Das Salz in der Suppe der Kommunikation - Die Politische Meinung feiert ihren 50. Geburtstag
ID: 20893
Alois Rummel, ehemaliger Chefredakteur des Rheinischen Merkur (RM) http://www.merkur.de, schreibt über die "Publizistischen Lotsen der Nachkriegsgeschichte". Unter dem Chefredakteur Karl Willy Beer und dem Redakteur Anton Böhm habe die PM ihren grosse Ruf erworben, "den sich noch heute in weiten politisch-öffentlichen Kreisen besitzt". Beer ging aus der religiös-sozialistischen Bewegung in den zwanziger Jahren hervor. Er schrieb Kommentare für die berühmte Weltbühne, die von dem von den Nazis ermordeten Carl von Ossietzky herausgegeben wurde. Böhm, der in der Weimarer Republik unter anderem für die katholische Wochenschrift "Schönere Zukunft" zur Feder gegriffen hatte, nahm parallel zu seiner Redakteurstätigkeit für die PM "in der Ära Adenauer grossen Einfluss auf das politische Meinungsbild der Bundesrepublik Deutschland".
Von Karl Willy Beer übernahm 1970 Ludolf Herrmann die Chefredaktion der Zeitschrift. In seinem Porträt zeichnet Ansgar Lange, Chefredakteur der Zeitschrift NeueNachricht http://www.neue-nachricht.de, Herrmann als einen "Anwalt der Kultur des Politischen". Alles Parteisoldatische sei dem katholischen Publizisten, der auch Chefredakteur von Christ und Welt und Capital war, fremd gewesen. Lange betont, dass Herrmann nicht immer auf Unionskurs schwamm. So kritisierte er 1985 in einem Beitrag für den Rheinischen Merkur die Haltung von Helmut Kohl und Michael Stürmer zur deutschen Frage: "Die Geschichte hat den Publizisten eindrucksvoll bestätigt. Nach 1990 hätte er sich für kein früheres Wort in Sachen deutsche Einheit schämen müssen." Als Christ seien Herrmann alle Anzeichen europäischer oder deutscher Hypermoral zuwider gewesen. Daher habe sich der früh verstorbene Journalist auch gegen wohlfeile Beurteilungen der Situation in Südafrika gewandt. "Wir grenzen zum Beispiel den Strom der Hilfe Suchenden durch immer strengere Massstäbe des Asylrechts von unseren Fleischtöpfen aus. Ist unsere Moral wirklich so unendlich hoch überlegen über die der Südafrikaner, die mit ihrer Homelandpolitik doch nur den gleichen Effekt erzielen wollen?", frage Herrmann damals.
Am Ende seines Essays skizziert Lange seine Vorstellungen von einer politischen Zeitschrift, die mit denen Herrmanns konform gehen: "Als Ludolf Herrmann im März 1979 die Leitung der PM-Redaktion übernahm, trat er mit dem Anspruch an, die geistigen Auseinandersetzungen der Zeit sollten sich auf den Seiten dieser Zeitschrift spiegeln. Nur wenn die PM eine gewisse intellektuelle Offenheit ausstrahle, werde sie auch wahr- und ernstgenommen. Ludolf Herrmann hat noch auf dem Krankenbett dafür gekämpft, dass dieser Anspruch erfüllt wurde."
In einem grundsätzlichen Beitrag beleuchtet PM-Chefredakteur Wolfgang Bergsdorf den Charakter der politischen Monatszeitschriften. Sie seien das Salz in der Suppe der Kommunikation und trotzten dem Diktat der Unterhaltung. Die Gesamtauflage der politischen Zeitschriften belaufe sich auf 100.000 Exemplare. Für die vertiefte Information über eine möglichst rationale Auseinandersetzung über Politik seien sie unverzichtbar. "Die politischen Monatszeitschriften sind das Medium der hochkarätigen Multiplikatoren. Ihr Publikum ist jener winzige Anteil der Bevölkerung, der sich für Politik interessiert und für Politik engagiert", so Bergsdorf. Die PM gehört zur "elitären Presse", in der die Kunst des Essays gepflegt wird: "Er leistet dies idealerweise in einem Sprachstil, der vom Jargon ebenso weit entfernt ist wie von der wissenschaftlichen Fachsprache."
Ein Beitrag von Norbert Seitz, verantwortlicher Redakteur der sozialdemokratischen Neuen Gesellschaft/Frankfurter Hefte (NG/FH) http://www.frankfurter-hefte.de, rundet die interessante Jubiläumsausgabe der Politischen Meinung ab.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 13.06.2006 - 15:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 20893
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Silke Landwehr
Kategorie:
Vermischtes
Meldungsart: bitte
Versandart: bitte
Freigabedatum: 13.06.2006
Diese Pressemitteilung wurde bisher 706 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Das Salz in der Suppe der Kommunikation - Die Politische Meinung feiert ihren 50. Geburtstag"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbüro.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un
Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys
Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn
Deutsche Wirtschaft ist bester Laune - Doch am Jahresende dürfte sich die Stimmung wieder eintrüben ...
Bonn/Berlin - Passend zu den sommerlichen Temperaturen und zur Fussball-Weltmeisterschaft im eigenen Land ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so gut wie seit 16 Jahren nicht mehr. Zu diesem Schluss kommen eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) http://www.dihk.de
LaMa, der lachende Manager (203) ...
ISSN ISSN 1861-3772 LaMa 203 dieser Woche ist bereit zum Download: Saure Gurken werden Sie umbringen und der LaMa-Buchtipp: Sanierungs-Management - Unternehmen aus der Krise führen. In jedem professionellen Öffentlichkeitsarbeiter steckt ein gutes Stück Tollheit. In der Regel jeden Freitag ver
Krauss-Maffei unterstützt Kampf gegen Kinderarmut in München. ...
Engagement für Kinderprojekt KidAiD im Münchner Stadtteil Hasenbergl. München, 12. Juni 2006. Die Krauss-Maffei Kunststofftechnik unterstützt den Kampf gegen Kinderarmut in München. Josef Märtl, Vorsitzender der Geschäftsführung des Münchner Traditionsunternehmen, hat heute einen Spenden
Feel it like Beckham - Der "Heilige Rasen" zur FIFA WM 2006 jetzt für jeden Fussballfan erhältlich ...
München, 12. Juni 2006. Der Traum von einer Eintrittskarte für die FIFA WM 2006 hat sich für viele Fans nicht erfüllt. Dafür kann sich jeder aber nun den Wunsch nach einem kleinen Stück des "Heiligen Rasens" zur FIFA WM 2006 erfüllen! "In allen zwölf WM-Stadien wurde die gleic




