Psychotherapeuten warnen vor Nachteilen für psychisch kranke Menschen durch geplantes Primärarztsy

Psychotherapeuten warnen vor Nachteilen für psychisch kranke Menschen durch geplantes Primärarztsystem

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Patienten bleiben auf der Strecke durch Umleitung über den Hausarzt.



Umleitung in die MenschenmengeUmleitung in die Menschenmenge

(firmenpresse) - Bonn, 22. Mai 2025 - Mit großer Sorge reagiert das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) auf die Ankündigung von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die Einführung eines Primärarztsystems "schnell umsetzen" zu wollen. Die CDU-Politikerin hatte in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau das Hausarztmodell als zentrales Steuerungselement des zukünftigen Gesundheitswesens bezeichnet und zugleich eine Facharzt-Termin-Garantie in Aussicht gestellt.

Das DPNW warnt eindringlich vor den fatalen Folgen für psychisch kranke Menschen, wenn das Primärarzt-Modell eingeführt wird. Der Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung werde durch die vorgeschaltete Hausarztinstanz unnötig erschwert und erheblich verzögert.

"Die geplante Umleitung über den Hausarzt bedeutet für viele psychisch belastete Menschen eine zusätzliche Hürde - genau das Gegenteil von dem, was jetzt gebraucht wird", kritisiert DPNW-Vorsitzender Dieter Adler. Weiter meint er: "Psychotherapie ist keine Facharztleistung wie jede andere - sie braucht einen direkten, hürdenfreien Zugang. Alles andere ist fachlich fragwürdig und gesundheitspolitisch rückwärtsgewandt."

Zwar sei die Idee eines koordinierten Gesundheitssystems grundsätzlich sinnvoll, jedoch müsse der vorherrschende Versorgungsmangel in der Psychotherapie berücksichtigt werden, so das DPNW. Schon jetzt gebe es enorme Wartezeiten für Therapieplätze - ein vorgeschalteter Hausarztbesuch verlängere diese unnötig und riskiere, dass dringende Hilfe nicht rechtzeitig erfolgen kann.

Auch die angekündigte "Termin-Garantie" sieht das DPNW skeptisch: "Es hilft psychisch Kranken überhaupt nichts, wenn sie zwar theoretisch ein Recht auf einen Termin haben, aber faktisch Monate auf eine echte Psychotherapie warten müssen. Dieses Modell schafft eine neue aufwändige Gesundheitsbürokratie, die weder den Patienten noch den Behandlern hilft."

Das DPNW fordert daher, psychotherapeutische Leistungen ausdrücklich vom geplanten Primärarztsystem auszunehmen. Nur so könne gewährleistet werden, dass Hilfesuchende nicht an bürokratischen Hürden hängen bleiben.



Über den Verband
Das "Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk - Kollegennetzwerk Psychotherapie" (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat über 2.500 Mitglieder und 13.000 Abonnenten seines Freitagsnewsletters. Damit ist das DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Dipl.-Päd. Sevgi Meddur-Gleissner. Mehr unter: www.dpnw.de

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