Parlamentarischer Abend der Gesundheitshandwerke

Parlamentarischer Abend der Gesundheitshandwerke

ID: 2074246

VDZI-Präsident Dominik Kruchen stellt Forderungen für ein auskömmliches Leistungsrecht, zur Überprüfung von „Praxislaboren“ und zur Flexibilisierung des Medizinprodukterechts



(PresseBox) - Bürokratieabbau und eine auskömmliche und qualitätsgesicherte Zahnersatzversorgung standen im Mittelpunkt des diesjährigen Parlamentarischen Abends der Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke am

28. November in Berlin. Vertreterinnen und Vertreter der Augenoptik, Hörakustik, Orthopädietechnik und Zahntechnik haben gemeinsam mit mehr als 60 Gästen aus der Gesundheitspolitik über die zukünftigen Herausforderungen für eine qualitätsorientierte Versorgung mit Zahnersatz in Deutschland diskutiert.

Dominik Kruchen, Präsident des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI), nahm mit dem Bundesvorstand und Geschäftsführer Kim Nikolaj Japing an der Veranstaltung teil. Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, begrüßte die Gäste im Haus der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mit einem Überblick zu Chancen und Herausforderungen für das Gesundheitshandwerk in Deutschland.

Hauptredner des Abends war der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG), Prof. Dr. Edgar Franke (MdB). Dieser betonte die Wichtigkeit des Gesundheitshandwerks für die Versorgung der Menschen vor Ort: „Wenn alle so innovativ wären wie unsere Gesundheitshandwerker, wäre die Zukunft der deutschen Wirtschaft gesichert. Gegenüber Franke erläuterte Kruchen, dass die Innovationsstärke des deutschen Zahntechniker-Handwerks langfristig in der Fläche nur gewahrt bleiben könnte, wenn die Leistungserbringung auch wirtschaftlich auskömmlich ist. Dafür müsste die Deckelung der Preisentwicklung über die Bindung an die jährliche Grundlohnsummenentwicklung fallen.

In seinen Statements in der folgenden Panel-Diskussion mit MdB Tino Sorge fokussierte sich VDZI-Präsident Kruchen auf die Entwicklung der investorenbetrieben zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren (iZ-MVZ). Im dritten Quartal dieses Jahres waren es immerhin schon 440 iZ-MVZ, die sich fast ausschließlich auf Großstädte und Ballungsräume verteilen.



„In strukturschwachen Gebieten, in denen Engpässe und Unterversorgung drohen könnten, gibt es kaum iZ-MVZ. Investorenorientierte iZ-MVZ bleiben damit ein idealer Nährborden für die Gefahren einer rein gewinnorientierten Zahnersatzversorgung“, erklärte Dominik Kruchen und skizzierte vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen mehrere Forderungen: „Der Gesetzgeber muss sich mit der Aushöhlung der Freiberuflichkeit beschäftigen und hier für die notwendige Klarheit sorgen. Erstens sollte sozial- und berufsrechtlich klargestellt werden, dass Praxislabore in iZ-MVZ ausgeschlossen sind. Zweitens ist es wichtig, dass Aufsichtsstrukturen gestärkt werden, zum Beispiel durch die Eintragung von Praxislaboren in die Handwerksrolle.“

Darüber hinaus forderte Kruchen Flexibilisierungen im Medizinprodukterecht: „Die Klinischen Bewertungen für Sonderanfertiger sind ein echtes Ärgernis für unsere zahntechnischen Labore und bieten keinen Mehrwert in der Versorgung. Wir bitten die Bundesregierung dringlichst, sich auf europäischer Ebene für die Rücknahme dieser unsinnigen Anforderung für Kleinbetriebe auszusprechen. Gleichzeitig braucht es bundesländerübergreifend ein harmonisiertes Prüfvorgehen durch die Behörden und Augenmaß bei betrieblichen Begehungen.

