Erasmus+: Handwerksgesellen erleben Auslandsabenteuer
ID: 2091974
Junge Fachkräfte lernen in Italien neue Arbeitsweisen und eine fremde Kultur kennen

(PresseBox) - Für 14 Handwerkerinnen und Handwerker ist ein Traum wahr geworden: Dank des Erasmus+-Projekts der Handwerkskammer Region Stuttgart reisten sie Anfang Januar in das italienische Städtchen Volterra, dort sammelten sie wertvolle Arbeitserfahrungen, entwickelten sich persönlich weiter und schlossen Freundschaften fürs Leben. Nach einem vierwöchigen Sprachkurs im Januar arbeiteten sie bis Ende März in italienischen Handwerksbetrieben.
„Durch Projekte wie Erasmus+ werden kulturelle Brücken zwischen Ländern gebaut und der europäische Gedanke eindrucksvoll gelebt“, erklärt Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart. Gerade jetzt in politisch schwierigen Zeiten sei es wichtig, Zeichen zu setzen und die interkulturelle Verständigung zu fördern. „Die Erasmini haben die einzigartige Chance genutzt, ein fremdes Land und neue Arbeitstechniken kennenzulernen und sich persönlich stark weiterentwickelt – diese Erfahrung wird sie ihr gesamtes Leben begleiten.“ Ein herzlicher Dank gelte den italienischen Partnern, durch deren großes Engagement das Projekt erst ermöglicht wird: der Stadt Volterra, der Sparkassenstiftung vor Ort, den Naturfreunden GIAN Volterra und der Villa Palagione. Im November 2024 wird das 25-jährige Jubiläum des Erasmus+-Projekts in Stuttgart gefeiert.
Die deutschen Fachkräfte aus insgesamt zehn Gewerken wie dem Zimmerer-, Maurer- oder Konditorenhandwerk zeigten in italienischen Betrieben und auf Baustellen ihr ganzes Können. Dabei sind in der traditionsreichen Etruskerstadt Volterra insbesondere Ausbau- und Restaurierungsarbeiten gefragt: So wurden unter anderem im Museo Etrusco Guarnacci mit viel Fingerspitzengefühl alte Fresken freigelegt und neu bemalt, mitten in der Altstadt eine für die Toskana typische Natursteinmauer gebaut oder die aus dem Mittelalter stammenden Fliesen im Rathaus von Volterra neu verlegt, aber auch wichtige Arbeiten in den Bereichen Elektrotechnik oder Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) und verschiedene Holz- und Glaserarbeiten durchgeführt.
Die Arbeit im italienischen Friseurbetrieb war für Friseur Tiziano Tragni, 21, aus Bodelshausen besonders wertvoll: „Ich habe im Salon sehr viel gelernt, beispielsweise wenn es um Farbe, Schneiden oder die Sprache geht.“ In Italien werde ganz anders gestylt und viel mehr Zeit für die Kundschaft eingeplant. „Dank dem Vertrauen meiner Chefin und der Kunden durfte ich schon früh richtig mitarbeiten und Haare schneiden – das hat mir gut gefallen.“ Von der bereichernden Arbeitserfahrung schwärmt ebenfalls Konditorin Abigail Pflüger aus Stuttgart: „Von Anfang an wurde ich sehr herzlich aufgenommen und habe mich gleich als Teil der Familie gefühlt.“ Unter anderem stellte sie Gebäcke aus Blätterteig oder Brandmasse sowie Tartelettes und zum Valentinstag sogar zwei Torten her, die sie selbst entwickeln und gestalten durfte. „Nach Deutschland nehme ich auf jeden Fall ein größeres Selbstbewusstsein und Vertrauen in mein Können mit“, berichtet die 26-Jährige. Beim Schleifen und Lackieren von alten Fensterläden lernte auch Tischlerin Kaya Huber aus Ditzingen neue Techniken kennen und erhielt einen frischen Blick auf ihren Beruf: „Nicht alles muss unbedingt neu sein. Wir haben sehr alte Fenster mit gar nicht so viel Aufwand restauriert – da können wir uns auf jeden Fall noch etwas abschauen.“
Die Grundlage für die erfolgreichen Arbeitseinsätze bildeten die guten Sprachkenntnisse der Erasmini: „Durch den Italienisch-Sprachkurs haben wir es in nur wenigen Wochen geschafft, unsere Aussprache, unseren Wortschatz und unsere Grammatik so zu verbessern, dass wir uns auf den Baustellen ohne Probleme mit unseren Capos verständigen konnten“, erklärt Maurer David Möck, 22, aus Ofterdingen. Auch persönlich entwickelten sich die Teilnehmenden enorm weiter: Ob beim gemeinsamen Zusammenleben im Naturfreundehaus, den vielen Begegnungen mit Italienerinnen und Italienern oder interessanten Ausflügen – sie haben Erfahrungen fürs Leben gesammelt. „Mit den anderen Erasmini durfte ich viele schöne Momente erleben. Dazu gehören die Tischtennisturniere, gemeinsame Kochsessions oder Geburtstage, die wir gemeinsam gefeiert haben“, fasst Maurer Lennard Paul, 22, aus Stuttgart die gemeinsamen drei Monate in der Toskana zusammen. „Ich kann von dieser Erfahrung sehr viel für mich mitnehmen, beispielsweise wie wichtig es ist, in einer Gruppe Entscheidungen zu treffen und was meine Stärken und Schwächen sind.“ Bei vielfältigen Ausflügen tauchten die Erasmini außerdem in die italienische Kultur ein: „Für mich persönlich war Florenz durch die kulturelle Vielfalt und die antiken, von der Renaissance geprägten Gebäude sehr beeindruckend, aber auch Städte wie Livorno oder Siena zeigen die kulturelle Vielfalt und die Geschichte der Toskana“, erzählt der 22-jährige Zimmerer Paul Schröpfer aus Ludwigsburg
