbeitende vo
Open Innovation Day– Circular Health: Nachhaltigkeit als Innovationstreiber im Gesundheitswesen ...
Wie kann das Gesundheitswesen ressourcenschonender, resilienter und zugleich innovativer werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Open Innovation Day „Circular Health: Innovation für nachhaltige Versorgung“ am 4. Mai 2026, zu dem die Landesagentur BIOPRO Baden-Württemberg ins Klinikum Stut
Bewegung entsteht nicht im Moment— sondern im System dahinter ...
Wenn ein Mensch wieder gehen kann, sieht man Bewegung. Was man nicht sieht: die Prozesse, Entscheidungen und Lieferketten, die diese Bewegung erst möglich machen. Für Ottobock, dessen Technologien Menschen weltweit mehr Mobilität ermöglichen, lag die eigentliche Herausforderung daher nicht im La
Rückblick: DKG 2026 in Mannheim ...
Vom 08.04.-11.04. fand in diesem Jahr der DGK in Mannheim im Rosengarten statt. Der DGK ist jedes Jahr ein Treffpunkt für Kardiologen aus ganz Deutschland. Bei spannenden Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Studienvorstellungen ist die Industrieausstellung zahlreicher Medizintechnikunternehmen ei
IWiG– Workflow-Management in Kliniken muss nicht kompliziert sein ...
Mitteilungen aus Bildung und Wissenschaft - Die Geheimnisse von Workflow-Management In vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens besteht die Annahme, dass die Einführung von Workflow-Management mit hohem Aufwand, komplexen Methoden und schwer umsetzbaren Veränderungen verbunden ist. Gerade im ohn
Was die Evaluation der Heilmittel-Richtlinie für dich bedeutet ...
Mitte März lud der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zum Heilmittel-Fachtag nach Berlin. Das Deutsche Medizinrechenzentrum (DMRZ) war mit dabei. Im Fokus stand die Evaluation der großen Reform der Heilmittel-Richtlinie von 2019, die Anfang 2021 in Kraft trat. Der umfangreiche Evaluationsbericht, d