Tino Sorge pflichtete dem Ansatz für eine umfassendere Entbürokratisierung bei: „Die Gesundheitshandwerke ächzen unter den bürokratischen Lasten und den in nahezu allen Bereichen gestiegenen Kosten. Es ist höchste Zeit für spürbare Entlastungen. Dazu werden wir anstelle der bisherigen Misstrauenskultur eine neue Kultur des Vertrauens brauchen. Viele mittelständische Unternehmen erleben seit Jahren immer neue rechtliche Vorgaben, Hürden und Auflagen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich solche Belastungen auf die Versorgung niederschlagen.“

Der VDZI wird sich auch zukünftig dafür einsetzen, dass im Versorgungsbereich Zahnersatz ein faires Leistungsrecht gilt und dass die Bundesregierung den im Koalitionsvertrag angedachten Entbürokratisierungszielen gerecht wird.

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  20 Jahre Virtual Design an der Hochschule Kaiserslautern Weiterbildungsprogramm 2024 der Handwerkskammer Karlsruhe
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 29.11.2023 - 14:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2074246
Anzahl Zeichen: 4397

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Gerald Temme
Stadt:

Berlin


Telefon: +49 (30) 8471087-12

Kategorie:

Bildung & Beruf



Diese Pressemitteilung wurde bisher 258 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Parlamentarischer Abend der Gesundheitshandwerke"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Die Anmeldung für den Wettbewerb der Auszubildenden zum Zahntechniker ist eröffnet! ...
Der „Gysi-Preis“ des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) startet in die nächste Runde. Junge Talente aus der Zahntechnik können sich zum 21. Ausbildungswettbewerb „Gysi-Preis“ bewerben. Der Wettbewerb für Auszubildende im 2., 3. oder 4. Lehrjahr in einem gewerblichen Labor w

Zahnersatz darf nicht zum Luxus werden. ...
Der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) kritisiert die im Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (BStabG) vorgesehenen Maßnahmen zur Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen. Dazu zählt insbesondere die geplante

Zahntechnik plus 2026 wächst deutlich und setzt Impulse für die Branche ...
Mit einem vielfältigen Kongressprogramm, einer ausgebuchten Industrieausstellung und neuen Veranstaltungsformaten hat die Zahntechnik plus ihre Rolle als Treffpunkt des Zahntechnikerhandwerks etabliert. Am 6. und 7. März 2026 kamen 2.100 Inhaber und Manager von Dentallaboren, Zahntechniker sowie A


Weitere Mitteilungen von Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI)


20 Jahre Virtual Design an der Hochschule Kaiserslautern ...
Anfang November feierte der Studiengang Virtual Design an der Hochschule Kaiserslautern mit vielen Gästen sein 20-jähriges Bestehen und hat mit einem inspirierenden Alumni Line-up das Publikum inspiriert und begeistert. Virtual Design Gründungsmitglied Prof. Matthias Pfaff und VR-Coaster Erfinder

Beitragshebesatz wird 2024 erneut abgesenkt ...
Bei der Sitzung der IHK-Vollversammlung am 23. November 2023 wurde eine Absenkung des Beitragshebesatzes für IHK-Mitgliedsunternehmen für das Jahr 2024 beschlossen. Der Beitragshebesatz sinkt um 0,02 Prozentpunkte auf 0,22 Prozent. Der Wirtschaftsplan sowie die Wirtschaftssatzung für das Jahr 202

Reformen gefordert ...
Zum letzten Mal in diesem Jahr kamen gestern die Mitglieder der IHK-Vollversammlung zusammen. „Nur mit einem kräftigen Aufbruchssignal kann die Politik bei den Unternehmen wieder Vertrauen zurückgewinnen, das sie in den vergangenen Jahren verloren hat: Zu viele Ankündigungen, zu wenige gute Tat

Empfehlung zur Mediennutzung von Kindern jetzt in neun Sprachen ...
Germering, 29. November 2023. Der richtige Umgang mit digitalen Endgeräten wird immer wichtiger, da immer mehr Kinder bereits im Grundschulalter ein eigenes Handy besitzen und die Nutzung von Tablets im Unterricht und für Hausaufgaben zunehmend zum Standard wird. Daher hat sich die Stiftung Digita


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z