Menschenrechtsverletzungen in der Fracking-Lieferkette: Deutsche Umwelthilfe erhebt Beschwerde bei Energieunternehmen SEFE und EnBW
ID: 2153223

(ots) -
- LNG-Lieferverträge von SEFE und EnBW mit den USA verletzen nach Ansicht der DUH Menschenrechte von Fracking-Betroffenen
- Unternehmen missachten Sorgfaltspflichten aus dem deutschen Lieferkettengesetz
- DUH reicht Beschwerde bei SEFE und EnBW ein und droht mit Beschwerde beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat heute auf Grundlage des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) Beschwerde bei den deutschen Energieunternehmen SEFE und EnBW eingereicht. Gegenstand der Beschwerde sind menschenrechtliche und umweltbezogene Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht entlang der Fracking-Lieferketten. Bei SEFE GmbH handelt es sich um ein bundeseigenes Unternehmen und bei EnBW in Teilen um ein landeseigenes Unternehmen. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert die Unternehmen auf, Abhilfemaßnahmen zu leisten. Andernfalls reicht sie Beschwerde beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein.
Beide Unternehmen haben langfristige LNG-Lieferverträge mit dem US-amerikanischen Konzern Venture Global, der verschiedene Exportterminals betreibt und Fracking-Gas aus dem Permbecken im Süden der USA bezieht. Dabei kommt es sowohl bei der Förderung, als auch bei der Verflüssigung des Erdgases zu schwerwiegenden Folgen für Mensch und Umwelt. Hierzu zählen unter anderem die Luftverschmutzung durch das Abfackeln von Erdgas, der Einsatz langlebiger gesundheitsschädlicher Chemikalien, die Grundwasserverschmutzung in betroffenen Kommunen sowie die Gefährdung der Belegschaft.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Deutschland hat in den vergangenen Jahren massive LNG-Überkapazitäten aufgebaut, um große Mengen Fracking-Gas aus den USA zu importieren. Was direkt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vielleicht noch nachvollziehbar war, wird angesichts der zweiten Amtszeit von Donald Trump zur Farce: Will man sich wirklich erneut energiepolitisch von einem autoritären und unberechenbaren Präsidenten abhängig machen? Anstatt fossile Abhängigkeiten zu vertiefen und dafür menschenrechtsverletzende Lieferketten aufzubauen, muss die kommende Bundesregierung den Ausbau echter Alternativen wie Solar, Wind und Batteriespeicher massiv beschleunigen - und zugleich die Energieeffizienz in allen Sektoren steigern. Nur so kann Deutschland echte Unabhängigkeit und nachhaltige Versorgungssicherheit erreichen, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen."
Julian Schwartzkopff, Teamleiter Gasausstieg bei der DUH: "Die US-amerikanische Fracking-Industrie verursacht gravierende Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden. Anwohner und Wissenschaftler berichten von gesundheitsgefährdender, teils krebserregender Luftverschmutzung. Fischer können rund um LNG-Terminals ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, weil die Fischbestände dezimiert werden. Zudem werden beim Fracking sogenannte Ewigkeitschemikalien angewendet, die unter anderem zu Fehlgeburten, einem erhöhten Krebsrisiko und Organschäden führen können. Unsere fossilen Gasimporte werden auf Kosten der Menschen vor Ort und der Umwelt teuer erkauft. Das alles nehmen SEFE und EnBW durch ihre langfristigen LNG-Lieferverträge mit Venture Global in Kauf, obwohl das Lieferkettengesetz sie verpflichtet, genau solchen Risiken vorzubeugen - ein Umstand, der besonders frappierend ist, da es sich hier um Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung handelt."
Hintergrund:
Das LkSG verpflichtet große deutsche Unternehmen, ein Risikomanagement einzurichten, um der Verletzung von Menschen- und Umweltrechten in ihrer Lieferkette vorzubeugen. Dazu gehört eine jährlich zu erstellende Risikoanalyse, die Einrichtung eines unternehmensinternen Beschwerdemechanismus sowie die Pflicht, Präventions- und Abhilfemaßnahmen gegen identifizierte Risiken und Verstöße einzuleiten. Das LkSG unterliegt der Aufsicht des BAFA, das Sanktionen gegenüber deutschen Unternehmen verhängen kann.