Teilnehmerübersicht
Ronja Beccard, Malerin und Lackiererin aus Welzheim
Aisha Inez Gamboa, Elektronikerin für Informations- und Telekommunikationstechnik aus Eggenstein-Leopoldshafen
Eleonora Heinicke, Zimmererin aus Albershausen
Kaya Huber, Tischlerin aus Ditzingen
Jakob Knauss, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aus Weinstadt
David Möck, Maurer aus Ofterdingen
Lennard Paul, Maurer aus Stuttgart
Abigail Pflüger, Konditorin aus Stuttgart
Pascal Schnaithmann, Straßenbauer aus Neckartenzlingen
Paul Schröpfer, Zimmerer aus Ludwigsburg
Annika Sigle, Orgel- und Harmoniumbauerin aus Leonberg
Yannik Timmer, Maler und Lackierer aus Stuttgart
Tiziano Tragni, Friseur aus Bodelshausen
Philipp Vollmer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aus Stuttgart
Die Kontaktdaten der Teilnehmenden sowie weitere Fotos können bei der Pressestelle der Handwerkskammer erfragt werden.
Weitere Information zum Erasmus+-Projekt gibt es unter: www.hwk-stuttgart.de/volterra
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 17.04.2024 - 12:22 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2091974
Anzahl Zeichen: 6395
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Raphael HertkornVolker Süssmuth
Stadt:
Stuttgart
Telefon: +49 (711) 1657-258+49 (711) 1657-295
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 179 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Erasmus+: Handwerksgesellen erleben Auslandsabenteuer"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Handwerkskammer Region Stuttgart (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
In den Sommerferien nutzen viele Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart traditionell die ruhigeren Wochen für Betriebsurlaub. Hier erfahren Sie, wann es dieses Jahr zu Einschränkungen kommen kann. Die sogenannten Handwerkerferien sind eine Empfehlung der Kreishandwerkerschaften – kein verpfli
Mit Erasmus+ Erfahrungen fürs Leben sammeln ...
16 Handwerksgesellinnen und -gesellen haben im Rahmen des Erasmus+-Projekts der Handwerkskammer Region Stuttgart drei Monate lang in der italienischen Stadt Volterra gelebt, gelernt und gearbeitet. Neben handwerklichen Einsätzen stand ein intensiver kultureller Austausch im Mittelpunkt – mit Wirk
Hohe Kosten belasten Betriebe ...
Massiv gestiegene Einkaufspreise, hohe Energiepreise und eine große wirtschaftliche Unsicherheit trüben spürbar die Geschäftslage – das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart. Es ist ein außergewöhnlich schwacher Start ins Jahr 2026 für das Handwerk der Re
Weitere Mitteilungen von Handwerkskammer Region Stuttgart
Der Umgang mit Payable-Through Accounts: Herausforderungen und regulatorische Anforderungen ...
PTAs sind Bankkonten, die eine Bank (die haltende Bank) für eine andere Bank (die Korrespondenzbank) führt, und ermöglichen es den Kunden der Korrespondenzbank, Transaktionen durchzuführen, als wären sie direkte Kunden der haltenden Bank. Diese Konstellation bietet zwar Vorteile in puncto Ge
Endspurt bei Bewerbung für den Zukunftspreis Brandenburg ...
Die Bewerbungsfrist für den „Zukunftspreis Brandenburg 2024“ läuft ab. Nur noch bis zum 3. Mai 2024 ist das Onlineportal unter www.zukunftspreis-brandenburg.de geöffnet. Betriebe, die den wichtigsten Wirtschaftspreis des Landes Brandenburg gewinnen wollen, sollten sich sputen. Gesucht werden
Unternehmenskultur und Nachfolge ...
Eine starke Unternehmenskultur ist wie ein Kompass, der alle Mitarbeiter:innen in die gleiche Richtung lenkt und ihnen Orientierung und Motivation gibt. Sie beeinflusst das tägliche Miteinander, die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden, und den Umgang mit Kund:innen und externen Partn
Mobile Hightech-Ausstellung in Messstetten: Mit Expedition d die Digitalisierung verstehen ...
Unser Alltag wird immer digitaler. Umso wichtiger ist es, digitale Anwendungen und Technologien nicht nur bedienen zu können, sondern sie auch zu verstehen. Dabei hilft der Erlebnis-Lern-Truck der Bildungsinitiative expedition d, der von 24. bis 26.04.2024 in Meßstetten zu Gast ist. In der doppels




