"nd.DieWoche": Eine Frage der Humanität - Kommentar zu den Geiselübergaben in Gaza

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(ots) - Die Bilder von den Geiselübergaben in Gaza, die uns seit Wochen erreichen, sind kaum zu ertragen: Menschen, die entführt und unter unsäglichen Umständen länger als ein Jahr gefangen gehalten wurden, die nicht wussten, ob sie da lebend wieder rauskommen - diese Menschen werden von johlenden, bewaffneten Hamas-Kämpfern unter antisemitischen Parolen herumgestoßen, verhöhnt und für ihre Propaganda missbraucht. Dass jetzt die Särge von zwei getöteten israelischen Kindern in einem Spektakel zur Schau gestellt wurden und Israel im Rahmen des Geiselaustauschs eine falsche Leiche untergejubelt wurde, ist an Perfidie nicht zu überbieten. Es sind verstörende, beschämende Bilder und Vorgänge, die man nur verurteilen kann.

Doch Empörung darüber ist nur glaubwürdig, wenn man von der anderen, mindestens ebenso grausamen Seite des Krieges nicht schweigt. Zehntausende Palästinenser wurden getötet, darunter unglaublich viele Zivilisten, Frauen, Kinder. Die Hamas ist nicht ausgelöscht, wie Israels Premier Netanjahu angekündigt hatte, aber die Opfer sind unermesslich. Gaza ist eine Trümmerwüste. Das wird von vielen westlichen Politikern, auch von deutschen, nonchalant hingenommen. Hinzu kommt der teils brutale Umgang Israels mit palästinensischen Gefangenen.

Man kann und darf die Opfer beider Seiten nicht gegeneinander aufrechnen. Wohl aber muss man die Verantwortlichen für die Gewalt auf beiden Seiten scharf angreifen. Solange die internationale Politik das nicht tut, sondern jeder seine eigene Agenda verfolgt, gibt es nicht einmal den Ansatz für eine gerechte Friedenslösung.

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Datum: 21.02.2025 - 15:50 Uhr
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