Links:
Die Beschwerden über SEFE und EnBW finden Sie über folgenden Link: https://l.duh.de/p250218
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
Julian Schwartzkopff, Teamleiter Gasausstieg
030 2400867-963, schwartzkopff@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.02.2025 - 06:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2153223
Anzahl Zeichen: 4636
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 280 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Menschenrechtsverletzungen in der Fracking-Lieferkette: Deutsche Umwelthilfe erhebt Beschwerde bei Energieunternehmen SEFE und EnBW"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Trotz breiter Kritik hat der Bundestag heute das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet. Statt auf wirksamen Klimaschutz wird auf teure sogenannte grüne Gase gesetzt und damit fossile Gasinfrastruktur weiter verfestigt. Das Gesetz widerspricht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den gese
Pressezitat: Bis zu 5.500 Tote durch Rekord-Hitzewoche im Juni: Deutsche Umwelthilfe fordert Hitze-Krisengipfel ...
Laut aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind durch die extreme Hitzewelle im Juni (Kalenderwoche 26) in Deutschland mehr als 4.300 Menschen gestorben. Zahlen des statistischen Bundesamtes deuten sogar auf bis zu 5.500 Todesfälle hin. Derweil sind für das kommende Wochenende erneut extreme
Gegengewicht zum Infrastrukturzukunftsgesetz dringend notwendig: Deutsche Umwelthilfe fordert Nachbesserungen im Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Stärkung der Natürlichen Infrastruktur für dringend geboten, kritisiert den gleichnamigen Gesetzentwurf aber als unzureichend. Anstatt Wäldern, Mooren, Flussauen und Schutzgebieten bei politischen Entscheidungen mehr Gewicht zu geben, werden vorgesehene S
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
Fünf Jahre Anschlag in Hanau: Menschenrechtinstitut fordert vollständige Aufklärung und drängt auf öffentliche Debatte zu rassistischen Straftaten in Deutschland ...
Anlässlich des fünften Jahrestags der rassistischen Morde in Hanau erinnert das Deutsche Institut für Menschenrechte an die neun Menschen, die am 19. Februar 2020 getötet wurden. Es fordert eine vollständige Aufklärung der Tat durch Politik und Behörden und eine breite gesellschaftliche Debat
SOS-Kinderdörfer weltweit beauftragen Menschenrechtsanwälte mit einer umfassenden Untersuchung zu vermissten syrischen Kindern ...
Unter dem Assad-Regime in Syrien ist vielen Menschen großes Unrecht widerfahren. Eltern wurden willfährig ermordet oder inhaftiert, Kinder aus ihren Familien gerissen. Dies sei unerträglich, den Familien gelte ihr tiefstes Mitgefühl, erklären die SOS-Kinderdörfer weltweit. Im Zuge der Befrei
Zur Demonstration von Hand zu Hand am 16. Februar in Berlin: Demokratie schützen, Kinderrechte achten! ...
Als Kinderrechtsorganisation ruft Terre des Hommes mit vielen weiteren Akteuren des Bündnisses "Hand in Hand" unter dem Motto "Mutig.Menschlich.Miteinander" zur Demonstration für Demokratie und Vielfalt am 16. Februar in Berlin auf. "Wie überall auf der Welt gerät auch
10 Hilfsorganisationen appellieren an deutsche Politik: Internationale Solidarität ist nicht verhandelbar ...
Mit einem eindringlichen Appell haben sich 10 führende deutsche und internationale Hilfsorganisationen aus den Bereichen humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit an die Spitzen der deutschen Politik gewandt. In einem Brief an die Partei- und Fraktionsvorsitzenden von Grünen, SPD, CDU/CSU,




