Verhütungsmittel im Wert von 9,7 Mio. $ zerstört: Staatengemeinschaft gegen sinnlose Vernichtung m

Verhütungsmittel im Wert von 9,7 Mio. $ zerstört: Staatengemeinschaft gegen sinnlose Vernichtung machtlos

ID: 2197471

(ots) - Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) zeigt sich zutiefst erschüttert über die heute bekannt gewordene Zerstörung von Verhütungsmitteln im Wert von 9,7 Millionen US-Dollar. Bereits vor zwei Wochen hatte die DSW in einem offenen Brief gemeinsam mit 16 weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen die Bundesregierung eindringlich vor diesem Schritt gewarnt - nun ist genau das eingetreten, was es zu verhindern galt.

Ein tragischer Verlauf trotz internationaler Appelle und Angebote

Die Zerstörung der Verhütungsmittel ist das Ergebnis monatelanger politischer Blockade und ideologisch motivierter Entscheidungen innerhalb der US-Regierung unter Präsident Trump. Die Produkte - darunter Hormonimplantate, Spiralen und Verhütungspillen - wurden ursprünglich von USAID für den Einsatz in Ländern mit niedrigem Einkommen beschafft. Nach der Auflösung der Behörde wurden sie monatelang in einem Lagerhaus in Belgien zurückgehalten. Trotz zahlreicher Angebote internationaler Organisationen wie des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) und MSI Reproductive Choices, die bereit waren, die Produkte zu übernehmen, entschied sich die US-Regierung für deren Vernichtung.

Dabei lagen laut Recherchen der New York Times interne Empfehlungen für eine Weitergabe, z. B. an UNFPA, vor - nicht zuletzt, um Kosten von 167.000 US-Dollar zu sparen. Dennoch ordnete die US-Regierung die Zerstörung unter der falschen Behauptung, es handle sich um "abortive Mittel" an. Tatsächlich enthielt das Lager keine Mittel zum Schwangerschaftsabbruch, sondern ausschließlich Verhütungsmittel mit Haltbarkeiten bis 2027 oder gar 2031. Selbst direkte diplomatische Appelle, unter anderem vom belgischen Außenminister an seinen US-amerikanischen Amtskollegen, sowie rechtliche Vorstöße der flämischen Behörden blieben wirkungslos. Der Zeitpunkt und Ort der Zerstörung sind bisher nicht bekannt.

Die Bundesregierung muss künftig konsequenter handeln

In vielen Regionen fehlen bereits heute essenzielle Gesundheitsprodukte. Die Vernichtung dringend benötigter Verhütungsmittel verschärft diesen Mangel zusätzlich. Laut Schätzungen des Guttmacher Instituts hätte der Einsatz der Produkte 362.000 unbeabsichtigte Schwangerschaften, 161.000 ungeplante Geburten und 110.000 unsichere Abbrüche verhindert.



Dass selbst diplomatische Initiativen Europas letztlich erfolglos blieben, unterstreicht, wie stark die globale Gesundheitsversorgung unter politischem Druck steht. Angela Bähr, Vorständin Programme der DSW, betont: "Diese Entwicklungen machen deutlich, wie verletzlich globale Gesundheitsversorgung ist, wenn sie zum Spielball ideologischer Interessen wird. Umso wichtiger ist es jetzt, dass Deutschland und Europa Verantwortung übernehmen. Die Bundesregierung muss vorausschauend investieren - in sichere Lieferketten, starke multilaterale Partnerschaften und den konsequenten Schutz sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte weltweit."

Pressekontakt:

Nicole Langenbach
Pressesprecherin
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Loebensteinstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-20 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: presse@dsw.org
Internet: www.dsw.org


Original-Content von: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Gering gebildete Erwachsene geraten aus dem Blick / DVV fordert energische Initiative im Anschluss an die Alphadekade Bauernverband fordert 10 Sofortmaßnahmen von der Bundesregierung / Rukwied: Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.09.2025 - 12:38 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2197471
Anzahl Zeichen: 3434

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Bundesregierung



Diese Pressemitteilung wurde bisher 284 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Verhütungsmittel im Wert von 9,7 Mio. $ zerstört: Staatengemeinschaft gegen sinnlose Vernichtung machtlos"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Wunsch und Wirklichkeit: Familienplanung weltweit unter Druck / Neue Umfrage zeigt: Junge Menschen können ihren Kinderwunsch nicht realisieren ...
In fünf von sieben Weltregionen gelten zwei Kinder als die ideale Familiengröße - doch bei einer großen Mehrheit der Menschen entspricht dies nicht der realisierten Kinderzahl. Anlässlich des Weltbevölkerungstags veröffentlicht der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) die neue St

Erstmals seit 20 Jahren steigt die Mutter-Kind-Sterblichkeit wieder an / Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) sieht eine medizinische Errungenschaft in Gefahr ...
Die Sterberate von Schwangeren und Müttern ist in den letzten 20 Jahren um fast die Hälfte gesunken, doch seit etwas mehr als einem Jahr steigt sie wieder an. "Aktuell steht einer der größten Erfolge der globalen Gesundheitsarbeit auf dem Spiel", warnt Sebastian Tripp, Vorstandsvorsitz

Weltfrauentag 2026 / Rückschlag für die körperliche Selbstbestimmung / Internationale Krisen und politische Kurswechsel bedrohen die Rechte von Frauen ...
Jede zweite Frau weltweit kann nicht selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden, das heißt sie kann weder über ihre gesundheitliche Versorgung noch über Verhütung selbst bestimmen und sie kann nicht "Nein" sagen zu Sex. "In zahlreichen Ländern brauchen Frauen noch die Zustimm


Weitere Mitteilungen von Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)


Gering gebildete Erwachsene geraten aus dem Blick / DVV fordert energische Initiative im Anschluss an die Alphadekade ...
Im internationalen Vergleich schneiden Leistungsschwache in Deutschland im Lesen besonders schlecht ab - doch die Bundesregierung lässt das zentrale Förderprogramm für Alphabetisierung und Grundbildung fallen. Mitten im demographischen Wandel und trotz Arbeitskräftemangels in vielen Branchen Ã

PM v. Alice Weidel: Merz gibt Bürgern die Schuld an eigener Regierungsunfähigkeit ...
Zu den jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz, die schwarz-rote Koalition habe lediglich ein "Kommunikationsproblem" und ansonsten nur richtige Entscheidungen getroffen, erklärt die AfD-Bundessprecherin Alice Weidel: "Die Bundesregierung leidet nicht wie von Friedr

Katharina Dröge (Bündnis 90/Die Grünen): Stahlindustrie leidet unter hohen Zöllen, Merz muss in Brüssel handeln ...
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Dröge, hat den Regierungsparteien nach dem Koalitionsgipfel vorgeworfen, nicht in der Lage zu sein, sich in zentralen Fragen zu einigen. Als Beispiel nannte sie das Thema Stahlindustrie. "Da hängen in Nordrhein-Westfalen Tausende von Arbeitsplä

Nachhaltigkeitsberichte: Bundesregierung verhindert Wettbewerb im Prüfmarkt ...
Der TÜV-Verband übt deutliche Kritik an der heute vom Bundeskabinett beschlossenen Umsetzung der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD). Die Richtlinie verpflichtet bestimmte Unternehmen in der EU, zusätzlich zur Finanzberichterstattung einen Nachhaltigkeitsbericht vorzulegen u


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z