Verbotene Online-Glücksspiele und Geldwäsche

Verbotene Online-Glücksspiele und Geldwäsche

ID: 2102703

Konsequenteres Vorgehen der Behörden



(firmenpresse) - München, 03.06.2024. Online-Glücksspiel ist nicht nur ein Milliardengeschäft, es öffnet auch das Tor für kriminelle finanzielle Handlungen, wie z.B. Geldwäsche. Deutschland begegnete diesem Problem mit einem grundsätzlichen Verbot für Glücksspiele im Internet. Das Verbot sollte einerseits der Suchtgefahr der Spieler begegnen und andererseits auch die Begleitkriminalität bekämpfen. Doch trotz des Verbots haben die Veranstalter ihre Online-Glücksspiele auch in Deutschland angeboten. Das wirft die Frage auf, ob die Behörden, u.a. die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, ihre Möglichkeiten ausreichend genutzt haben, um gegen die illegalen  Online-Glücksspiele vorzugehen.



In Deutschland galt mit Ausnahme von Schleswig-Holstein bis zum 30. Juni 2021 ein grundsätzliches Verbot für Online-Glücksspiele. Auch seit dem 1. Juli 2021 sind sie nur erlaubt, wenn der Anbieter über eine in Deutschland gültige Lizenz verfügt. Dennoch haben sowohl vor als auch nach dem 1. Juli 2021 die Veranstalter ihre Online-Glücksspiele auch ohne die erforderliche Lizenz für Spieler in Deutschland zugänglich gemacht. „Ohne eine Genehmigung waren und sind Online-Glücksspiele in Deutschland verboten. Das bedeutet auch, dass die Spieler ihre Verluste von den Anbietern der illegalen Online-Glücksspiele zurückfordern können“, sagt Rechtsanwalt István Cocron, CLLB Rechtsanwälte. 



Auch wenn zahlreiche Gerichte diesen Rückzahlungsanspruch der Spieler bestätigt haben, stellt sich doch die Frage, warum die Anbieter trotz des Verbots ihre Online-Glücksspiele mehr oder weniger problemlos in Deutschland anbieten konnten und können. Zumal das Verbot gute Gründe wie die Suchtbekämpfung und auch die Kriminalitätsbekämpfung hatte. Laut einer nationalen Risikoanalyse des Bundesfinanzministeriums von 2019 gilt der Glücksspielsektor als „höchst geldwäschebedroht“.



Eine wirksame Möglichkeit verbotenes Online-Glücksspiel zu bekämpfen ist, ihm den finanziellen Boden zu entziehen. Das ist möglich, wenn verhindert wird, dass die Spieler ihre Einsätze mit Hilfe von Zahlungsdienstleistern setzen können. Denn laut Glücksspielstaatsvertrag war nicht nur das Veranstalten der Glücksspiele im Internet verboten, sondern auch die Zahlungsdienstleister traf ein Mitwirkungsverbot. Rechtsanwalt Cocron: „Laut dem Mitwirkungsverbot ist es verboten an den Zahlungen für die Spieleinsätze mitzuwirken oder sie zu ermöglichen.“





Zahlungsdienstleister, die mit ihrem Angebot das Tätigen der Einsätze überhaupt erst ermöglicht haben, haben damit gegen das Mitwirkungsverbot aus dem Glücksspielstaatsvertrag verstoßen. Zudem können auch Verstöße gegen Regelungen des Kreditwesengesetzes vorliegen, wie z.B. dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) oder dem Geldwäschegesetz (GwG).



Nachdem der Glücksspielsektor als besonders anfällig für Geldwäsche eingestuft wurde, hätten die Zahlungsdienstleister dieses hohe Risiko auch in ihrem Risikomanagement berücksichtigen und verdächtige Zahlungen hinaus filtern müssen. Banken und andere Zahlungsdienstleister unterstehen der Aufsicht der BaFin. Es kann diskutiert werden, ob die BaFin im Zuge der Geldwäschebekämpfung nicht strenger hätte kontrollieren müssen.



Die meisten Anbieter von Online-Glücksspielen haben ihren Sitz im Ausland, viele in Malta. Das mag seine Gründe möglicherweise in den vergleichsweise niedrigen Steuersätzen für Glücksspielanbieter und der relativ problemlosen Lizenzvergabe haben. So hat sich die Glücksspielindustrie zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Malta gemacht und ist auch entsprechend mächtig. So werden ihr beste Kontakte in Regierungskreise nachgesagt. Das wiederum nährt Spekulationen um Korruption und Geldwäsche.



