Mikronährstoffe bei Rhinitis durch Luftverschmutzung
Die Luftverschmutzung hat sich zu einem bedeutenden weltweiten Gesundheitsproblem entwickelt. Dazu gehören Atemwegserkrankungen und besonders die Rhinitis mit Entzündungen der Nasenschleimhaut. Einige Mikronährstoffe, wie Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika, könnten dazu beitragen, diese Belastungen zu verringern.
Die immunmodulatorischen Wirkungen von Vitamin D wurden bei der Rhinitis eingehend untersucht. Vitamin D wirkt antientzündlich, indem es die Differenzierung und Funktion verschiedener Immunzellen (z. B. T-, B-Zellen, dendritische Zellen) moduliert. Bei der allergischen Rhinitis zeigte sich, dass Vitamin D die Bildung entzündungsfördernder Zytokine (z. B. IL-4, IL-17) unterdrückt und gleichzeitig die Sekretion des antientzündlichen Zytokins IL-10 fördert. Eine Meta-Analyse von acht Studien mit rund 500 Teilnehmern, darunter Patienten mit chronischer Sinusitis (Entzündungen der Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen) und Gesunde, ergab bei den Patienten einen signifikant niedrigeren Vitamin-D-Spiegel. In einer klinischen Studie unterzogen sich 60 Patienten mit chronischer Sinusitis, Nasenpolypen und einem niedrigem Vitamin-D-Spiegel einer Operation der Nasennebenhöhlen. Die Ergänzung von Vitamin D führte zu einem signifikant verringerten Schweregrad der Symptome und geringeren Rezidiven im Vergleich zu einem Placebo. Der Einfluss von Vitamin D auf den Zusammenhang zwischen Feinstaub in Innenräumen (2,5 µm ) und Asthma-Symptomen wurde in einer Studie bei Stadtkindern untersucht. Beteiligt waren 120 asthmatische Kinder, deren Feinstaub-Belastung in Innenräumen, Vitamin-D-Spiegel und Asthma-Symptome neun Monate lang kontrolliert wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass übergewichtige Kinder mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel tagsüber verstärkt Asthma-Symptome zeigten, die mit der Feinstaub-Belastung zusammenhingen. Dagegen schützte ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel die übergewichtigen Kinder vor Asthma-Symptomen. Ein optimaler Vitamin-D-Status könnte bei Kindern dazu beitragen, Auswirkungen auf die Atemwege durch Luftverschmutzung in Innenräumen zu senken.
Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (vor allem Omega-3- und -6-Fettsäuren) sind für ihre antientzündlichen und immunmodulatorischen Eigenschaften bekannt. Das macht sie zu potenziellen Kandidaten für verringerte Auswirkungen der Feinstaub-Belastung, einschließlich der Rhinitis. Zu ihren Schlüsselfunktionen gehört die Beeinflussung des Gleichgewichts zwischen den T-Helfer-Zellen (Th1, Th2), die bei Immunreaktionen eine wichtige Rolle spielen. Th2-Zellen sind vor allem an allergischen Reaktionen beteiligt, einschließlich der Bildung von Antikörpern (IgE) und Aktivierung von Mastzellen (Gruppe der Leukozyten), was zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Histamin führt. Die Omega-3-Fettsäuren (z. B. EPA, DHA aus Fischölen, ALA aus Pflanzenölen) fördern eine Verschiebung hin zu Th1-Reaktionen und unterdrücken so die Th2-vermittelten allergischen Entzündungen in der Nasenschleimhaut. Sie können auch die Produktion von Lipidmediatoren modulieren, bioaktive, von Fettsäuren abgeleitete Moleküle, die u. a. Entzündungen regulieren. Omega-3-Fettsäuren sind Vorläufer von antientzündlichen Lipidmediatoren (z. B. Resolvine, Protektine), die das Abklingen von Entzündungen fördern. Sie können bei Rhinitis dazu beitragen, Nasenentzündungen, Schleimbildung und andere allergische Symptome zu verringern. Bisher noch wenig untersucht ist die präventive Rolle von mehrfach ungesättigten Fettsäuren bei der durch Feinstaub bedingten Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen).
Probiotika, gesunde Darmbakterien, sind für ihr Potenzial bekannt, das Immunsystem zu modulieren, die Darmgesundheit zu verbessern und zum allgemeinen Wohlbefinden beizutragen. Im Zusammenhang mit der durch Feinstaub-Belastung bedingten Rhinitis sind Probiotika durch ihre Fähigkeit, die Darm-Lungen-Achse zu beeinflussen, eine potenzielle therapeutische Strategie. Probiotika können das Gleichgewicht zwischen den T-Helfer-Zellen (Th1, Th2) positiv beeinflussen, die dazu beitragen, allergische Entzündungen der Nasenschleimhaut zu hemmen. Sie können auch die Funktion der regulatorischen T-Zellen verbessern, die eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Immuntoleranz und der Verhinderung übermäßiger Immunreaktionen spielen. Probiotika können die Anzahl und Aktivität von regulatorischen T-Zellen erhöhen, was zu ihrer positiven Wirkung bei der allergischen Rhinitis beitragen könnte. Probiotika können außerdem die Darm-Lungen-Achse beeinflussen, ein bidirektionaler Kommunikationsweg zwischen dem Darm und Atemsystem. Eine ungünstige Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota wurde mit verschiedenen Atemwegserkrankungen, u. a. Asthma und allergische Rhinitis, in Verbindung gebracht. Probiotika können die Darm-Mikrobiota modulieren, ein gesundes Bakterien-Gleichgewicht fördern und die Immunreaktionen in der Lunge beeinflussen. Die Modulation der Darm-Lungen-Achse könnte zu den positiven Auswirkungen von Probiotika bei der durch Feinstaub bedingten Rhinitis beitragen. In einer Meta-Analyse (2022) wurde berichtet, dass Probiotika die Lebensqualität, den Gesamtwert nasaler Symptome und Augenbeschwerden bei Patienten mit allergischer Rhinitis verbessern konnten.
Die Forscher ziehen das Fazit: Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen der Belastung durch Feinstaub und dem erhöhten Risiko für allergische und nicht-allergische Rhinitis. Die durch Feinstaub ausgelösten Entzündungen spielen bei der Entstehung der Rhinitis eine entscheidende Rolle. Vitamin D, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Probiotika erwiesen sich als wirksam, um die Immunreaktionen zu modulieren und Entzündungen im Zusammenhang mit Luftverschmutzung zu verringern. Auch für Kefir-Peptide und Lactoferrin sind einige Wirkungen nachgewiesen. Noch sind die Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieser Mikronährstoffe bei der Prävention und Therapie der durch Feinstaub verursachten Rhinitis begrenzt. Künftig sollte ihre Wirksamkeit in Bezug auf die durch Feinstaub-Belastungen bedingte Rhinitis weiter untersucht werden.
Unser Tipp: Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika werden als Nahrungsergänzungen in verschiedenen Formen und Dosierungen angeboten. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte immer geachtet werden.
Quelle:
Shih-Wei Chen et al., Air Pollution-Associated Rhinitis: Exploring the Preventive Role of Nutritional Supplements Against Particulate Matter-Induced Inflammation. In: Nutrients, online 25.02.2025, doi: 10.3390/nu17050829.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 06.04.2025 - 11:41 Uhr
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Freigabedatum: 20.04.2025
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