Arzneimittelreste nicht für Entwicklungsländer spenden
ID: 215247
Entwicklungsländer gespendet werden. "Arzneimittelreste sind Abfall
und müssen entsorgt werden. Sie als Almosen weiterzugeben, ist für
die Empfängerländer problematisch", so Friedemann Schmidt,
Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände. Das Sammeln, Sortieren und Vernichten von nicht
benötigten Altarzneimitteln ist aufwändig und teuer. Der Kauf von
Medikamenten in Großpackungen ist im Vergleich dazu wesentlich
günstiger. Ulrich Brunner, Vorsitzender des Vereins Apotheker ohne
Grenzen e.V.: "Wir lehnen das Sammeln von Arzneimittelresten aus
Haushalten oder von Ärztemustern prinzipiell ab."
Verschiedene Argumente sprechen gegen Arzneimittelspenden: Die
Bedürfnisse des jeweiligen Empfängerlandes müssen im Vordergrund
stehen. In tropischen Gebieten leiden die Menschen häufig an
Krankheiten wie Malaria oder Tuberkulose, die in Deutschland nur eine
untergeordnete Rolle spielen. Für Medikamente gegen in Deutschland
häufige Krankheiten, wie Bluthochdruck oder Diabetes, haben
Entwicklungsländer hingegen kaum Bedarf. Ein weiteres Argument gegen
Arzneimittelspenden ist, dass diese in Deutsch beschriftet sind - und
damit für Menschen in vielen Entwicklungsländer meist unverständlich.
Brunner: "Selbst wenn das gespendete Medikament einen benötigten
Wirkstoff enthält: Eine wilde Mischung einzelner Packungen
verschiedener Fertigarzneimittel mit unterschiedlichen Namen und in
unterschiedlichen Dosierungen stiftet mehr Verwirrung, als dass sie
nutzt." Angebrochene oder bereits verfallene Arzneimittelpackungen
sind als Spenden völlig inakzeptabel. Wer die Gesundheitsversorgung
in Entwicklungsländern verbessern will, kann Hilfsorganisationen
finanziell unterstützen.
Diese Pressemitteilung und weitere Informationen finden Sie unter
www.abda.de
Pressekontakt:
Dr. Ursula Sellerberg, MSc
Stellv. Pressesprecherin
Tel.: 030-4000 4134
Mail: u.sellerberg@abda.aponet.de
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Datum: 23.06.2010 - 09:44 Uhr
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