Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsversorgung: AOK setzt auf Änderungen im parlamentarischen Verfahren
ID: 2099452

(ots) - Nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zum Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) setzt die AOK auf Nachbesserungen im weiteren parlamentarischen Verfahren. Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, kommentiert den Beschluss wie folgt:
"Bisher ist das GVSG ein Gesetz der verpassten Chancen. Daran hat sich auch mit der heute beschlossenen Kabinettsfassung nichts geändert. Es bleibt in erster Linie ein Vergütungs-Steigerungsgesetz für Hausärztinnen und Hausärzte. Wir hoffen, dass es im weiteren parlamentarischen Verfahren noch mehr Substanz bekommt, indem innovative Ansätze zur Stärkung der regionalen Gesundheitsversorgung wieder an Bedeutung gewinnen. Unsere Vorschläge für eine regionale, sektorenunabhängige Versorgung liegen auf dem Tisch und können von den Ampel-Koalitionären genutzt werden. Denn wir brauchen dringend neue Möglichkeiten zum Abschluss von innovativen Versorgungsverträgen, die möglichst dezentral, flexibel und praxistauglich gestaltet werden sollten.
Die Weiterentwicklung und Absicherung einer zukunftsfesten Primärversorgung ist uns ein wichtiges Anliegen. Versicherte brauchen gut erreichbare Versorgungsangebote, die die Menschen durch eine gute Koordination auch bei komplexen Krankheitsverläufen unterstützen. Ansätze für eine solche Weiterentwicklung der Versorgung sucht man im vorliegenden Gesetz allerdings vergebens.
Was die heute beschlossene Entbudgetierung der Hausärztinnen und Hausärzte für die Gesundheitsversorgung der Menschen bringen soll, konnte uns bisher noch niemand plausibel beantworten. Offensichtlich erwartet die Politik von der Ärzteschaft im Zusammenhang mit der Entbudgetierung auch keine weiteren Zusagen für eine bessere Versorgung. Zudem drohen durch diese Gießkannen-Finanzierung Mehrbelastungen für die GKV in Höhe von 300 Millionen Euro pro Jahr. Dabei sind Anreize zur Mengenausweitung noch gar nicht mitgerechnet. Positiv ist immerhin festzuhalten, dass die aktuellen Anpassungen der Endbudgetierungs-Regelungen im Gesetz weitere ungewollte Ausgabensteigerungen verhindern. Gut ist auch, dass zumindest die Einführung von Bonuszahlungen für die Teilnahme an der hausarztzentrierten Versorgung wieder aus dem Entwurf gestrichen worden ist. Denn diese Boni hätten zu immensen Kosten für die Beitragszahlenden geführt.
Aber die neuen Pauschalierungen der hausärztlichen Vergütung greifen zu kurz. Zwar ist die Vermeidung von überflüssigen Arztkontakten ein wichtiges Anliegen, um die Versorgung auf den tatsächlichen Bedarf auszurichten. Allerdings werden die entsprechenden Vorgaben mit jedem neuen Entwurf des GVSG detaillistischer. Der jetzt vorliegende neue Zuschnitt der Versichertengruppe für eine Jahrespauschale wird in der Praxis kaum umsetzbar sein.
Weiterhin nicht berücksichtigt sind die Auswirkungen der GVSG-Regelungen zur Umsetzung der Jahrespauschale auf den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich zwischen den gesetzlichen Krankenkassen. Dies muss dringend nachgeholt werden, damit die Jahrespauschale nicht zu ungewollten Verwerfungen zwischen den Kassen führt."
Zum Positionspapier des AOK-Bundesverbandes zum Thema "Gesundheitsregionen: Sektorenunabhängige Versorgung gestalten": https://www.aok.de/pp/bv/pm/positionspapier-gesundheitsregionen/
Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:
Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
Mobil: 01520 / 1563042
E-Mail: presse@bv.aok.de
Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.05.2024 - 13:18 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2099452
Anzahl Zeichen: 3685
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 396 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsversorgung: AOK setzt auf Änderungen im parlamentarischen Verfahren"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
AOK-Bundesverband (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die AOK-Gemeinschaft hat entschieden, anfallende Mehrkosten für ihre Versicherten bei dem Wirkstoff Fampridin (Fampyra®) vorläufig zu übernehmen. Apotheken können die Mehrkosten direkt abrechnen, so dass für Versicherte keine Aufwände entstehen. Der Wirkstoff wird zur Verbesserung der Gehfäh
Änderungsanträge zum Apothekengesetz: Milliardenschwere Einsparpotentiale bleiben auf der Strecke ...
Die jetzt bekannt gewordenen Änderungsanträge zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) stoßen beim AOK-Bundesverband auf Kritik. Die Vorstandsvorsitzendes Dr. Carola Reimann kritisiert vor allem die geplanten Änderungen bei Rabattverträgen für Biosimilars und bei den pharmaze
AOK zum Digitalgesetz: Gute Vorarbeit für Primärversorgung mit Konkretisierungsbedarf ...
Anlässlich der heutigen Verbändeanhörung zum Gesetz zur digitalen Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GeDIG), lobt die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, den Gesetzesentwurf, sieht jedoch auch noch Nachbesserungsbedarf: "Die Stoßrichtung dieses Geset
Weitere Mitteilungen von AOK-Bundesverband
Der Jäger als Tierschützer - Jan-Philipp König von der Jagdakademie König klärt auf ...
Jäger und Tierschützer führen seit jeher erbitterte Debatten darüber, welche Rolle der Tierschutz bei Jagden spielt. Jan-Philipp König, der selbst Jäger ist und zudem Nachwuchsjäger ausbildet, beleuchtet das Thema daher unter mehreren Aspekten. Im nachfolgenden Beitrag erfahren Sie, welche Ha
RAYONEX feedback: Insights zur Bioresonanz nach Paul Schmidt ...
Lindenberg, 22. Mai 2024. Mit der Bioresonanz nach Paul Schmidt werden nach Herstellerangaben derzeit weltweit über zehn Millionen Behandlungen jährlich durchgeführt, heißt es im Magazin RAYONEX feedback. Doch was steckt hinter der Bioresonanz nach Paul Schmidt? Wie funktioniert sie? Was sind di
Die VIACTIV Krankenkasse und das Berliner FemTech Startup FEMNA Health M.E. setzen sich ab sofort geneinsam für eine bessere Gesundheitsversorgung für Frauen ein ...
Die VIACTIV Krankenkasse und das Berliner FemTech Startup FEMNA Health M.E. setzen sich ab sofort geneinsam für eine bessere Gesundheitsversorgung für Frauen ein. Der Fokus der Kooperation liegt auf präventiven Maßnahmen und Therapiebegleitung, um spezifisch auf die Bedürfnisse von Frauen mit Z
Persönliche Schutzausrüstung: Nachhaltig sicher ...
Ob Helm, Gehörschutz oder Sicherheitsschuhe - persönliche Schutzausrüstung (PSA) hat die Aufgabe, die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten zu erhalten. Doch sollten Unternehmen auch den Aspekt Nachhaltigkeit im Blick haben und etwa bei der Anschaffung auf die Ökobilanz der Ausrüstung ac




