Vogelschutz kontra Ordnungsliebe - warum das Hecken schneiden jetzt immer noch tabu ist
ID: 2187293

(ots) - Es ist ein bekanntes Problem in den Parks und Gärten: Ende Juli wuchert die Hecke, und der Gärtner rückt an - doch in den dichten Zweigen sitzt eine Amsel und zieht ihren Nachwuchs auf. Während die Elternvögel vor den Scherenblättern flüchten können, sind die Jungen oft noch flugunfähig. Sie bleiben allein zurück oder werden von den Schneiden verletzt, nicht selten tödlich. Liegt das Nest frei, sind die Küken zudem leichte Beute für Katzen, Marder und andere Beutegreifer. "Beim Einsatz von elektrischen Heckenscheren ist die Verletzungsgefahr besonders hoch, denn sie schneiden in nur kurzer Zeit schnell und radikal das Grün weg", sagt Lea-Carina Hinrichs von der Deutschen Wildtier Stiftung.
Was viele nicht wissen - oder ignorieren: Laut Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 Abs. 5) ist es vom 1. März bis zum 30. September verboten, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze stark zurückzuschneiden oder zu entfernen. Erlaubt sind in dieser Zeit nur schonende Form- und Pflegeschnitte. Doch wo endet der Form- und Pflegeschnitt, wo beginnt der vogelgefährdende Radikalschnitt?
"Ein erlaubter Schnitt liegt vor, wenn einzelne Zweige seitlich oder nach oben aus der Hecke ragen und so gestutzt werden, dass die ursprüngliche Höhe und Breite der Hecke erhalten bleiben. Keinesfalls bedeutet das, dass man die ganze Hecke stutzen oder in geometrische Form schneiden darf", sagt Hinrichs. Wer beim Schneiden ein Nest zerstört oder Jungvögel gefährdet, riskiert Bußgelder von mehreren tausend Euro.
Dem Vogelschutz zuliebe heißt es also: Finger weg von der elektrischen Heckenschere. Und mit der normalen Astschere nur das Nötigste abschneiden, zum Beispiel, um Wege freizuhalten. Immer gilt es, genau hinzuschauen, ob gefiedertes Leben im Grün steckt. Denn Amsel, Zaunkönig, Heckenbraunelle und Rotkehlchen brüten oft mehrmals im Jahr - vor allem, wenn das Futterangebot stimmt. Und das ist in diesem vielerorts regenreichen Sommer in vielen naturnahen Gärten der Fall: Regenwürmer und Insekten sind ausreichend vorhanden. Perfekte Bedingungen für eine zweite Brut - die es zu schützen gilt.
Foto auf Anfrage
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040-970 78 69 - 14
J.Calvi@DeutscheWildtierStiftung.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de
Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.07.2025 - 11:57 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2187293
Anzahl Zeichen: 2515
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 266 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Vogelschutz kontra Ordnungsliebe - warum das Hecken schneiden jetzt immer noch tabu ist"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Wildtier Stiftung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Multitalent kühlt Städte, speichert Wasser und CO? – und beherbergt ganze Ökosysteme Ohne Moos ist nichts los – in unseren Wäldern, Mooren, Städten und auch im Garten. Gerade bei Hitze beweisen Moospolster, wie zäh sie sind – im Gegensatz zu Rasen: „Rasen braucht regelmäßig Dün
Rothirsch-Lebensräume vernetzen und biologische Vielfalt stärken / Deutsche Wildtier Stiftung fordert neue Trittstein-Vorkommen für das Tier des Jahres 2026 ...
Das Tier des Jahres 2026, der Rothirsch, lebt auf etwa 25 Prozent der Fläche Deutschlands – Rehe und Wildschweine kommen dagegen auf fast der gesamten Bundesfläche vor. Die deutlich geringere Verbreitung des Rothirschs liegt dabei nicht an seinen speziellen Lebensraumbedürfnissen, sondern an Ge
Faszinierender Frosch- und Krötenregen: Tausende Miniaturamphibien gehen jetzt an Land ...
Mancherorts sieht es aus, als seien die Winzlinge vom Himmel gefallen: Im Juni verlassen tausende klitzekleine Jungfrösche und Kröten plötzlich wie auf ein unsichtbares Kommando hin ihre Geburtsgewässer. Nur zehn Millimeter klein, sehen sie aus wie Miniaturausgaben erwachsener Tiere. Denn ihre M
Weitere Mitteilungen von Deutsche Wildtier Stiftung
Nachhaltigkeit bleibt Flickwerk / Modebranche bleibt hinter ihren Zielen zurück ...
Die neue Ausgabe des Circular Fashion Index (CFX) zeigt, dass die Modebranche beim Thema Kreislaufwirtschaft zwar erste Fortschritte macht, aber vielfach in der Pilotphase stagniert. Auch in der DACH-Region bleibt der strukturelle Wandel trotz steigendem regulatorischem Druck und punktuellen Verbess
"YUMI": Eindrucksvoller Nachwuchsfilm über den Klimakampf im Südpazifik ...
Aus aktuellem Anlass ist der Film über den globalen Klimakampf im Südpazifik ab sofort in der ARD Mediathek abrufbar / Teil der Reihe "Junger Dokumentarfilm" des SWR Heute (23.7.25) wird das Oberste Gericht der Vereinten Nationen eine unverbindliche Stellungnahme abgeben zur Frage, inwi
Plansecur rät zur Elementarversicherung - unabhängig vom Gesetzgeber ...
Innovatives Schweizer Modell liefert einen interessanten Ansatz zu diesem Thema Unabhängig davon, ob die neue Bundesregierung eine Elementarpflichtversicherung einführt oder nicht, sollte jede Eigentümerin und jeder Eigentümer einer Immobilie eine solche Versicherung auf jeden Fall abschließen
Boiler und Warmwasserspeicher mit klimaschädlichem FCKW: Deutsche Umwelthilfe fordert sofortigen Stopp rechtswidriger Entsorgungspraktiken ...
- Jährliche CO2-Emissionen von bis zu 3 Millionen Tonnen durch illegale Entsorgung von Boilern und Warmwasserspeichern - Angeblich unklare Rechtslage - DUH-Anfrage beim Umweltministerium stellt klar: Boiler und Warmwasserspeicher müssen in speziellen Recyclinganlagen entsorgt werden - DUH fo




