WEISSER RING: Die Zeit für die Fußfessel ist jetzt! / Spanische Expertin bekräftigt: Keine geschÃ

WEISSER RING: Die Zeit für die Fußfessel ist jetzt! / Spanische Expertin bekräftigt: Keine geschützte Frau wurde angegriffen oder getötet

ID: 2136830

(ots) - Angesichts des Ausmaßes von Gewalt gegen Frauen in Deutschland bekräftigt der WEISSE RING zum heutigen "Orange Day" seine Forderung zur schnellstmöglichen Einführung elektronischer Fußfesseln nach spanischem Vorbild bei häuslicher Gewalt. Die Erfolgsquote bei den geschützten Frauen liege bei 100 Prozent, berichtet Deutschlands größte Opferhilfsorganisation in der kommenden Ausgabe ihres Magazins "Forum Opferhilfe".

Seit der Einführung der Fußfessel habe sich "in der Tat kein Frauenmord an Nutzerinnen dieses Geräts ereignet", bestätigt Teresa Peramato, Staatsanwältin bei der Sonderstaatsanwaltschaft gegen Gewalt an Frauen in Madrid der Redaktion des WEISSEN RINGS. Der Staatsanwaltschaft sei auch kein Fall bekannt, "in dem eine Benutzerin des Systems in irgendeiner Weise körperlich angegriffen worden wäre", berichtet Peramato. Die Technologie stärke zudem das Sicherheitsgefühl der Frauen. Insgesamt konnte in Spanien die Zahl der getöteten Frauen seit der Einführung der elektronischen Fußfessel im Jahr 2009 um rund ein Viertel gesenkt werden. Beim spanischen Modell trägt nicht nur der potenzielle Täter eine Fußfessel, auch das Opfer ist mit einem elektronischen Empfänger ausgestattet. Das ermöglicht einen Schutz auch außerhalb definierter Bereiche wie Arbeitsstätte der Frau oder Kita des Kindes.

Das Interview mit der spanischen Staatsanwältin ist auf der Seite von "Forum Opferhilfe" veröffentlicht:

https://forum-opferhilfe.de/femizide-spanisches-modell-staatsanwaltin-peramato/

Erst vor wenigen Tagen hatten Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt ein Lagebild zu Straftaten gegen Frauen vorgestellt. Die traurige Bilanz für das Jahr 2023: Alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen in Deutschland häusliche Gewalt. 360 Frauen und Mädchen wurden getötet - es gab also fast an jedem Tag ein weibliches Todesopfer. 155 dieser Frauen wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner getötet - 22 Frauen mehr als im Jahr zuvor. Besonders traurig: Viele dieser Frauen haben sich zuvor schutzsuchend an den Staat gewandt und Kontakt- und Näherungsverbote erwirkt. Wie viele genau, wird statistisch nicht erfasst. Eine aufwändige Datenrecherche der Redaktion des WEISSEN RINGS hat jedoch gezeigt, dass in mehr als 100 im Jahr 2023 veröffentlichten Presseberichten über Femizid-Fälle bestehende Kontakt- und Näherungsverbote erwähnt wurden.



Harvard-Expertin bestätigt Wirksamkeit der Fußfessel

Einen weiteren Vorteil der elektronischen Fußfessel benennt Diane Rosenfeld. Sie lehrt an der Harvard School of Law und ist eine der führenden amerikanischen Expertinnen für die GPS-Überwachung von Tätern häuslicher Gewalt. "Schutzanordnungen allein bieten nur begrenzten und unzuverlässigen Schutz vor weiterem Missbrauch des Opfers durch den Täter", schilderte Rosenfeld der Redaktion des WEISSEN RINGS. "Die GPS-Überwachung von Tätern setzt die Bedingungen einer Schutzanordnung durch und ermöglicht es den Strafverfolgungsbehörden, gefährliche Täter zur Rechenschaft zu ziehen." In den Vereinigten Staaten wird die GPS-Überwachung in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten eingesetzt, um Frauen vor ihren gewalttätigen Partnern oder Ex-Partnern zu schützen. Die Harvard-Juristin setzt sich darüber hinaus dafür ein, dass in allen Fällen häuslicher Gewalt eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird, damit Fälle, die auf eine potenzielle Tötungsabsicht hindeuten, mit der gebotenen Ernsthaftigkeit behandelt werden können. Die Drohung, den Partner zu töten und eine kürzlich erfolgte Trennung seien Alarmsignale. Rosenfeld sagt: "Morde im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt sind so vorhersehbar, dass sie vermeidbar sind."

Auch die Bundespolitik erkennt zunehmend, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt: So betonte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei der Vorstellung des Lagebildes zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen: "Neben harten Strafen brauchen wir verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings und elektronische Fußfesseln, damit die Täter ihr Verhalten tatsächlich ändern und sich betroffenen Frauen nicht mehr unbemerkt nähern können." Auch der CDU-Vorsitzende und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz sprach sich in einer Videobotschaft zum "Orange Day" auf dem sozialen Netzwerk "LinkedIn" für den Einsatz der elektronischen Fußfessel aus. "Mit dieser Technologie können wir sicherstellen, dass gewalttätige Männer sich den Opfern nicht mehr nähern können", sagte Merz. "Das funktioniert in Spanien. Das brauchen wir in Deutschland jetzt auch - zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt."

