Für den Artenschutz: Igel und Maulwürfe zählen / Der Mai ist eine gute Zeit, um umtriebige Stachelträger und fleißige Erdwerfer zu beobachten
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(ots) - Die einen verraten sich durch lautes Schnaufen, die anderen durch die frische Erde, die sie vor sich herschieben: Jetzt im Mai ist eine gute Zeit, um Igel und Maulwürfe zu beobachten. Vom 16. bis 26. Mai findet deshalb ein bundesweites Igel- und Maulwurfs-Monitoring statt. Es ist die dritte Erhebung im Rahmen des Citizen Science-Projekts "Deutschland sucht Igel und Maulwurf", zu dem gleich sechs Organisationen aufrufen. Neben der Deutschen Wildtier Stiftung sind dies NABU|naturgucker, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V., der NABU-Bundesverband und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). Wer in diesem Zeitraum Spuren der beiden Insektenfresser entdeckt, kann Fundort und Anzahl über die Web-App NABU|naturgucker www.igelsuche.de melden - möglichst mit Fotobeleg. Sichtungen in Bayern können über www.igel-in-bayern.de eingetragen werden.
Aber wie und wo stehen die Chancen am besten, die Tiere anzutreffen? "Derzeit ist Paarungszeit bei den Igeln und sie sind besonders aktiv. Wer sie entdecken möchte, sollte vor allem in der Dämmerung auf Grünflächen die Augen offenhalten", sagt Lea-Carina Hinrichs, Artenschützerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Paarungszeremonie - das sogenannte Igelkarussell - ist zudem meist nicht zu überhören: Schnaufend läuft das Männchen immer wieder im Kreis um das Weibchen herum, um sein Interesse an ihr zu bekunden. Treffen mehrere Männchen aufeinander, kämpfen sie miteinander und setzen dabei auch ihre Stirnstacheln ein. Auch das Weibchen kann sich wehren: Ist es nicht paarungsbereit, stößt es seinen Verehrer fauchend und mit aufgestellten Stacheln weg. Hat es sich für ihn entschieden, kommt es zur Paarung - mit angelegten Stacheln.
Auch bei den Maulwürfen steht die Familienplanung im Vordergrund. Sie richten jetzt in ihrem weitverzweigten Tunnelsystem Kinderstuben ein. Diese polstern sie mit Laub und Gras aus. Um an das Baumaterial zu gelangen, müssen sie dafür gelegentlich an die Oberfläche krabbeln. Wer sich auf die Lauer legt oder eine Wildkamera aufbaut, kann den scheuen Wühler dabei entdecken - und ihn oder seinen Erdhügel für die Zählung dokumentieren. Bei der Zählaktion im vergangenen Jahr wurden rund 10.000 Igel sowie 2.200 Maulwürfe beziehungsweise ihre Hügel gemeldet.
Regelmäßig erhobene Zahlen helfen Natur- und Artenschutzverbänden, mehr über den Bestand und die Verbreitung von Igel und Maulwurf zu erfahren - und wenn nötig entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen. Bislang gibt es in Deutschland kaum verlässliche Daten zur Bestandsentwicklung der beiden Kleinsäuger. "Experten gehen davon aus, dass sowohl die Igel- als auch die Maulwurfbestände in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind", sagt Hinrichs.
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Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040-970 78 69 - 14
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Datum: 08.05.2025 - 08:50 Uhr
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