Vorweihnachtliches Backen in Bethel: Damit Kinder den Krebs für einen Moment vergessen

Vorweihnachtliches Backen in Bethel: Damit Kinder den Krebs für einen Moment vergessen

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(ots) - Mit der Diagnose "Krebs" ändert sich für Betroffene schlagartig alles. In der medizinischen Behandlung steht die Heilung an erster Stelle. Im Kinderzentrum des Evangelischen Klinikums Bethel wird darüber hinaus jede verfügbare Minute genutzt, um krebskranken Kindern und Jugendlichen Lebensqualität zu verschaffen. Jetzt, in der Adventszeit, vertreiben manche Patientinnen und Patienten ihren Kummer beim gemeinsamen Backen.

Svenja ist heute Bäckerin. Ohne zu zögern greift sie zum Mehl und fügt Zucker hinzu. Die Eier schlägt sie gekonnt auf. Kein Stück Schale verirrt sich in die Schüssel. Backpulver und Butter - fertig ist der Teig für die Adventsplätzchen. "Ne Waage brauche ich nicht. Das passt schon", sagt sie und lacht. Wo gebacken wird? Im Krankenhaus! Nicht nur im Advent gibt es im Kinderzentrum Bethel viele Angebote, damit Kinder und Jugendliche für einen Moment ihre Krankheit vergessen können. Mitarbeitende der Ergotherapie basteln, kneten, malen, backen, kochen, singen, nähen oder machen einfach mal Quatsch mit den kleinen Patienten.

Für Svenja ist das wichtig. Sie hat bereits einige Chemotherapien hinter sich gebracht. Die Elfjährige ist von einer seltenen Krankheit betroffen: Neurofibromatose Typ 1. Svenja nennt sie einfach "Die doofe Krankheit!" Facharzt Dr. Norbert Jorch erklärt: "Bei den Betroffenen können sich im gesamten Körper gutartige Tumore bilden. Selten entwickeln sie sich im Gehirn. Bei Svenja ist das leider der Fall." Ein Tumor habe auf Svenjas Sehnerv gedrückt. Ihre Sehkraft lag nur noch bei fünf Prozent. "Nach der Chemo sind es wieder 80 Prozent", sagt Svenjas Vater erleichtert. In den schweren Zeiten waren er und seine Frau stets an der Seite ihrer Tochter - jeden Tag und jede Nacht. Im neuen Kinderzentrum Bethel, das dank vieler Spenden finanziert werden konnte, sind dafür gute Bedingungen geschaffen worden.

"Ich musste so oft brechen, und meine Knochen taten weh. Nicht mal meine Lieblingsspaghetti gingen runter", erzählt Svenja. Doch heute geht es ihr wieder besser. "Ich will gaaanz viele und gaaanz große Kekse backen", sagt sie zu Ergotherapeutin Svenja Alf. Das Backpulver hat dabei ganze Arbeit geleistet: Wirklich dicke Sternschnuppen und Tannenbäume werden ausgestochen, glasiert und bunt berieselt. Ab in den Ofen. Ein wunderbarer Duft weht über die adventlich geschmückten Flure. Bald ist Weihnachten.



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Datum: 04.12.2024 - 12:00 Uhr
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