Das Team Medien & Recherche des WEISSEN RINGS recherchiert seit mehreren Jahren zum Thema elektronische Fußfessel, Mitarbeitende der Opferschutzorganisation machen sich bundesweit für den Einsatz der Technologie stark. In zwei Brandbriefen an die Politik hatte der WEISSE RING schon in den Jahren 2022 und 2023 "in höchster Dringlichkeit" gefordert, Frauen besser zu schützen. Eine Antwort aus der Politik blieb jedoch aus. Besonders der inzwischen entlassene Bundesjustizminister Marco Buschmann und seine Partei, die FDP, hatten sich gegen eine bundeseinheitliche Verankerung der Fußfessel in Fällen häuslicher Gewalt im Gewaltschutzgesetz gesperrt.

Die neue Recherche zum Thema Fußfessel gibt es hier:

https://forum-opferhilfe.de/fesseln-fuer-mehr-freiheit/

Das Magazin, das sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt, kann mit folgendem Link heruntergeladen werden:

https://weisser-ring.de/system/files/domains/weisser_ring_dev/downloads/werforumopferhilfe042023magazin144dpi.pdf

---

Der WEISSE RING wurde 1976 in Mainz gegründet als "Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V.". Er ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Der Verein unterhält ein Netz von rund 3.000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und -helfern in bundesweit 400 Außenstellen, beim Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. Der WEISSE RING hat mehr als 100.000 Förderer und ist in 18 Landesverbände gegliedert. Er ist ein sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen Fragen der Opferhilfe. Der Verein finanziert seine Tätigkeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen. Der WEISSE RING erhält keinerlei staatliche Mittel.

Pressekontakt:

WEISSER RING e. V.
Team Medien & Recherche
Fon: +49 6131 8303-4000
E-Mail: presse@weisser-ring.de
Web: www.forum-opferhilfe.de


Original-Content von: Weisser Ring e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Bär/Breher: Ein Recht auf gewaltfreies Leben darf kein Zufall sein Bernd Baumann: AfD-Fraktion fordert Sondersitzung des Ältestenrats
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.11.2024 - 14:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2136830
Anzahl Zeichen: 7131

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Mainz



Kategorie:

Soziales



Diese Pressemitteilung wurde bisher 345 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"WEISSER RING: Die Zeit für die Fußfessel ist jetzt! / Spanische Expertin bekräftigt: Keine geschützte Frau wurde angegriffen oder getötet"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Weisser Ring e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WEISSER RING hilft Opfern nach mutmaßlicher Amokfahrt in Leipzig ...
Rufnummer für Betroffene - Spendenkonto eingerichtet Nach den furchtbaren Ereignissen in der Leipziger Innenstadt steht der WEISSE RING an der Seite der Opfer und deren Angehörigen. Nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Amokfahrt hat Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer

Wer sich für das Gemeinwohl einsetzt, muss geschützt werden ...
Der WEISSE RING legt am diesjährigen Tag der Kriminalitätsopfer, dem 22. März, ein besonderes Augenmerk auf Menschen im Dienst der Gesellschaft, die angegriffen worden sind. Dazu zählen verschiedene Gruppen: Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte sowie Politikerinnen und Politiker, aber auch Kranke

WEISSER RING: Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer wechselt zum Festspielhaus Baden-Baden ...
In der Bundesgeschäftsführung des WEISSEN RINGS, Deutschlands größter Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, kommt es zu Veränderungen: Nach mehr als zwölf Jahren verlässt Bianca Biwer Ende Mai den Verein, um sich einer neuen Herausforderung als Geschäftsführerin des Festspielhauses Ba


Weitere Mitteilungen von Weisser Ring e.V.


Bernd Baumann: AfD-Fraktion fordert Sondersitzung des Ältestenrats ...
Über die kommende Sitzungswoche des Deutschen Bundestages herrscht noch immer Unklarheit. Dazu teilt der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Bernd Baumann, mit: "Inmitten einer der schwersten Krisen unseres Landes wurde - durch gemeinsames Vorgeh

Weihnachtspakete für die Ukraine ...
Ukraine Weihnachtspakete: Ein Zeichen der Solidarität Wer mag sich das vorstellen: Kein sicheres Zuhause, wenig Essen, kein oder kaum Strom, der Wintereinbruch. Die Angst vor neuen Angriffen und der Zukunft. Unzählige Menschen, vor allem Frauen und Kinder, sind immer noch auf der Flucht, wünsc

Ein starkes Zeichen für Inklusion beim 29. RTL-Spendenmarathon / Deutsche Vermögensberatung spendet 500.000 Euro ...
Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. Um sozial benachteiligten Kindern die besten Perspektiven zu ermöglichen, engagiert sich die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) bereits seit Jahren gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein "DVAG hilft e. V. - Menschen brauchen Menschen

Bär/Breher: Ein Recht auf gewaltfreies Leben darf kein Zufall sein ...
Wir brauchen eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen Die UN-Kampagne "Orange the World" macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Der 25. November als "Orange Day" ist der Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen. Da


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z