Bildungsbericht: Schwarz-Gelb darf 1,5 Millionen junge Menschen nicht im Stich lassen
ID: 212509
Bildungsbericht: Schwarz-Gelb darf 1,5 Millionen junge Menschen nicht im Stich lassen
Anlaesslich der Vorstellung des Bildungsberichts 2010 erklaert der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Dieter Rossmann:
Die von Schavan und von der Leyen geplanten Einschnitte in der Bildungsfoerderung der BA wuerden die Schwaechsten der Schwachen treffen. Der heute vorgelegte Bildungsbericht macht drastisch deutlich: Diese Plaene sind auch das falsche Zeichen zur falschen Zeit, weil sie die rund 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsabschluss im Stich lassen. Statt diesen Menschen eine klare Berufsperspektive zu eroeffnen, schneidet Schwarz-Gelb diesen die Wege ab, wenn etwa bei Hartz-IV gekuerzt und der Anspruch auf einen nachholenden Schulabschluss oder auch der Ausbildungsbonus in Frage gestellt wird. Dabei ist die Kernbotschaft des aktuellen Bildungsbericht eindeutig:
Deutschland kann sich die soziale Chancenungleichheit in der Bildung nicht mehr leisten. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert daher die Bundesregierung auf, Sparplaene in der BA-Bildungsfoerderung zurueckzuziehen und nach dem Gipfeldurcheinander nun endlich Klarheit zu schaffen, wie es mit dem 10-Prozent-Ziel fuer Bildung und Forschung weitergehen soll.
Die Analyse ist glasklar: Die Demografie wird die negativen Folgen der sozialen Selektivitaet unseres Bildungssystems verstaerken und gefaehrdet den notwendigen Fachkraeftenachwuchs.
Auch angesichts dessen, dass die Bevoelkerung im Erwerbsalter bis 2025 um zehn Prozent zurueckgehen wird, koennen wir uns verschenkte Potenziale nicht leisten. Der Auftrag fuer die Bildungspolitik ist ebenso klar: wir muessen die bisher Benachteiligten und an den Rand gedraengten frueher und staerker foerdern - denn Bildung ist Menschenrecht. Dafuer braucht es zusaetzliches Geld und gute Konzepte.
Fuer die SPD ergeben sich hier insbesondere vier Herausforderungen:
- Es ist unverantwortlich und auch wirtschaftlich schaedlich, wenn unser Bildungssystem jeden sechsten jungen Menschen ohne berufliche Perspektive ins Leben entlaesst. Mit 17 Prozent ist der Anteil der 20- bis 30-Jaehrigen 2008 ohne Berufsabschluss sogar gestiegen ist. An diesen rund 1,5 Millionen jungen Menschen ohne Perspektive haben Maenner und Frauen mit Migrationsgeschichte erneut einen ueberproportionalen Anteil. Die SPD fordert hier eine Berufsausbildungsgarantie fuer alle, die auch drei Jahre nach ihrem Schulabschluss noch keine Berufsausbildung aufnehmen konnten und die auf Wunsch auch erwerbsbegleitend erfolgen soll.
- Die SPD hat hier immer auf das mangelnde Ausbildungsplatzangebot und auf die vielen Altbewerber hingewiesen, was auch der aktuelle Bericht erneut belegt. Deshalb hat 2008 Olaf Scholz zusammen mit der SPD-Bundestagsfraktion den Rechtsanspruch auf das Nachholen eines Hauptschulabschlusses sowie den Ausbildungsbonus als Regelleistung durchgesetzt. Diese Massnahmen sind unverzichtbar und duerfen nicht einer ungezielten Sparwut von Bundesministerin von der Leyen zum Opfer fallen.