Auch hier könnte die BaFin durch ein rigoroses Anwenden bestehender rechtlicher Möglichkeiten dazu beitragen, dass weniger Spieleinsätze aus Deutschland bei den Betreibern der Glücksspiele in Malta landen. Mit der Nutzung technischer Sicherungssysteme und ggf. auch klaren Vorgaben zur Nachbesserung der Systeme könnten sowohl Zahlungsdienstleister als auch die BaFin den illegalen Zahlungsströmen nach Malta und in andere Länder den Boden entziehen.



„Auch wenn die Behörden ihre rechtlichen Möglichkeiten im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel ggf. nicht konsequent genug durchsetzen, können Spieler weiterhin die Rückzahlung ihrer Verluste fordern“, so Rechtsanwalt Cocron.

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

CLLB Rechtsanwälte Cocron, Liebl, Leitz, Braun, Kainz, Sittner Partnerschaftsgesellschaft mbB, Liebigstr. 21, 80538 München, Fon: 089 552 999 50, Fax: 089 552 999 90; Mail: kanzlei(at)cllb.de Web: www.cllb.de



drucken  als PDF  Verbotene Online-Glücksspiele und Geldwäsche Verbotene Online-Glücksspiele und Geldwäsche
Bereitgestellt von Benutzer: cllb
Datum: 05.06.2024 - 16:56 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2102703
Anzahl Zeichen: 4767

Kontakt-Informationen:

Kategorie:

Vermischtes


Meldungsart: bitte
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 05.06.2024

Diese Pressemitteilung wurde bisher 332 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Verbotene Online-Glücksspiele und Geldwäsche"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

CLLB Rechtsanwälte (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

OLG Naumburg verurteilt Eurogine ...
Berlin, München 27.11.2024 – Bereits mit Urteil vom 05.11.2024 verurteilte das OLG Naumburg den Hersteller Eurogine wegen einer gebrochenen Kupferspirale auf Schmerzensgeld in Höhe von € 5.000,00 und stellte fest, dass dieser für sämtliche Spätfolgen zu haften hat. Das Besondere an dem

Beschluss des Kammergerichts Berlin: Banken müssen Transaktionen überwachen ...
Berlin, München 12.11.2024. Das Kammergericht Berlin konkretisiert mit aktuellem Beschluss (Az. 4 U 79/23) die Pflichten von Kreditkartenausstellern. Hiernach sind diese verpflichtet, durch eine automatisierte und algorithmische Transaktionsüberwachung dafür zu sorgen, dass auffällige und für d

Deepfakes durch KI – Ein neues Zeitalter digitaler Bedrohungen. ...
Berlin, München 07.11.2024. Deepfakes sind täuschend echt wirkende, manipulierte Bild-, Video- oder Audioaufnahmen, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz generiert werden. Mit der passenden Software lassen sich leicht Stimmen oder Gesichter in Echtzeit tauschen. Deepfakes stellen damit eine s


Weitere Mitteilungen von CLLB Rechtsanwälte


Verbotene Online-Glücksspiele und Geldwäsche ...
München, 03.06.2024. Online-Glücksspiel ist nicht nur ein Milliardengeschäft, es öffnet auch das Tor für kriminelle finanzielle Handlungen, wie z.B. Geldwäsche. Deutschland begegnete diesem Problem mit einem grundsätzlichen Verbot für Glücksspiele im Internet. Das Verbot sollte einerseits d

ACETEC lieferte das Equipment für Konferenz im Kap Europa in Frankfurt ...
Die ACETEC GmbH hat als langjähriger Technikpartner auch in diesem Jahr die Alternative Investments Conference (AIC) begleitet. Die führende Veranstaltung des Bundesverbands Alternative Investments (BAI) fand vom 22. bis 24. April 2024 im Kap Europa in Frankfurt am Main statt. An der dreitägigen

ARAG Recht schnell... ...
+++ Wurst: Was zählt beim Wiegen? +++ Was zählt beim Abwiegen? Nur die eigentliche Wurst oder auch die nicht essbare Hülle und Verschlussclips? Die Richter am Oberverwaltungsgericht Münster haben laut ARAG entschieden, dass bei der Füllmenge einer Wurst Pelle und Verschluss mitzählen (Az.: 4

b&b eventtechnik erweitert Mietmobiliar-Angebot ...
b&b eventtechnik hat sein Angebot für Mietmobiliar erweitert und auf der Website neu in Szene gesetzt. Das aktuelle Sortiment umfasst 320 verschiedene Artikel, darunter Tisch- und Sitzmöbel, Konferenzausstattung, Sonderanfertigungen, Dekorationsartikel sowie Theken und Barelemente. Der Miet


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z