Wie bekommen Versicherer die anstehenden Mammutaufgaben in den Griff?
Die deutsche Versicherungsbranche sieht sich derzeit vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Vor allem die steigenden Schadenaufwendungen in vielen Sparten stellen ein Problem dar, gerade bei der Kfz-Versicherung. Julia Wiens, Chefin der Versicherungsaufsicht bei der BaFin hat bereits gewarnt und konstatiert, dass „zwangsläufig Prämienerhöhungen und Reserveanpassungen erforderlich“ seien (1). „Nur mit Prämienanpassungen zu reagieren, wird der Versicherungsbranche mittel- und langfristig kaum helfen, die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen und die anstehenden Aufgaben zu bewältigen“, meint Rasmus Lynge, Chief Product and Technology Officer bei Fadata. „Um sich zukunftssicher aufzustellen und die Wettbewerbsposition zu stärken, werden umfassende Modernisierungsmaßnahmen, die auf eine durchgehende digitale Transformation abzielen, unserer Meinung nach unerlässlich sein.“
Fadata sieht vor allem in vier Bereichen einen großen Handlungs- und Verbesserungsbedarf:
1. Die Digitalisierung muss vorangetrieben werden
Die Digitalisierung mit einer Prozessoptimierung und -automatisierung gehört zu den Kernaufgaben, denn eine höhere Agilität, Flexibilität und Geschwindigkeit ist für ein modernes Versicherungsunternehmen unverzichtbar. Ein entscheidender Punkt ist dabei eine intelligente Datennutzung. Die Aufgabe besteht darin, die Daten zugänglich und nutzbar zu machen, und zwar sowohl historische und aktuelle als auch statische und Echtzeit-Daten. Dabei geht es nicht nur um die versicherungseigenen Daten, sondern auch um Trendinformationen und Daten von Drittanbietern, die eingebunden werden können.
2. Legacy-Systeme müssen sukzessive modernisiert werden
Jede Digitalisierung erfordert immer auch die adäquaten Applikationen und Services, etwa mobile Apps und Kundenportal-Lösungen. Im Hinblick auf die Backend-Systeme ist dabei vielfach die Modernisierung der vorhandenen – teilweise seit Jahrzenten genutzten – Legacy-IT-Systeme unvermeidlich. Eine umfassende Digitalisierung ist schließlich nur mit einem modernen System zu erreichen, das einen hohen Automatisierungsgrad aufweist und damit die Prozessoptimierung unterstützt. Dabei geht der Trend in Richtung Standardlösungen, die über ein breites Funktionsspektrum verfügen, sofort einsatzbereit sind und einfach – sogar „out of the box“ um neue Produktangebote erweitert werden können. Best Practices zeigen, dass ein Versicherer bei der Modernisierung prinzipiell ein stufenweises Vorgehen wählen sollte, und zwar mit der sukzessiven Anpassung einzelner Geschäftszweige.
3. Die Kosten müssen gesenkt werden
Ein beherrschendes Thema ist die Kosteneffizienz. Auch hier spricht viel für die Einführung einer standardisierten Versicherungsplattform mit hohem Automatisierungsgrad. Unternehmen können damit die IT-Kosten zum Beispiel durch die Automatisierung der Datenanalyse und des Dokumenten- und Datenmanagements entscheidend minimieren. Auch die Nutzung neuer Technologien kann zu einer Kostensenkung beitragen. Von Bedeutung sind hier vor allem KI-Lösungen. Sie dienen etwa zur Vereinfachung und Beschleunigung der Betrugserkennung und -prävention oder zur automatisierten Analyse von Schadensfotos, die zu einer Verbesserung der Genauigkeit bei Schadensregulierungen und zu einer deutlichen Prozessbeschleunigung führt. Generell können Versicherer mit KI-Lösungen fundiertere Entscheidungen treffen. Auf dieser Basis wird zum Beispiel ein maßgeschneidertes und flexibles Underwriting möglich.
4. Der Kunde muss in den Fokus rücken
Die Erwartungshaltung der Kundinnen und Kunden hat sich geändert. Sie sind durch die Nutzung moderner, mobiler Anwendungen gewohnt, schnell und einfach das Benötigte zu bekommen. Auch von ihrem Versicherer wünschen sie sich ganzheitliche Serviceangebote und einfache, umfassende Lösungen. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, sind heutige Generationen auch schneller bereit, ihren Versicherer zu wechseln. Eine maximale Kundenzentrierung ist folglich ein Gebot der Stunde. Das bedeutet zum Beispiel, dass Versicherer den Weg der Hyperpersonalisierung mit der persönlichen Ansprache von Kunden einschlagen sollten, in der der Einzelne mit seinen individuellen Anforderungen und Wünschen im Vordergrund steht.
„Letztlich können Versicherer nur mit einer umfassenden Digitalisierung die Zwänge veralteter Technologie und schwerfälliger Prozesse beseitigen und zu kundenorientierten Produktangeboten übergehen“, so Rasmus Lynge. „Hinsichtlich der Versicherungsplattform werden vor allem Standardlösungen in der Cloud im SaaS-Modell eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Sie bieten den Versicherern eine Fülle von Vorteilen wie Effizienz und Flexibilität, eine erhebliche Prozessoptimierung und vor allem auch einen einfachen Zugang zu Funktionen über ihr eigentliches Kernsystem hinaus.“
(1) Interview mit Julia Wiens in „Aktuar Aktuell“: https://aktuar.de/politik-und-presse/aktuar-aktuell/Documents/Aktuar%20aktuell%20Nr.67.pdf
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Fadata ist ein führender Anbieter von Softwarelösungen für Versicherungsunternehmen weltweit. Das Unternehmen hat sich zur Aufgabe gemacht, die Versicherungsbranche bei der Kundenbindung, bei Innovationen und bei der Wertschöpfung zu unterstützen. Gemeinsam mit seinen Kunden ist Fadata auf dem Weg, die Versicherung der Zukunft zu gestalten und das tägliche Leben von Millionen von Menschen positiv zu beeinflussen.
Fadata hat Kunden in über 30 Ländern auf der ganzen Welt.
Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in München und verfügt über internationale Niederlassungen in mehr als fünf europäischen Städten.
Zu den Anteilseignern gehören The Riverside Company und Lovell Minnick, zwei globale Private-Equity-Unternehmen.
Weitere Informationen unter www.fadata.eu
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Datum: 04.12.2024 - 14:17 Uhr
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