- Die 2008 mit 65.000 weiterhin hohe Zahl der Schulabgaenger ohne Abschluss bleibt eine ernste Herausforderung. Die SPD fordert deshalb mehr gemeinsames Lernen in Ganztagsschulen mit individueller Foerderung sowohl der starken als auch der schwachen Schueler und mehr Schulsozialarbeit. Wir begruessen die Kehrtwende von Ministerin Schavan, statt neuer oder marketingtraechtig "umbenannter" Instrumente nun die von Olaf Scholz geschaffene bewaehrte Berufseinstiegsbegleitung auszubauen. Statt neue "Testwellen" in den Schulen loszutreten fordern wir von der Bundesregierung die Reichweite des bestehenden Programms ueber die bisherigen 1.000 Schulen zu erweitern und auch die Foerderung zu entfristen.
- Und schliesslich muessen die Alarmglocken schrillen, wenn laut Bildungsbericht 25 Prozent der Schueler in Deutschland mit einem "Armutsrisiko" aufwachsen. Die Bildungsteilhabe wird zur Zukunftsfrage dieser Menschen - und sie haben einen Anspruch darauf, wie uns das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zu den Hartz-IV-Saetzen unmissverstaendlich mitgegeben hat.Beduerftigen Kindern und Jugendlichen muessen Bund und Laender gemeinsam unter anderem ein warmes Mittagessen, Lernmittelfreiheit und eine ausreichende Teilhabe an Klassenfahrten oder Freizeitangeboten sichern.
© 2010 SPD-Bundestagsfraktion
Pressestelle
Internet: http://www.spdfraktion.de
E-Mail: presse@spdfraktion.de
Tel.: 030/227-5 22 82
Fax: 030/227-5 68 69
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 17.06.2010 - 18:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 212509
Anzahl Zeichen: 5207
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 236 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bildungsbericht: Schwarz-Gelb darf 1,5 Millionen junge Menschen nicht im Stich lassen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin: Heute hat das Kabinett den Entwurf für ein KiTa-Startchancen- und -Qualitätsentwicklungsgesetz beschlossen. Das Gesetz soll bundesweite Qualitätsstandards für Kindertagesbetreuung einführen und die Entwicklungs- und Bildungschancen von Kindern ve
Mahnende Worte reichen nicht mehr - Bundesregierung muss handeln ...
Mit der Eröffnung des Ausschreibungsverfahrens für das E1-Siedlungsprojekt setzt die israelische Regierung ihre Pläne zum Ausbau der illegalen Siedlungen im besetzten Westjordanland weiter in die Tat um. Das Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und Maale Adumim gilt als eine Schlüsselfläche für die t
Frühstartrente und BAföG-Reform: Neue Chancen für die nächste Generation ...
Wiebke Esdar, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion: In der heutigen Kabinettssitzung wurden gleich mehrere Beschlüsse für größere Chancengerechtigkeit für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien gefasst: Die Frühstart-Rente und die BAföG-Reform. Be
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Den Klimawandel verstehen: Umweltministerium gibt Bildungsordner für Kinder und Jugendliche heraus ...
"Klarkommen mit dem Klimawandel" ? unter diesem Titel hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium einen neuen Bildungsordner veröffentlicht. Mit einer Vielzahl altersgerecht gestalteter Arbeitsblätter und mit Hilfe von spannenden Experimenten lernen Kinder und Jugendliche zwische
Ministerin Henzler patzt erneut: Neues Schulgesetz wird dieses Jahr nicht mehr verabschiedet ...
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag haben mit großer Verwunderung darauf reagiert, dass die Landesregierung in einem Gesetzentwurf (Drucks. 18/2524) beantragt, die Gültigkeit des aktuellen Schulgesetzes weitgehend unverändert um zwei Jahre bis Ende 2012 zu verlängern. "Die Ministe
Blockade der Bildungschancen aufbrechen ...
Zum Bildungsbericht erklärt Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: "Der aktuelle Bildungsbericht zeigt, dass unser Land bildungspolitisch radikal umsteuern muss. Seit Jahren folgt in der Bildungspolitik nun eine Hiobsbotschaft der nächsten. Ein dramatischer Appell,
Musik bildet, verbindet und begeistert ...
t durch Vielfalt Anlässlich des Tages der Musik am 17. Juni erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB: Regiert König Fußball überall? Nicht ganz: Deutschland ist in diesen Tagen auch ein Musikland. Träger dieser Bo




